Neubau des Dolberger Feuerwehrhauses
Jetzt doch nicht mitten im Dorf

Dolberg -

Der Ortsausschuss brachte Klarheit: Das neue Dolberger Feuerwehrhaus soll doch nicht am Altstandort gebaut werden, sondern auf einem freien städtischen Grundstück im Bereich Alleestraße / Am Königsbusch.

Samstag, 08.09.2018, 15:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 08.09.2018, 15:00 Uhr
Das Feuerwehrgerätehaus an der Twieluchtstraße in Dolberg ist nicht mehr zeitgemäß. Der Neubau soll aber nun doch nicht am bisherigen Standort realisiert werden, sondern auf einem freien städtischen Grundstück im Bereich Alleestraße / Am Königsbusch.
Das Feuerwehrgerätehaus an der Twieluchtstraße in Dolberg ist nicht mehr zeitgemäß. Der Neubau soll aber nun doch nicht am bisherigen Standort realisiert werden, sondern auf einem freien städtischen Grundstück im Bereich Alleestraße / Am Königsbusch. Foto: Peter Harke

„Die Feuerwehr gehört ins Dorf“, erklärte Bürgermeister Dr. Alexander Berger im April bei einem gemeinsamen Fototermin mit Stadtbrandmeister Walter Wolf in Dolberg apodiktisch. Damit erteilte der Verwaltungschef dem Vorsitzenden der Freien Wäh­lerge­mein­schaft (FWG), Heinrich Artmann , mit seinem Vorschlag ei­ner grenzüberschreitenden Kooperation mit der Uentroper Feu­erwehr eine Abfuhr.

Bereits am 27. Fe­bruar waren seitens der Verwaltung die Pläne für den Bau eines neuen Feuerwehrhauses an der Twieluchtstraße für 2,2 Millionen Euro im Ortsausschuss vorgestellt worden und auf breite Zustimmung gestoßen. „Ein großer Wurf“, so urteilte seinerzeit etwa Uwe Maschelski (SPD). Die Sache schien klar zu sein. In der Ratssitzung am 17. Mai teilte der Bürgermeister auf Nachfrage von Artmann zum aktuellen Sachstand mit, den Mietern des an die heutige Wache angrenzenden Wohnhauses sei bereits zum 31. Dezember dieses Jahres gekündigt worden.

Diese Kündigung kann nun zurückgenommen werden, denn das Thema hat zwischenzeitlich eine erstaunliche Wendung genommen. Das neue Feuerwehrhaus soll doch nicht am Altstandort gebaut werden, sondern auf einem freien städtischen Grundstück im Bereich Alleestraße / Am Königsbusch, nicht mehr so ganz „mitten im Dorf“ folglich. Die Feuerwehr hält diesen Platz jedoch für „gut gewählt“, wie Löschzugführer Harald Krämer am Donnerstag in der jüngsten Ortsausschusssitzung erklärte.

Insgesamt fünf alternative Standorte für das neue Feu­erwehrhaus hatte die Verwaltung noch einmal geprüft, einmal auf ihre städtebauliche Eignung hin wie insbesondere die Lage, bezogen auf die Erreichbarkeit für die freiwilligen Feuerwehrleute und auf den Einsatzradius des Löschzugs Dolberg. Aufgrund dieser Kriterien schied zum Beispiel der ehemalige Landabsatz an der Uentroper Straße aus, wie Stadtplaner Thomas Kampmann im Ausschuss ausführte.

Als Favorit habe sich der jetzt vorgeschlagene Standort an der Alleestraße herauskristallisiert. Dieser könne über den Dillweg mit nur geringer Zeitverzögerung ge­genüber dem heutigen Standort erreicht werden, sei dafür aber auch wesentlich besser an das überörtliche Straßennetz angebunden. Bezüglich der Eintreffzeit der Einsatzkräfte in einigen Bereichen wie z.B. Ostdolberg könne sogar eine Verbesserung eintreten. Das rund 3500 Quadratmeter große Grundstück befinde sich in städtischem Ei­gentum und sei aufgrund der benachbarten Einrichtungen der Tennisanlage bereits mit Wasser, Strom und Gas sowie abwassertechnisch erschlossen.

Kampmann zufolge hat die Bezirksregierung Münster signalisiert, dass sie gegen eine Änderung des Flächennutzungsplans – Voraussetzung für die Aufstellung eines Bebauungsplans – keine Einwände hätte.

Aus dem Ausschuss gab es nur Lob für die Vorlage, die CDU begrüße diese „ausdrücklich“, erklärte Dennis Kykal. Er betonte die Wichtigkeit der Feuerwehr für die Dorfgemeinschaft. Ein Vorteil des jetzt präferierten Standorts wäre auch, dass man während der Bauphase keine Ausweichlösung brauche. Uwe Maschelski (SPD) regte an, das Grundstück an der Twieluchtstraße zur Gegenfinanzierung des Neubaus zu vermarkten.

Zum Altstandort heißt es jetzt in der Verwaltungsvorlage, die an das Feuerwehrgerätehaus angrenzende ehemalige Hofstelle sei „aus städtebaulicher Sicht ortsbildprägend“. Durch eine Verlegung des Feuerwehrhauses könnte dieses Ortsbild „weitgehend erhalten bleiben“.

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