Neu in Ahlen: „Haus der Talente“
Ein Hotel wird Begegnungsort

Ahlen -

Aus einem ehemaligen Ahlener Hotel wird ein „Haus der Talente“. Sie zu fördern, ist fortan Aufgabe des Arbeiter-Samariter-Bundes. Zielgruppe: junge Geflüchtete. Vier von ihnen packen beim Renovieren selbst mit an.

Samstag, 15.09.2018, 13:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 15.09.2018, 13:00 Uhr
Am Eingang zur ehemaligen Gaststätte bringen Helen Pflüger (l.) für die Stadt und Christina Baum für den ASB gemeinsam die Schilder der Projektbeteiligten an.
Am Eingang zur ehemaligen Gaststätte bringen Helen Pflüger (l.) für die Stadt und Christina Baum für den ASB gemeinsam die Schilder der Projektbeteiligten an. Foto: Dierk Hartleb

Aus dem „Haus am Park“ wird das „Haus der Talente“. Welche Talente gemeint sind, zeigen bereits vier junge, unbegleitet männliche Geflüchtete aus Eritrea und Afghanistan, die seit dem 1. Juli in das ehemalige Hotel an der Parkstraße eingezogen sind: Sie legen beim Renovieren selbst Hand an. Sichtbarstes Ergebnis ist bislang die grüne Wand im Treppenhaus.

„Hier wollen wir unsere Aktivitäten dokumentieren“, erklärt Christina Baumann bei der Hausbesichtigung am Freitagmorgen. Die 28-jährige Sozialpädagogin hat mit Hauswirtschaftsmeisterin Loreen Hunt die Leitung der Einrichtung in Trägerschaft des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Münsterland übernommen. „Ich habe Erfahrung mit diesem Personenkreis“, erklärt die Leiterin selbstbewusst, „und zum Beispiel keine Probleme mit mangelndem Respekt gehabt. Im Gegenteil: Die Menschen sind dankbar, dass sie hier Hilfe bekommen.“

Sie helfen beim „Haus der Talente“ mit (v.l.): Karsten Berndt, André Weber (beide ASB), Ulla Woltering, Helen Pflüger (beide Stadt Ahlen), Dr. Sven Kluge, Loreen Hunt, Christina Baum und Johannes Peter (alle ASB).

Sie helfen beim „Haus der Talente“ mit (v.l.): Karsten Berndt, André Weber (beide ASB), Ulla Woltering, Helen Pflüger (beide Stadt Ahlen), Dr. Sven Kluge, Loreen Hunt, Christina Baum und Johannes Peter (alle ASB). Foto: Dierk Hartleb

Und zwar in einem umfassenden, ganzheitlichen Sinn, wie der ASB-Vorstandsvorsitzende André Weber erläutert. Denn neben der beruflichen Integration gehe es auch um die soziale Integration, um das normale Alltagsleben: Einkaufen, Haushaltsführung, Gesundheit, Freizeit gestalten. Ein weiteres Ziel ist es, während der Dauer ihres Aufenthaltes im „Haus der Talente“, der im Regelfall zwischen sechs und zwölf Monaten betragen sollte, die besonderen Fähigkeiten der jeweiligen Bewohner herauszufinden.

Von der Not- und Ersthilfe habe der ASB, der 2015 in Ahlen die beiden Notunterkünfte für Flüchtlinge betreute, den Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf Integration und Beschäftigung verlegt, unterstreicht Fachbereichsleiter Karsten Berndt und mit der Eröffnung der MaBiA-Beratungsstelle (Marktorientierte Beschäftigungsintegration für Asylbewerber) 2017 in Ahlen.

Einst Hotel: das „Haus am Park“.

Einst Hotel: das „Haus am Park“. Foto: Dierk Hartleb

Im „Haus der Talente“ geht es um mehr, wie Hausleiterin Christina Baum betont. Zu ihr können die Bewohner mit ihren persönlichen Anliegen kommen. Und zugleich geht es auch um Gemeinschaft und Gemeinsinn, Kontakte mit der Nachbarschaft, erklärt Karsten Berndt. Für den 1. Oktober ist ein „Tag der offenen Tür“ geplant, an dem alle Nachbarn und Interessierte das Haus kennenlernen können. Für Ulla Woltering, zuständige Fachbereichsleiterin im Rathaus, ist das Haus ein Glücksfall. Die Stadt stelle lediglich das Gebäude mietfrei zur Verfügung. Für alles andere kommt der ASB auf, der allerdings für das Projekt Mittel der Fernsehlotterei akquirieren konnte. Und die Zimmermiete übernimmt das Jobcenter.

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