Sydney-Hinds-Park
Park soll neu gestaltet werden

Ahlen -

Nein, nicht noch eine Baustelle: Die Grabung am Ostwall zeigt, wo einst Wälle und Gräben der frühen Stadtbefestigung liefen.

Sonntag, 19.08.2018, 22:00 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 19.08.2018, 22:00 Uhr
Anhand der unterschiedlichen Färbung der Erdschichten konnte LWL-Archäologe Dr. Christoph Grünewald zeigen, wie der Graben verlaufen sein muss.
Anhand der unterschiedlichen Färbung der Erdschichten konnte LWL-Archäologe Dr. Christoph Grünewald zeigen, wie der Graben verlaufen sein muss. Foto: Dierk Hartleb

Etwa noch eine Baugrube? Und das am Ostwall im Bereich des Bahnhofsvorplatzes? Am Freitagnachmittag konnte Stadtbaurat Andreas Mentz bei einem kurzfristig anberaumtem Ortstermin Besorgnisse über eine etwaige Bebauung zerstreuen. Die beiden ausgehobenen Gräben wurden am selben Tag wieder verfüllt.

Für Aufklärung sorgte Dr. Christoph Grünewald vom LWL Münster. „Es handelt sich um einen Teil der alten Stadtbefestigung“, erklärte der Archäologe. Allerdings handele es sich nicht um einen Teil der Stadtmauer, die weiter nördlich im Bereich der heutigen Bebauung an der Straße Im Kühl verlief, sondern um vorgelagerte Wehranlagen in Gestalt von Wällen und Gräben. Bei dem ersten Graben der Stadtbefestigung reichte ein Aushub von rund 1,20 Meter Tiefe aus, um die Breite des Grabens zu ermitteln. Anhand einer diagonal verlaufenden unterschiedlichen Färbung der Erdschichten konnte der LWL-Archäologe den wahrscheinlichen Verlauf des Grabens, der eine Länge von rund sieben Metern gehabt haben muss, nachvollziehen. „Es ging nur darum festzustellen, wo die vorgelagerten Gräben verliefen“, stellte Mentz klar. Da es sich um ein Bodendenkmal handele, solle es auch so behandelt werden. „Es ist nicht daran gedacht, die Ausgrabung wie auf dem Marktplatz sichtbar zu machen“, sagte Mentz weiter. Dazu eigne sich die Fundstätte, in der nur unbedeutende Scherben vermutlich aus dem 19. Jahrhundert, als der Graben verfüllt wurde, gefunden wurden, nicht. Im Übrigen hätte der Archäologe dazu noch zwei, Meter tiefer graben müssen, um an die Sohle zu gelangen. Die Frage, ob der Graben geflutet war, verneinte Grünewald: „Eher unwahrscheinlich.“ Um Belagerer auf Distanz zu halten, wurden solche Gräben ausgehoben und der Aushub zu Erdwällen aufgeschichtet. Die Zeit, die Feinde benötigten, um sich bis zur Stadtmauer durchzukämpfen, bot den Verteidigern die Möglichkeit, auf der Stadtmauer und an den Toren in Stellung zu gehen.

Jörg Pieconkowski, Dr. Christoph Grünewald und Andreas Mentz.

Jörg Pieconkowski, Dr. Christoph Grünewald und Andreas Mentz. Foto: Dierk Hartleb

Vielfach sind die Areale der vorgelagerten Befestigungsanlagen überbaut. Insofern habe man die Chance nutzen wollen, in diesem unbebauten Bereich der Stadt nach Stadtgräben zu suchen. Ein zweiter, näher zur Stadtmauer gelegener Graben war auf der anderen Seite des ehemaligen jüdischen Friedhofs auf der Wallanlage ausgehoben worden. „An eine Bebauung ist nicht gedacht“, wehrte Mentz entsprechende Spekulationen ab. Vielmehr solle die Parkanlage, die nach dem Befreier Ahlens im Zweiten Weltkrieg, Colonel Sidney Hinds, benannt worden ist, neu gestaltet werden. Dazu wird der Leiter des Grünflächenamts Jörg Pieconkowski demnächst einige Vorschläge machen und mit Bürgern diskutieren.

Dabei geht es auch um die Frage, ob und wie der Verlauf der Stadtgräben an der Oberfläche sichtbar gemacht werden kann.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5985339?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
A1 nach Unfall bei Greven lange gesperrt
Reifen verloren: A1 nach Unfall bei Greven lange gesperrt
Nachrichten-Ticker