Stadt präferiert grüne Dächer
Ein Kataster für die „fünfte Hausfassade“

Ahlen -

Der Klimaschutz ist in aller Munde. Und so gibt die Stadt Ahlen den Hausbesitzern Informationen an die Hand, wie sie ihre Gebäude energetisch verbessern können. Soeben hat die Verwaltung ein neues Gründachpotenzialkataster veröffentlicht.

Dienstag, 11.09.2018, 08:52 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 11.09.2018, 08:52 Uhr
Andreas Mentz, Markus Gantefort und Christian Tripp (v.l.) stellten vor dem Gründach der Mensa des Städtischen Gymnasiums das neue Gründachpotenzialkataster vor. Ein Katasterausschnitt zeigt, dass sich das Rathaus beispielsweise sehr gut für ein Gründach eignet.
Andreas Mentz, Markus Gantefort und Christian Tripp (v.l.) stellten vor dem Gründach der Mensa des Städtischen Gymnasiums das neue Gründachpotenzialkataster vor. Ein Katasterausschnitt zeigt, dass sich das Rathaus beispielsweise sehr gut für ein Gründach eignet. Foto: Ralf Steinhorst / Grafik: Stadt Ahlen

Der Klimaschutz ist in aller Munde. Und so gibt die Stadt Ahlen den Hausbesitzern Informationen an die Hand, wie sie ihre Gebäude energetisch verbessern können.

Soeben hat die Verwaltung ein neues Gründachpotenzialkataster veröffentlicht, bei dem Hauseigentümer im Internet gezielt ihre Immobile aufrufen können, um zu schauen, ob ein Gründach bei ihnen Chancen hat. Im Jahr 2013 wurde das Solardachpotenzialkataster online gestellt. Nun wird es um das Gründachkataster unter www.ahlen.de/start/themen/bauen-planen/stadtplanung/gruendachpotentialkattaster/ ergänzt. „Jetzt kann jeder überprüfen, ob sein Dach für den Einsatz als Gründach geeignet ist“, erklärte Stadtentwickler Markus Gantefort.

Mit aktuellen Luftbildern wurden die Neigungen der Dächer in Ahlen analysiert, denn Gründächer werden vor allem bei geringer oder gar keiner Dachneigung angelegt. Bei Eignung – die entsprechenden Dächer sind im Kataster grün markiert – sollte dann vor einer Neuanlage aber auf jeden Fall ein Architekt hinzugezogen werden, der auch die statischen Belange mit in die Planungen einbezieht. „Es ist sozusagen die fünfte Fassade eines Hauses“, beschrieb Architekt Christian Tripp die Möglichkeiten. Die Folie auf dem Dach muss stärker sein als normal, auch Dachaufbauten müssen berücksichtigt werden. Bei vorbereiteten Dächern kann die Anlage eines Gründachs nachgeholt werden. Es erhöht zudem die Langlebigkeit eines Daches. In den überwiegenden Fällen ist es auch genehmigungsfrei.

Das Dach der Mensa am Städtischen Gymnasium ist schon mit einem Gründach ausgestattet, was sich als sehr vorteilhaft erwiesen hat. Im Sommer bietet es Kühlung, im Winter Wärmeschutz für den darunterliegenden Raum.

„Ein Gründach kann auch dazu führen, dass Entwässerungsgebühren reduziert werden können“, gibt Markus Gantefort einen weiteren Hinweis. Denn die Fläche kann auf die versiegelte Fläche angerechnet werden. Für Insekten bietet ein Gründach wertvollen Lebensraum und optisch einen Gewinn. Es muss übrigens nicht gegossen werden. „Es saugt Wasser wie einen Schwamm auf“, erklärte Stadtbaurat Andreas Mentz, es regelt seinen Wasserhaushalt von allein. Der Vorteil für den Klimaschutz? Ein Gründach bindet Feinstaub und spart COein. „Richtige Nachteile gibt es nicht“, warb Andreas Mentz deshalb für die Schaffung von Gründächern.

Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.ahlen.de/start/themen/bauen-planen/stadtplanung/gruendachpotentialkattaster.

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