Bürgerliche Mitte für Rathaus-Sanierung
Vorwurf: Verwaltung ist nicht objektiv

Ahlen -

Die Entscheidung in der „Rathausfrage“ werde von der Verwaltung bewusst in eine Richtung gelenkt, kritisiert die Bürgerliche Mitte (BMA).

Freitag, 12.10.2018, 20:30 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 20:30 Uhr
Die Position der BMA in der „Rathausfrage“ erläuterten (v.l.) Martina Maury, Rolf Leismann, Martin de Kunder, Alfred Thiemann und Mechthild de Kunder.
Die Position der BMA in der „Rathausfrage“ erläuterten (v.l.) Martina Maury, Rolf Leismann, Martin de Kunder, Alfred Thiemann und Mechthild de Kunder. Foto: Peter Harke

Martina Maury hat nicht genau durchgezählt. Aber überschlägig kam sie – abzüglich Verwaltungsmitarbeitern, Kommunalpolitikern und Presse – auf gerade mal 50 „normale“ Bürger, die sich am vergangenen Samstag in der Stadthalle über den Sachstand in der „Rathausfrage“ informieren wollten. Maurys Fraktionskollegen Rolf Leismann überrascht das nicht. Er habe bereits im Vorfeld den Bürgermeister auf den ungünstigen Zeitpunkt am Samstagvormittag hingewiesen, so der Vorsitzende der Bürgerlichen Mitte Ahlen (BMA) gestern bei einem Pressegespräch. Wenn nur 0,13 Prozent der Ahlener Bevölkerung an einer solchen Veranstaltung teilnähmen, sei das „sehr erschreckend“ und daraus mitnichten ein repräsentatives Meinungsbild abzuleiten.

BMA-Fraktionsmitglied Alfred Thiemann macht nicht nur den Termin für die geringe Beteiligung verantwortlich. Er glaubt, dass viele Bürger das Gefühl hätten, die Entscheidung ohnehin nicht mehr beeinflussen zu können. Die Diskussion werde von der Verwaltung bewusst in eine Richtung gelenkt, und zwar Richtung Neubau von Rathaus und Stadthalle. Was Thiemann aber auch nicht verwundert, wenn für die Vergleichsun­tersuchung zwischen Plan A und Plan B derselbe Gutachter (Anm. d. Red: die Assmann-Gruppe) engagiert werde wie schon seinerzeit, als es um einen möglichen Umzug der Verwaltung in das Gebäude der Arbeitsagentur ging. Für den Juristen ein Unding: „Das ist nicht zulässig.“

Der Erhalt des bestehenden Ensembles müsste stärker in den Fokus gerückt werden.

Rolf Leismann

Rolf Leismann fordert: „Der Erhalt des bestehenden Ensembles müsste stärker in den Fokus gerückt werden.“ Dazu fehlen aber aus Sicht von Martina Maury einige „technische Informationen“. Warum sollte eine wirksame Dämmung der Glasfassade ohne außenliegenden Sonnenschutz bei anderen Gebäuden möglich sein, nur beim Ahlener Rathaus nicht? „Diese Frage wird nicht beantwortet“, so die Ar­chi­tektin. Auch die Möglichkeit, durch eine vertikale Photovoltaikanlage das regenerative Potenzial einer solchen Fassade zu nutzen, werde überhaupt nicht berücksichtigt. Viele Ahlener empfänden das Rathaus bloß als hässlichen „braunen Kasten“, könnten sich gar nicht vorstellen, wie die Fassade anders aussehen könnte. Das müsste man mal anschaulich machen, regt Maury zum Beispiel ei­nen Studentenwettbewerb an. „Der kostet kein Geld.“

Auch mit Blick auf die Stadthalle hält die BMA ei­nen Neubau nicht für erforderlich. Es gebe, so Rolf Leismann, am jetzigen Stand­ort „genügend Optimierungsmöglichkeiten, die ausreichend sind für unsere Stadt und das, was wir hier an Programmangebot brauchen“. Man könne sich nicht mit Münster oder Dortmund messen. Eine klare Absage erteilt der BMA-Chef aber auch den, wie er es nennt, „populistischen Gedankenspielen anderer Gruppierungen“, das kulturelle Zentrum Ahlens zur Zeche zu verlagern oder die Besucher gleich nach Hamm zu schicken. Leismann: „Das sind Hirngespinste.“

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