Ahlener Stadtbildmacher
Erinnerung an alte Zeiten

Ahlen -

Der Verein Ahlener Stadtbildmacher sucht Infos über das alte Trafohäuschen im Berliner Park. Ein bisschen erzählte schon der ehemalige Landschaftsgärtner Karl-Heinz Schiek.

Freitag, 03.08.2018, 09:12 Uhr

Karl-Heinz Schiek erzählte Silke Büscher-Wagner vom alten Trafohäuschen (kl. Bild) im Berliner Park und den landschaftsgärtnerischen Arbeiten vor 30, 40 Jahren.
Karl-Heinz Schiek erzählte Silke Büscher-Wagner vom alten Trafohäuschen (kl. Bild) im Berliner Park und den landschaftsgärtnerischen Arbeiten vor 30, 40 Jahren. Foto: Ahlener Stadtbildmacher

Im Juni 2018 suchte der Verein Ahlener Stadtbildmacher über die Tageszeitungen Zeitzeugen, die über die alte Trafostation im Berliner Park berichten könnten.

Das Trafohäuschen im expressionistischen Stil ging 1927 in den Betrieb. Später kaufte die Stadt Ahlen die Station. 1993 wurde sie dann in die Denkmalliste eingetragen und entschwand aber aus der öffentlichen Wahrnehmung.

Der Verein wurde auf das Gebäude aufmerksam und nahm mit der Stadt Ahlen Kontakt auf. Mittlerweile wird an dem Haus gearbeitet und diverse Schäden beseitigt. Die Grünanlagen rund um die Station wurden bereits teilweise gereinigt. Für den Tag des Denkmals am 9. September soll die Station wieder begehbar sein. Die Stadtbildmacher sind dann mit einem Informationsstand vor Ort.

Das Trafohäuschen

Das Trafohäuschen Foto: Stadtbildmacher

Nach den Zeitungsberichten meldete sich tatsächlich ein Ahlener bei der Vereinsvorsitzenden Silke Büscher-Wagner . Es ist der ehemalige Stadtgärtner Karl-Heinz Schiek . „Kalle“ Schiek ist bereits seit 2005 im Ruhestand, erinnert sich aber gerne an sein Arbeitsleben.

Karl-Heinz Schiek war der erste Lehrling in der Gärtnerei de Kunder und arbeitete später als Landschaftsgärtner für die Stadt Ahlen.

Die Stadt war in sogenannte „Bezirke“ aufgeteilt und jeder Bezirk hatte seinen Stadtgärtner, berichtet Schiek. Es gab damals noch Kolonnen, „die haben ihr Wohnzimmer sauber gehalten“. Schiek war unter anderem für die Langst und den nördlichen Stadtteil zuständig.

Das Trafohäuschen habe in dieser Zeit als „Geräteschuppen“ gedient, nachdem das Parkbad umgebaut wurde und der Keller des alten Hallenbads nicht mehr zur Verfügung stand.

60 000 Stiefmütterchen seien damals in einem Jahr ausgesät, pikiert und in der ganzen Stadt verpflanzt worden, schwärmt der ehemalige Stadtgärtner.

In den großen Ferien wurden dann die Schulen bearbeitet, damit es mit Schulbeginn wieder ordentlich aussah. Saisonarbeiterinnen seien für sechs Monate pro Jahr eingesetzt worden. Diese Frauen hätten dann fleißig in den Anlagen „gezupft“ und das Unkraut damit entfernt.

Jede Ahlenerin und jeder Ahlener, da ist sich Schiek sicher, erinnere sich gern an die 70er und 80er Jahre – Ahlen die „Industriestadt im Grünen“ sei bunt und gepflegt gewesen. Heute, so kritisiert er, stünden die Brennnesseln meterhoch an den Werseufern. Bunte Blumenbeete fehlten an allen Stellen. Man schaue doch nach Hamm: Dort werde man von Blumenampeln und bepflanzten Blumenbeeten an vielen Stellen begrüßt. Nachahmenswert, findet der ehemalige Stadtgärtner.

Und wie sieht es mit einer möglichen Nachnutzung des Trafohäuschens aus? „Ein Vogelhaus für Eulen oder Meisen beziehungsweise eine Fledermausunterkunft wären doch herrlich und auch ein Insektenhotel“, findet er.

Das Team der Stadtbildmacher arbeitet derzeit an einer kleinen Ausstellung. Gezeigt werden verschiedene Trafostationen aus dem Münsterland und diverse Nachnutzungskonzepte – vom Hotel bis zum Backhaus. Parallel haben sich die Vereinsmitglieder an das RWE-Archiv in Essen gewandt, mit der Frage, ob es zusätzliche Informationen zu dem Ahlener Trafohäuschen gibt. Auch möchten sie wissen, von welcher Spannung auf welche umgespannt wurde. Ahlener, die hierzu noch Informationen beisteuern können, wenden sich an die Vorsitzende der Ahlener Stadtbildmacher, Silke Büscher-Wagner.

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