Theater „Würfelbrot“
Anders sein ist vollkommen in Ordnung

Ahlen -

Das Brille-Theater zeigte in Grundschulen das Stück „Würfelbrot“, in dem es um einen autistischen Jungen geht. Damit sollte den Kindern gezeigt werden, das Menschen, die anders sind, auf ihre Art doch normal sein können.

Dienstag, 06.11.2018, 21:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 06.11.2018, 21:00 Uhr
In der Geschichte „Würfelbrot“ wohnen Elsa und ihr Onkel Walter zusammen in einem Haus und sind ungemein fasziniert von Höhlen. Dann taucht plötzlich der autistische Cousin Valentin (M.) auf.
In der Geschichte „Würfelbrot“ wohnen Elsa und ihr Onkel Walter zusammen in einem Haus und sind ungemein fasziniert von Höhlen. Dann taucht plötzlich der autistische Cousin Valentin (M.) auf. Foto: Ralf Steinhorst

Am Montagmorgen zum Schulbeginn ging es für die rund 140 Dritt- und Viertklässler der Paul-Gerhardt-Schule zunächst nicht in die Klassen zum Unterricht, sondern in die Aula zum Theaterstück „Würfelbrot“. Dort allerdings lernten sie auch Wichtiges. Nämlich das Anders sein eben auch vollkommen okay ist.

Es war die bereits fünfte Aufführung des Brille-Theaters aus Witten, das in Ahlen auch durch Auftritte bei „Raus in die Langst“ bekannt ist. Noch am gleichen Morgen folgte ein weiterer Auftritt mit dem Stück in der Mammutschule.

Demokratie Leben

„Unsere Schule hat das Theaterstück vom Projekt „Demokratie Leben“ geschenkt bekommen“, erklärte Schulleiterin Julia Beier. Der Aktions- und Initiativfonds des Projekts, hinter dem das Bundesministerium für Familie, die AWO, das Bürgerzentrum und die Stadt Ahlen als Kooperationspartner stehen, hatte das Theaterstück finanziert. Die Idee, die Aufführung nach Ahlen zu holen, hatte der Schulsozialarbeiter Trägerverband an Ahlener Schulen zusammen mit Jugendecke Nord des Kirchenkreises Hamm.

Das Brille-Theater kann schwere Themen leicht verpacken.

Tobias Winopall

„Das Brille-Theater kann schwere Themen leicht verpacken“, ist Tobias Winopall von der Jugendecke Nord ein Fan von dem Ensemble. In diesem Fall stand Autismus als Symbol für alle anderen Behinderungen, die es gibt. Auch Arbeitsmaterial zu dem Theaterstück, damit es in den Klassen nachbereitet werden kann.

  Foto: Ralf Steinhorst

Bedienungsanleitung

In der Geschichte wohnen Elsa und ihr Onkel Walter zusammen in einem Haus und sind fasziniert von Höhlen. Sie wissen, dass sich auch unter ihrem Haus eine Höhle befindet und wollen diese fachmännisch erkunden. Doch eines Tages steht Elsas Cousin Valentin vor der Haustür und bringt den Haushalt mit seinem Autismus völlig durcheinander, was Elsa so gar nicht gefällt. Gut, dass Valentin eine Bedienungsanleitung mitgebracht hat, wie man am besten mit ihm umgeht. Ein Höhlengang der Drei führt aber dazu, dass sie sich zusammenraufen.

  Foto: Ralf Steinhorst

Damit aber war das Theaterstück noch nicht zu Ende, die Schauspieler Jörg Peter Gabriel Schunck und Meike Wiemann, bereiteten es anschließend mit den Schülern auf. Was denn an Valentin anders war, wollte sein Darsteller Gabriel Schunck wissen. Nämlich das Valentin Tages- und Wochenpläne für seine Struktur braucht, weil er mit Veränderungen nur schwer umgehen kann. Er selbst sieht sich als vollkommen normaler Mensch. „Ich finde Onkel Walter und Elsa auch nicht normal“, verdeutlichte Gabriel Schunck, dass Normalsein auch immer Ansichtssache sein kann. „Braucht man für euch nicht auch manchmal eine Bedienungsanleitung“, gab der Schauspieler den Schülern zum Schluss zum Bedenken.

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