„Children‘s Big Band“ in der Stadthalle
Wie ein Wirbelsturm

Ahlen -

In Worte fassen lässt sich das, was die Besucher des Auftaktkonzertes der Jazz-Reihe der Kulturgesellschaft in der Stadthalle erlebt haben, kaum. Denn die „Children‘s Big Band“ aus Rostow am Don fegte wie ein Wirbelwind durch den kleinen Saal, dass den Zuhörern Hören und Sehen verging.

Samstag, 13.10.2018, 19:20 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 13.10.2018, 19:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 13.10.2018, 19:20 Uhr
Souverän führte Andrej Machnew die Mitglieder der „Children‘s Big Band“ durchs Konzertprogramm, mti dem die Reihe „Get Jazzed“ der Kulturgesellschaft am Donnerstagabend eröffnet wrrde.
Souverän führte Andrej Machnew die Mitglieder der „Children‘s Big Band“ durchs Konzertprogramm, mti dem die Reihe „Get Jazzed“ der Kulturgesellschaft am Donnerstagabend eröffnet wrrde. Foto: Dierk Hartleb

Andreas Blechmann, der die Reihe „Get Jazzed“ aus der Taufe gehoben hat, hatte in seiner Begrüßung nicht zu viel versprochen, als er vollmundig erklärte, dass sich die jungen Musikerinnen und Musiker im Alter zwischen sieben und 14 Jahren nicht hinter professionellen Big Bands verstecken müssten – auf Namensnennungen hatte Blechmann wohlweislich verzichtet.

Der Leiter der Bartholomäuskantorei war von dem fetzigen Einstig des 25-köpfigen Orchesters ebenso begeistert wie das Publikum, dem die Akkorde nur so um die Ohren flogen. Trotz des schwindelerregenden Tempos, dass die Mädchen und Jungen vorlegten, war Andrej Machnew als BigBand-Leiter immer einen Takt voraus und spornte sie an, musikalisch noch mehr aus sich herauszugehen. Mit seinem dunklen, wallenden Haar entsprach er dem Bild eines selber begnadeten Musikers, der in seiner Aufgabe voll und ganz auf geht. Allein die Zwiegespräche mit Mädchen und Jungen seiner Band und der Dialog mit dem Publikum, der in einigen deutschen Brocken und einem leicht radebrechenden Englisch bestand, war Unterhaltung pur.

Was die ungestümen jungen Musikerinnen und Musiker nicht hinderte, noch mehr Gas zu geben. Wie der Schlagzeuger, der sich mit seinen Soli immer wieder Zwischenapplaus verdiente. Wobei die jungen Solistinnen und Solisten mit Saxofon, Trompete, Klarinette und Posaune dem Drummer und der Virtuosin am E-Piano in nichts nachstanden. Bekannte Standards gehörten ebenso zum Repertoire wie weniger  be-kannte Arrangements, bei denen die Bandmitglieder ihrer Spielfreude vollen Lauf lassen konnten.

Ein Quartett mit E-Piano, Bass, Schlagzeug und Saxofon wurde zwischenzeitlich aktiv und spielte Jazz vom Feinsten. Und fast nebenbei zeigte einer der jungen Drummer, dass er auch stimmlich etwas draufhat und überzeugte mit einer atemberaubenden Selbstsicherheit und Reife beim Vortrag im Stil eines Entertainers. Den Kontrapunkt setzte die junge Lada, die ihre Qualitäten als Jazz-Sängerin demonstrierte.

Das Wunder dieser Professionalität erklärte Uwe Plath, Leiter der Dortmunder Jazz-Akademie. An der Ros­tower Jazz-Schule „Kim Nazaretov“ beginnen die Kinder bereits im Alter von drei Jahren mit Gesangs- und Rhythmikunterricht, danach entscheiden sie sich für ein Hauptinstrument. Am Wochenende gastieren die Rostower beim großen Big-Band-Festival in Dortmund, anschließend geht es nach Paris.

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