Sitzung des Beirats für behinderte Menschen
Barrierefreiheit im Fokus

Ahlen -

Die vielen Baustellen und -vorhaben nahm der Beirat für behinderte Menschen bei seiner jüngten Sitzung n den Blick. Vor allem soll dabei die Barrierefreiheit nicht vergessen werden.

Samstag, 10.11.2018, 11:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 10.11.2018, 11:00 Uhr
Der Radverkehr soll in Ahlen künftig in den fließenden Verkehr eingegliedert werden. Ein Vorhaben, das der Beirat für behinderte Menschen mit Sorge betrachtet.
Der Radverkehr soll in Ahlen künftig in den fließenden Verkehr eingegliedert werden. Ein Vorhaben, das der Beirat für behinderte Menschen mit Sorge betrachtet. Foto: Ulrich Gösmann

Kaum eine Stelle in der Stadt, in der keine Baufahrzeuge zu sehen sind. Jede Baustelle oder Straßenumgestaltung hat auch immer der Beirat für behinderte Menschen mit im Blick und achtet darauf, dass alles barrierefrei umgestaltet wird. Baudezernent Andreas Mentz berichtete bei der Sitzung des Beirats am Donnerstag in der Stadtbücherei den Mitgliedern von den Fortschritten.

Bewährungsprobe für den Marktplatz

„Die Arbeiten im JuK-Haus befinden sich auf der Zielgeraden, noch vor Weihnachten werden wir fertig.“ Dort sei mit Blick des Behindertenrates die Barrierefreiheit beachtet worden, dazu gehören Kontraste in den Fluren und die Berücksichtigung von Nachhallzeiten in den Räumen. Auf dem Marktplatz befänden sich die Arbeiten ebenfalls kurz vor dem Abschluss, berichtet der Baudezernent. In der kommenden Woche sollen dort bereits die ersten Veranstaltungen stattfinden und damit auch die Bewährungsprobe für die Barrierefreiheit. Zuerst gehört der Platz den Karnevalisten, danach findet das Gedenken für den Volkstrauertag statt, bevor dann mit dem Ahlener Advent einen echte Bewährungsprobe für den neuen Platz bevorsteht.

Bushaltestellen

Derzeit werden auch die Bushaltestellen weiter umgebaut. Dort laufen die Arbeiten allerdings nicht in der mit dem Beirat abgestimmten Reihenfolge, erklärte Mentz. „Wir stimmen uns in diesem Fall mit den laufenden Bauarbeiten ab und ziehen gegebenenfalls Haltestellen in Bereichen, die aufgrund von Bauarbeiten gesperrt sind, vor.

Zur Barrierefreiheit am Bahnhof informierte Lutz Henke von der Verwaltung den Beirat. „Die Aufzüge und Rampen kommen“, versicherte er. Ob das allerdings gleichzeitig mit der Aufnahme des Betriebs des RRX fertig sei, könne er nicht garantieren. „Wir rechnen eher damit, dass es Anfang 2020 wird.“ Auf jeden Fall werde im Frühjahr 2019 die Baustelle eingerichtet. „Wir kämpfen seit 23 Jahren für den barrierefreien Bahnhof“, sagte der Vorsitzende des Beirats, Friedel Paßmann. „Wir können jetzt schon damit beginnen zu jubeln, dass das Projekt nun endlich in Angriff genommen wird.“

Nicht nur Menschen mit Behinderungen habe Sorge davor, dass die Radwege verschwinden sollen.

Friedel Paßmann

Ein weiteres Thema war das Radwegenetz, das Paßmann am Herzen lag. „Nicht nur Menschen mit Behinderungen habe Sorge davor, dass die Radwege verschwinden sollen“, sagte Paßmann. „Die roten Flächen verschwinden nicht komplett, und es ist auch weiterhin möglich, darauf Rad zu fahren“, stellte Mentz klar. Nur, wenn neue Straßen gebaut werden, sei die Stadt aus rechtlichen Gründen dazu verpflichtet, den Radverkehr über die Straße im fließenden Verkehr zu führen. Mentz ist überzeugt, dass das auch klappen werde. Wir werden darüber noch ausführlich informieren, sind mit den Fahrschulen im Gespräch und haben Informations-Kampagnen geplant.“ Zuletzt bat Paßmann Mentz noch darum, auch bei der eventuellen Sanierung des Rathauses die Barrierefreiheit im Blick zu haben. „Darauf legen wir großen Wert.“

Leitfaden ohne Anspruch auf Vollständigkeit

Die Datenschutzgrundverordnung (kurz DSGVO) sorgt für Schwierigkeiten beim Erstellen der Neuauflage des Leitfadens für Behinderte. Bisher sei immer Wert darauf gelegt worden, den Leitfaden mit einem Anspruch auf Vollständigkeit zu erstellen“, erklärte Verwaltungsmitarbeiterin Stefanie Lahme bei der Sitzung des Beirates für behinderte Menschen.Doch nun müssen alle Personen, deren Daten in diesem Leitfaden enthalten sind, zuvor gefragt werden, ob sie mit einer Veröffentlichung einverstanden sind. Das betreffe Ärzte, Inhaber von Apotheken und viele mehr, die sich speziell um die Belange dieser Personengruppe kümmern, erklärte Stefanie Lahme. Wer sich nicht rechtzeitig bei uns meldet und sein Einverständnis zur Veröffentlichung erklärt, wird im Leitfaden nicht enthalten sein. Der Grund dafür sei nicht erheblich, es reiche, wenn jemand nur eine Rückmeldung versäumt habe, betonte Lahme. Der Vorsitzende des Beirates, Friedel Paßmann, bedauerte, dass diese neue Verordnung solche Folgen hat. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich so vom Gesetzgeber gewollt war.“

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