Projektarbeit in Tansania
Zwei Ahlener leisteten Friedensdienst

Ahlen -

Hinter Philip Winterkamp und Gregor Kaufmann liegen beeindruckende und aufregende Zeiten. Sie haben am Programm Konkreter Friedensdienst teilgenommen und sind nun wieder zu Hause.

Donnerstag, 23.08.2018, 15:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 23.08.2018, 12:18 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 23.08.2018, 15:00 Uhr
Gregor Kaufmann (kariertes Hemd) und Philip Winterkamp in der Gruppe der Mitarbeiter des CAM-Projekts (im Vordergrund Begründer und Leiter des CAM-Projekts Father Peter Kilasara).
Gregor Kaufmann (kariertes Hemd) und Philip Winterkamp in der Gruppe der Mitarbeiter des CAM-Projekts (im Vordergrund Begründer und Leiter des CAM-Projekts Father Peter Kilasara). Foto: Privat

Mit vielen Eindrücken kehrten Philip Winterkamp und Gregor Kaufmann von ihrem Einsatz im Rahmen des Programms „Konkreter Friedensdienst NRW“ aus Tansania zurück. Dort, wo nach und nach das CAM-Projekt als Ausbildungszentrum für benachteiligte Jugendliche entsteht, lag ihr Einsatzgebiet hauptsächlich auf der Farm, die in Zukunft die Ernährung von bis zu 100 jungen Tansaniern ermöglichen soll.

Jugendliche, die hier aufgenommen werden, können sich keine Schulgebühren leisten. Somit ist neben dem Bau von Wohnheimen und Ausbildungswerkstätten die Entwicklung eines landwirtschaftlichen Betriebs notwendig, der aber auch als Ausbildungsplatz für die jungen Leute dienen soll. Die beiden Ahlener Jugendlichen lösten hier vier Schülerinnen der Hildegardisschule in Münster ab, mit denen sie noch eine Woche gemeinsam auf der Farm Friedensdienst leisteten.

Als technisches Projekt lag die Montage von Geländern und einer Treppe an der doppelten Plattform an, die demnächst 20 Zehn-Kubikmeter-Tanks tragen soll. Hier soll Wasser gespeichert werden, das kontinuierlich aus einem Bohrloch fließt. Im vergangenen Jahr war bei Wasser-Bohrungen eine artesische Quelle angebohrt worden, so dass ununterbrochen zwei Liter Trinkwasser pro Sekunde aus dem Bohrloch fließen. Um dieses Wasser auf der Farm dosiert einsetzen und auch an andere Farmer und Bewohner der Region abgeben zu können, sind diese Speicher notwendig.

Montagearbeiten an dem Wasser-Plateau.

Montagearbeiten an dem Wasser-Plateau. Foto: Privat

Eine weitere Herausforderung waren Experimente, wie eine kontinuierliche Bewässerung der Bananenplantage mit einem Selbstbau-Bewässerungssystem aus Kunststoffrohren und Schläuchen zu gewährleisten ist. Es war nicht leicht, die richtige Dimensionierung der Schläuche und vor allem die richtige Größe der Berieselungslöcher, die von Hand in die Schläuche gebohrt werden mussten, zu ermitteln. Oft war Improvisieren gefragt. So mussten zu große oder überflüssige Löcher in den Kunststoffröhren mit den Dornen der umgebenden Wildsträucher wieder verstopft werden. Ansonsten bestand die Mitarbeit von Philip Winterkamp und Gregor Kaufmann im Wesentlichen aus dem Bestellen der Felder.

Besuche im nahe gelegenen Bagamoyo ermöglichten den jungen Deutschen ein Eintauchen in die deutsche Kolonialgeschichte und einen Besuch der Mwambao-Schule, die von der Marien-Grundschule in Ahlen unterstützt wird. Nach einem herzlichen Empfang durch den Schulleiter und einer Führung durch die Schule konnte Gregor Kaufmann an einer Schulbank Platz nehmen, für deren Beschaffung er sich als junger Marien-Schüler selbst engagiert hatte. Durch den Freundeskreis Bagamoyo war der Kontakt zum CAM-Projekt und zur Mwambao-Schule vermittelt worden. Er war auch behilflich bei der Organisation der Reise.

Ein besonderes Erlebnis wurde den jungen Männern zuteil, als sie auf einer Safari durch den Mikumi-Nationalpark nicht nur Elefanten, Giraffen, Zebras und Löwen zu sehen bekamen, sondern als sie in unmittelbarer Nähe im Gras der Savanne einen Leoparden entdeckten – ein Glück, das nur wenigen Afrika-Reisenden zuteil wird.

Als wichtigste Erkenntnis dieser Reise nehmen die jungen Freiwilligen jedoch die Einsicht mit, dass der Standard unserer europäischen Lebenswelt für die Menschen in Afrika bei weitem nicht selbstverständlich ist und dass man in Deutschland gelassener, aber auch verantwortungsvoller an die Herausforderungen des Lebens herangehen sollte.

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