Gymnasium St. Michael
Dachboden wird zum Museum

Ahlen -

Barrierefrei ist der Zugang zu Ahlens jüngstem Museum nicht. Die Besucher müssen schon einige Treppenstufen hinaufsteigen und stellenweise den Kopf einziehen. Aber die Mühe lohnt sich, unter dem ehemaligen Glockenstuhl des historischen Altbaus am früheren Kloster und heutigen Gymnasium St. Michael tut sich eine spannende Welt auf, die zu einer Zeitreise in die Vergangenheit einlädt.

Samstag, 13.10.2018, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 13.10.2018, 09:00 Uhr
Beim „Ausmisten“ des Dachbodens und Einrichten des Museums mussten auch die etwas größeren Jungs den Kopf einziehen.
Beim „Ausmisten“ des Dachbodens und Einrichten des Museums mussten auch die etwas größeren Jungs den Kopf einziehen. Foto: Privat

Schon lange stapelten sich auf dem riesigen Dachboden des Gebäudes alte Schätzchen, abgelegtes Inventar, viele Dinge, die beim Umbau der Schule im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts aufgetaucht waren. Dazu gehören Lehr- und Lernmittel, die Einblick in die pädagogischen Wege und auch Irrwege der Schule vermitteln können.

  Foto: Privat

In diesem Sommer bot sich nun die Möglichkeit, im Rahmen einer Projektwoche den Fundus zu ordnen und publikumswirksam auszustellen. Dafür war jedoch eine Menge an Vorbereitung und schweißtreibender Ar­beit nötig, denn im Gegensatz zum übrigen Dachgeschoss ist das Gebälk unter dem Glockenturm nicht verschalt und gedämmt. Dick ummantelte Heizungs- und Lüftungsrohre ziehen sich durch den Raum, und ein schmieriger Staub- und Schmutzfilm hatte sich auf Rohre und Balken gelegt. Der Boden war so staubig, dass die großen Staubsauger ih­ren Dienst aufgaben und man zuerst zu Wischwasser, Schüppe und Besen greifen musste.

Einige geschichtsbegeisterte Schüler der Jahrgangsstufe 10 (Ef) hatten sich bereit erklärt, zusammen mit dem ehemaligen Geschichtslehrer und stellvertretenden Schulleiter Gerd Buller, dem die Einrichtung eines Schulmuseums immer schon ein Anliegen war, diese Aufgabe in der Projektwoche zu übernehmen. Die Außentemperaturen näherten sich der 30-Grad-Marke, und genauso warm war es unter dem Dachstuhl, was aber der guten Stimmung keinen Abbruch tat, wie auf den Fotos zu sehen ist.

  Foto: Privat

Am zweiten Tag ging es nach der Grundreinigung an die Sammlung und Präsentation noch vorhandener oder wiederhergestellter Exponate. Drei „Räume“ wurden unter dem Dach gestaltet: im Zentrum der originalgetreue Nachbau einer Internatsschlafstatt, wiederhergestellt nach historischen Aufnahmen und ausgestattet mit verbliebenem Originalmobiliar vom Nachtschränkchen bis zur Waschschüssel.

Auf der anderen Seite findet sich der Nachbau eines kleinen Klassenraumes mit einer Schulbank aus den Anfängen der Schulzeit, Kartenmaterial und einer Tafel mit dem Alphabet in feiner Sütterlin-Handschrift. Die alte Pausenglocke auf der Kommode darf natürlich nicht fehlen. Im hinteren Bereich befindet sich die Anmutung eines Näh- und Klavierzimmers aus alter Zeit.

  Foto: Privat

Ein Telexgerät, früher Vorläufer heutiger E-Mail-Kommunikation, technisches Gerät der 1970er und 1980er Jahre und Geräte aus den Physik- und Chemieräumen erinnern den Besucher daran, wie rasant sich der technische Wandel in unserem Jahrhundert vollzieht. Der heutigen Generation ist das Kassettenabspielgerät inzwischen genauso unbekannt wie ein 8-mm-Filmprojektor, geschweige denn ein Epidiaskop.

Natürlich kommt auch der Sport nicht zu kurz mit einem Turnpferd aus alter Zeit. Und die im Jahr 1926 vom damaligen Abschlussjahrgang gestiftete Glocke wartet noch immer darauf, aus einem wiedererrichteten Türmchen zum Angelusgebet rufen zu können.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6118720?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Fahrlässige Tötung durch Versäumnisse beim Grünschnitt
Gegen zwei Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Wadersloh wurde Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben.
Nachrichten-Ticker