Neue Weststraße
Breit genug für die Begegnung?

Ahlen -

Die neue Weststraße – ein schmaler Schlauch. Und breit genug für Begegnungen? Die Meinungen gehen auseinander.

Samstag, 13.10.2018, 10:24 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 13.10.2018, 10:24 Uhr
Blick zum Wochenende auf die neue Weststraße: Der Bürgersteig rechts ist fast fertig. In der nächsten Woche geht‘s an die letzten Meter auf der linken Seite. Danach wird die Fahrbahn gepflastert.
Blick zum Wochenende auf die neue Weststraße: Der Bürgersteig rechts ist fast fertig. In der nächsten Woche geht‘s an die letzten Meter auf der linken Seite. Danach wird die Fahrbahn gepflastert. Foto: Ulrich Gösmann

Vorfreude klingt anders: „Wie soll das funktionieren, wenn‘s fertig ist?“ fragt sich Anlieger Bernhard Lenferding als bekennender Gegner des Ausbaus Weststraße zur Begegnungszone. Seine Schwester Petra Becker gibt Antwort – und prognostiziert: „Die werden den Bürgersteig kaputtfahren.“ Probleme, die Stadtsprecher Frank Merschhaus nicht sieht: „Zwei Pkw gelangen problemlos aneinander vorbei.“

Freitagvormittag. Die Woche ist fast geschafft, der Bürgersteig auf nördlicher Seite ebenso. Nächsten Dienstag sollen ums Eck die letzten Pflastersteine liegen, dann geht‘s gegenüber in die letzte Halbrunde. Zwei Wochen drauf, dann ist die Fahrbahn dran. Alter Asphalt raus, neuer Schotter rein, Dränasphalt drüber und – zu guter Letzt – die Pflastersteine verlegt, die auch schon auf den Gehwegen liegen.

Wie soll da noch Gegenverkehr passen, fragen sich Bernhard Lenferding und Petra Becker.

Wie soll da noch Gegenverkehr passen, fragen sich Bernhard Lenferding und Petra Becker. Foto: Ulrich Gösmann

„Die Fertigstellung ist nach wie vor im Laufe des nächsten Monats zu erwarten, damit das vorweihnachtliche Geschäft auch möglichst störungsfrei über die Bühne gehen kann“, signalisiert Frank Merschhaus. Der Stadtsprecher ist erwartungsfroher Stimmung: „Erste Stimmen, die man jetzt von Passanten wahrnimmt, sind mit der ebenen Oberfläche in den Seitenbereichen sehr zufrieden.“ Und auch das: Befürchtungen, es wäre künftig kein Begegnungsverkehr mehr möglich, könne man entkräften. „Zwei Pkw gelangen problemlos anein­ander vorbei, auch Lkw können sich dort begegnen, wenn einer von beiden kurz hält.“ Die Verkehrsberuhigung der Weststraße und die Förderung von Rücksicht und Vorsicht sei wesentlicher Bestandteil aller Planungen, was allein schon die künftige „Tempo 20“-Regelung ausdrücke.

Tempo 20? Bernhard Leferding will nicht dran glauben. „Die kommen hier mit Tempo in die Runde.“ Sagt‘s und zeigt zur Kreuzung am Kunstmuseum, die aktuell dicht ist. Warum sollte es nach der Baustelle anders sein als vorher? 5,90 Meter an breiter Stelle, 4,80 Meter an schmaler mögen nach viel klingen. Wenn sich zwei Fahrzeuge begegnen, weiche mindestens einer auf den Gehweg aus. „Ich sehe die Fußgänger schon zur Seite springen“, mutmaßt Petra Becker. Wo da noch Fahrradfahrer hinpassen sollen, sei ihr ein Rätsel. Das werde Stress. Der Laster der Kanalbauer, der zeitgleich an den Geschwistern vorbeirollt, bestätigt sie. Der allein brauche doch schon fast die ganze Breite.

Bernhard Lenferding zeigt runter auf Stolperfallen vor seiner Immobilie. Die Gitter des Kellerschachts schlössen lang dran runter nicht mehr bündig, seitdem Schäden am Rahmen ausgebessert worden seien. Wer aus dem Geschäft komme, gehe Gefahr, einen Satz zu machen. Im Rathaus habe er es am 17. September an entsprechender Stelle gemeldet. „Passiert ist aber bis heute nichts. Die versuchen, das auszusitzen“, mutmaßt Bernhard Lenferding.

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