Kunstmuseum Ahlen und Marta Herford
Zeitreise durch Weltausstellungen

Ahlen -

Spektakuläre Inszenierungen und Kunstwerke bekannter Künstler prägen die Ausstellungen im Kunstmuseum Ahlen und Marta Herford. Gezeigt wird Kunst von Weltausstellungen in Paris, New York, Brüssel, Montreal und Osaka.

Freitag, 12.10.2018, 15:44 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 15:42 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 15:44 Uhr
Kurator Dr. Thomas Schriefers, Burkhard Leismann und Roland Nachtigäller (v.l.) begutachten die vom Bildhauer Heinz Mack zur Weltausstellung in Osaka geschaffene Skulptur „Rhythmus Afrikas“.
Kurator Dr. Thomas Schriefers, Burkhard Leismann und Roland Nachtigäller (v.l.) begutachten die vom Bildhauer Heinz Mack zur Weltausstellung in Osaka geschaffene Skulptur „Rhythmus Afrikas“. Foto: Dierk Hartleb

Jean Tinguely, Fernand Leger, Georg Kolbe, Le Corbusier, Heinz Mack – große Namen prägten die Liste der Künstler, die auf Weltausstellungen ihre jeweiligen Länder vertraten. Gemeinschaftlich setzen sich jetzt das Kunstmuseum Ahlen und das Marta Herford auf die Spur und hinterfragen fünf Weltausstellungen gezielt nach den Beiträgen von Künstlern. Das Ergebnis ist so spektakulär wie überzeugend.

Es ist nicht die erste Kooperation der beiden Museen, wie Burkhard Leismann in der Pressekonferenz im Kunstmuseum feststellte. Ein Streifzug durch die Welt der Collage war 2013 das erste gemeinsame Projekt mit den Herfordern. „Schon damals entstand der Wunsch, unsere Zusammenarbeit fortzusetzen“, unterstreicht Leismann. Die Idee für das aktuelle Ausstellungsprojekt lieferte erneut Dr. Thomas Schriefers. Der Kölner Architekt, Sammler und Kurator, der für das Museum in Ahlen auch die „Collagewelten I und II“ sowie die außergewöhnliche Präsentation der Stühle-Sammlung Löffler, „I am a chair“, im letzten Frühjahr konzipierte, kennt sich auf dem Gebiet der Weltausstellungen bestens aus und ist in die Vorbereitungen der nächsten Expo 2020 in Dubai einbezogen. In der Ausstellung, die den Titel „Brisante Träume – Die Kunst der Weltausstellung“ trägt, findet sich in einem Raum im zweiten Obergeschoss in einem farbigen Vries eine skizzenhaft angelegte Ansicht des deutschen Pavillons in Dubai; die Pläne sind erst einige Tage alt.

Dieser Entwurf des deutschen Künstlers Heinz Mack, der zu den Vertretern der Gruppe „Zero“ gehört. kam 1970 in Osaka nicht zur Ausführung.

Dieser Entwurf des deutschen Künstlers Heinz Mack, der zu den Vertretern der Gruppe „Zero“ gehört. kam 1970 in Osaka nicht zur Ausführung. Foto: Dierk Hartleb

Die Ausstellung in Ahlen wie in Herford nimmt den Besucher mit auf eine Zeitreise durch fünf Weltausstellungen, beginnend 1937 in Paris, wo der sowjetisch-russische und der deutsche Pavillon in direkter Konkurrenz gegenüber lagen, einen Bogen schlagend in die Jahre 1939/40, in denen in New York unter dem Titel „Demokratie und Zerstörung“ versucht wurde, dem Krieg auf dem alten Kontinent das Bild einer friedlichen Welt von morgen gegenüberzustellen, über Brüssel 1958 mit der Begeisterung für eine friedliche Nutzung der Atomenergie bis hin zu Montreal 1967 und Osaka 1970, die bereits Einblicke in die multimediale Welt von morgen und die Zukunft der Menschheit warfen. Nach 1970 benötigte die Welt 22 Jahre, um sich von den Folgen des Ölschocks zu erholen, wobei der Kunst seitdem keine eigenständige Rolle mehr beigemessen worden ist, wie Schriefers ausführt.

Wie ein roter Faden zieht sich durch die Ausstellung in Ahlen das Bild des Menschen im Spiegelbild der Kunst und der wechselnden politischen Verhältnisse.

Leismann und sein Herforder Kollege Roland Nachtigäller dankten besonders der Bundeskulturstiftung und der Sparkasse Münsterland Ost für ihre finanzielle Unterstützung. Eröffnet wird die Ausstellung in Herford am Freitag (12. Oktober) um 19.30 Uhr und in Ahlen am Samstag (13. Oktober) um 16 Uhr.

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