Premiere: Raver-Party auf „Westfalen“
Technojünger pilgern zur Zeche

Ahlen -

Premiere auf der „Zeche Westfalen“ in Ahlen: Am Samstag (11. August) steigt vor den Fördertürmen die erste Technoparty unter freiem Himmel. Veranstalter „Kleinstadt Techno“ rechnet mit mindestens 500 Gästen. Generationsübergreifend!

Donnerstag, 09.08.2018, 09:12 Uhr

Packen‘s gemeinsam an: Franz Bußmann und Benedikt Bartscher (v.l.) bringen den Techno auf die Zeche. Am Samstag steigt ihr erstes großes „Open Air“. Bei Regen geht‘s rüber in den Lokschuppen.
Packen‘s gemeinsam an: Franz Bußmann und Benedikt Bartscher (v.l.) bringen den Techno auf die Zeche. Am Samstag steigt ihr erstes großes „Open Air“. Bei Regen geht‘s rüber in den Lokschuppen. Foto: Ulrich Gösmann

„Kleinstadt Techno“ kann auch groß. Die „Zeche Westfalen“ empfiehlt sich am Samstag erstmals als Pilgerstätte für Technojünger. Weil um zwei Uhr Schluss sein muss, geht‘s schon um zwei los. Am Nachmittag! „Heißt aber nicht, dass man sich auf ein Abi-Party-Publikum einstellen muss“, schicken Benedikt Bartscher und Franz Bußmann vorweg. Die smarten Boys stemmen den Rave mit Freunden im Flöz. Ihr erstes „Open Air“. Entsprechend groß die Anspannung – und der Anspruch an eine perfekte Party.

Weil schon die Elterngeneration zu Jugendzeiten steil auf Techno abging, ist klar: Es wird ein Familienevent – „am schönsten Ort der Stadt“. Mit Top-Technik, cooler Bühnendeko im Industrial-Look und einer Illumination der Fördertürme, die sich sehen lassen soll.

Wenn nur die Hälfte kommt, sind wir bei 500. Und die kommen mindestens.

Benedikt Bartscher

„Kleinstadt Techno“? Schon mal auf Plakaten in der Stadt gelesen. Im Netz und auf Shirts. Dahinter stehen in erster Reihe die Freunde Franz (20) und Benedikt (21) mit einem Kreis feierlustiger Freunde. Vor drei Jahren hatten sie – just for fun – eine private Techno-Party auf dem Vorhelmer Schützenplatz organisiert. 100 Raver kamen. „Da ist dann die Idee draus entstanden, mehr zu machen“, lässt Franz Bußmann wissen, der am Samstag als „Franek“ selbst für zwei Stunden am Mischpult steht. Die zweite Party – im ehemaligen „Diva“ – mobilisierte knapp 200 Technofreunde, im „Platinum“ waren es im Vorjahr bereits 300. Und jetzt? Die große noch offene Frage, hinter der eine große Erwartung steht, nachdem bereits 1000 Facebook-Follower auf „Interessiert“ geklickt haben. „Wenn nur die Hälfte kommt, sind wir bei 500. Und die kommen mindestens“, rechnet Benedikt Bartscher kühl durch. Eine Zahl, mit der auch Gastgeber Klaus Thiesing für den Getränke- und Grilleinkauf was anfangen kann. Er unterstütze die Jungs, weil sie „tofte“ sind. Nach den „Tralla City“-Erfahrungen, die er vergangenen Freitag lieber nicht gemacht hätte, stellt der Mann von der „Eventa Zeche Westfalen“ zwei zusätzliche Bierwagen und eine Long-Cocktail-Bar auf.

Kostenloser Shuttle ab Bahnhof nonstop

Was geht? Der Party-Area zwischen „Shim Sham“ und Lokschuppen wird eingezäunt, auf der Flöz-Bühne gemixt. Weil an alles gedacht ist, pendelt ein kostenloser Shuttle mit Neunsitzer zwischen zwei und zwei nonstop zwischen Bahnhof und Zeche. Mit melodischem Techno geht‘s zunächst los, zu später Stunde wird‘s dann härter. DJs wechseln sich ab. Mit dabei: DIN_A8, Franek, Moneck, b², D&D (Floorwärts-Team aus dem Büz) sowie Phil Eulenspiegel und Simon Gose, die live ein b2b performen. Namen, mit denen die Regio-Szene was anfangen kann. Unter ihnen Musikstudis aus Essen, die elektronische Kompositionen studieren und Klänge live produzieren, wie Franz Bußmann wissen lässt. Insgesamt sei die Musik – um noch schnell alle Vorurteile beiseite zu schieben – kein „Ups, Ups, Ups“-Gestampfe, der Techno in seiner Weiterentwicklung vielfältig.

Diese Kulisse bietet nicht jede Technoparty. Die in Ahlen schon.

Diese Kulisse bietet nicht jede Technoparty. Die in Ahlen schon. Foto: Ulrich Gösmann

Dass bereits um zwei Uhr Schluss sein muss, sehen die beiden Macher schon als Erfolg. Gerne hätten sie bis zum anderen Morgen durchgetanzt. Doch da habe das Ordnungsamt nicht mitgespielt. Die Zwei auf dem Zeiger sei ein guter Kompromiss. Bartscher: „Darum fangen wir halt früher an.“ Der Platz werde sich dann langsam füllen, zwischen 17 und 18 Uhr ein ordentlicher Stoß kommen.

„Kleinstadt Techno“? Über den Namen ist noch zu reden. „Ist mir irgendwann eingefallen“, erklärt Informatik-Student Benedikt. „Es gibt hier in Ahlen überhaupt keine Möglichkeiten, Techno zu feiern.“ Wenn, gehe es in die größeren Städte. „Im Sinne von Techno ist Ahlen eben eine Kleinstadt.“ Was sich ändern könnte, wenn die Zeche zündet.

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