Caritas-Sozial-Beratung zieht Bilanz
Die Hürden bleiben hoch

Ahlen -

Als Fachdienst existenzsichernde Hilfen geben – dieser Aufgabenstellung sieht sich die Caritas-Sozial-Beratung (CSB) verpflichtet. Der Caritas-Fachbereichsleiter Hermann Wetterkamp sowie die Diplom-Sozialpädagogen Markus Piotti und Elisabeth Wieland stellten am Freitagmorgen den Jahresbericht für 2017 vor.

Sonntag, 23.09.2018, 07:10 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 23.09.2018, 07:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 23.09.2018, 07:10 Uhr
Hermann Wetterkamp, Elisabeth Wieland und Markus Piotti (v. l.) haben bei drohenden Stromsperren ihrer Klienten größere Erfolge erzielt, wirtschaftliche Gründe und politische Unzulänglichkeiten erwiesen sich aber als hohe Hürden.
Hermann Wetterkamp, Elisabeth Wieland und Markus Piotti (v. l.) haben bei drohenden Stromsperren ihrer Klienten größere Erfolge erzielt, wirtschaftliche Gründe und politische Unzulänglichkeiten erwiesen sich aber als hohe Hürden. Foto: Ralf Steinhorst

Die Probleme sind nicht mehr, aber auch nicht weniger geworden. So könnte das Fazit der CSB zum Jahr 2017 lauten. „In den gesamten Zahlen haben sich nur wenige Veränderungen ergeben“, fasste es Markus Piotti mit eigenen Worten zusammen. Insgesamt 414 Fallbearbeitungen gab es im Vorjahr – und damit zwei mehr als ein Jahr zuvor, wobei die allgemeine Sozialberatung mit 194 Fällen eine Spitzenstellung einnimmt. Die deutlich meisten Beratungsfälle, nämlich 199, nehmen weniger als zwei Monate in Anspruch.

Als ein besonderes Ereignis stuften die drei Caritas-Mitarbeiter eine Klientenbefragung ein, an der sich 84 Personen beteiligten. Darin enthalten war auch die Frage, was die Betroffenen gerne den Bürgermeister fragen würden. Bei der Übergabe der Befragungsergebnisse bekamen dann einige der Klienten die Gelegenheit, mit Bürgermeister Dr. Alexander Berger zu sprechen. „Es war eine gute Möglichkeit, diesen Menschen eine Stimme zu geben“, bewertete Hermann Wetterkamp das Gespräch als außerordentlich wichtig, auch für das Selbstwertgefühl. Ihn selbst hat an der Befragung überrascht, wie hoch der Anteil der Befragten war, die gerne arbeiten würden, die es aber aus verschiedenen Gründen nicht in den Arbeitsmarkt schafften.

Ein weiteres einschneidendes Ereignis war die Beendigung der Kooperation mit den Stadtwerken zum 31. Dezember 2018. Aus diesem Grund wurde dem Jahresbericht auch ein Abschlussbericht über die fast vierjährige schriftlich fixierte Zusammenarbeit beigefügt. Es wurden viele Schritte erreicht, wie beispielsweise der Aufschub von fünf Tagen bei angekündigten Stromsperren. Einige weitergehende Wünsche der Caritas konnten von den Stadtwerken allerdings wegen zu hoher Aufwendungen und damit zu kostenintensiven Umsetzungen nicht weiterverfolgt werden. „Wir sind große Fans von Prepaid-Zählern“, nannte Markus Piotti ein Beispiel. Trotz allem sei die Caritas den Stadtwerken dankbar. Die Kooperation habe viele Dinge in Bewegung gebracht, die auch weiterhin Gültigkeit haben.

Die Caritasvertreter betonten, dass die Stadtwerke sich bemüht haben, neue Wege zu gehen, diese aber aus wirtschaftlichen Gründen begrenzt waren. Eine deutliche Reduzierung der vorübergehenden Einstellung der Energieversorgung konnte in der Kooperation nicht erreicht werden, 2016 waren davon noch 524 Haushalte betroffen. Letztlich müssten bestehende Hürden politisch beseitigt werden, dazu gehöre die Anhebung der Sätze für Strom im Zweiten Sozialgesetzbuch.

 

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