„Haus der Talente“
Ein Ort für wirklich wichtige Aufgaben

Ahlen -

Mit einem Tag der offenen Tür stellte sich das neue „Haus der Talente“ im ehemaligen Hotel am Park vor.

Dienstag, 02.10.2018, 16:34 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 02.10.2018, 16:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 02.10.2018, 16:34 Uhr
Schlüsselübergabe für das Haus: Karsten Berndt, Christina Baum, Ulla Woltering und André Weber freuen sich über die neue Nutzung des einstigen Hotels.
Schlüsselübergabe für das Haus: Karsten Berndt, Christina Baum, Ulla Woltering und André Weber freuen sich über die neue Nutzung des einstigen Hotels. Foto: Peter Schniederjürgen

Aus dem ehemaligen „Hotel am Park“ der Familie Schneider wird das „Haus der Talente“. Hier, an der Parkstraße 50, werden zehn junge Flüchtlinge mit einem klaren Bleiberecht erlernen, was das Leben in dieser Gesellschaft ausmacht. Betrieben wird das Haus vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Am Montag stellte der ASB dieses Projekt mit einem Tag der offenen Tür vor.

„Wir werden speziell allein stehenden, männlichen und anerkannten Flüchtlingen ab 18 Jahren hier die nötige Unterstützung zur eigenständigen Lebensführung vermitteln“, umriss Hausleiterin Christina Baum die Aufgaben. Dabei liege das Augenmerk sowohl auf der gesellschaftlichen Integration wie auf der beruflichen Entwicklung. Praktisch heißt das: Die Hauswirtschaft in ihrer Gänze geht mit den Qualifizierungen des Jobcenters des Kreises Warendorf zusammen. Obendrein werden die jungen Männer eng sozialpädagogisch begleitet. „Wir werden durch diese wertschätzende und familienähnliche Struktur den Bewohnern den nötigen Rückhalt gewähren“, ist sich Christina Baum sicher.

Dazu hat sie Unterstützung in vielen Bereichen. So wird sich zum Beispiel Noreen Hunt, ihres Zeichens Hauswirtschaftsmeisterin, um die kleinen und großen Probleme des Alltags kümmern. Vom Einkaufen bis zum Kochen, von der gewöhnungsbedürftigen Mülltrennung bis zur ordentlichen Haushaltführung mit Waschen und Putzen, lernen die zehn Männer aus fast ebenso vielen Nationen hier alles, was es braucht. „Dazu zählt nicht zuletzt eine gesunde Ernährung, auch das werden wir hier vermitteln“, stellte Noreen Hunt klar.

Dabei sei die Sprache ein Problem. „Unsere Bewohner habe ganz unterschiedliche Sprachniveaus, die Umgangssprache ist dabei natürlich Deutsch“, hob die Hausleiterin hervor. Das lerne sich am besten im direkten Umgang. So werden eben Küchenbegriffe oder auch Handwerkliches extra betont und nötigenfalls mit Piktogrammen und Zeichnungen erläutert. Denn bereits über die Hälfte der Männer hatte beim Wandel von einem Hotel in ihr zeitweilig neues Zuhause handfest mitgearbeitet.

Es ist wirklich schön zu sehen, wie es hier weitergeht.

Else Schneider

Das Ergebnis kann sich in der Tat sehen lassen. „Es ist wirklich schön zu sehen, wie es hier weitergeht. So haben wir uns das erhofft“, freute sich auch Else Schneider, Ex-Hoteleigentümerin, die zusammen mit ihrem Mann Horst zur Besichtigung ihrer ehemaligen Wirkungsstätte gekommen war. In der Küche werden die jungen Männer für sich kochen, im Obergeschoss liegen die privaten Schlafräume. „Die Männer werden je nach Bedarf – wir rechnen mit sechs bis zwölf Monaten – hier bleiben“, erklärte Christina Baum.

Mit einem kleinen Büfett in der vormaligen Restauration des früheren Hotels bedankte sich André Weber vom ASB-Regionalverband Münsterland für die Kooperation mit der Stadt Ahlen. „Schon bei der Einrichtung der Notunterkünfte in der Kaserne und der Bodelschwingh-Schule begründete sich das gute Verhältnis zur Stadt. Das findet jetzt seine außerordentliche erfreuliche Fortsetzung“, lobte der ASB-Vertreter die kommunale Hilfe.

Für Ulla Woltering, Leiterin des städtischen Fachbereichs Jugend und Soziales, ist dieses Projekt eine logische Fortsetzung der Bestimmung dieses Hauses. „Einfach schön, dass dieses Haus nun weiter mit Leben gefüllt bleibt und hier wirklich wichtige Aufgaben in Angriff genommen werden können“, resümierte sie.

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