Ralf Topp
„Ein Lobbyist der sozialen Gerechtigkeit“

Ahlen -

Er gilt als Macher, der beharrlich seine Ziele verfolgt. Ralf Topp, Geschäftsführer des Unterbezirks Ahlen-Beckum-Hamm der Arbeiterwohlfahrt, geht mit Ablauf des Jahres in den Ruhestand.

Montag, 12.11.2018, 20:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 12.11.2018, 20:00 Uhr
Der zukünftige Ruheständler Ralf Topp dankte auch seiner Frau Christiane.
Der zukünftige Ruheständler Ralf Topp dankte auch seiner Frau Christiane.

Ralf Topp hat wie kaum ein anderer die Ahlener Soziallandschaft geprägt. Wenn er am Ende des Jahres als Geschäftsführer des Unterbezirks Ahlen-Beckum-Hamm der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in den Ruhestand geht, wird es einen spürbaren Einschnitt geben. Das attestierten dem angehenden Pensionär am Montag neben den rund 140 Gästen in der Stadthalle auch die prominenten Festredner. Durch die rund einstündige Feier führte Axel Ronig als Moderator.

Der hob auch gleich in seiner launigen Rede positive Eigenschaften des gebürtigen Sauerländers hervor: „Du konntest mit deiner positiven Sturheit vieles in der professionellen Sozialarbeit durchsetzen“, lobte der Moderator. Das ließ Ralf Topp jedoch nicht so stehen und erlaubte sich einen Zwischenruf: „Das ist keine Sturheit, das ist Beharrlichkeit.“ Bezeichnend aber: Die den Sauerländern oft zugeschriebene Sturheit wurde im Laufe der Reden noch öfter zitiert. Der zukünftige Ruheständler trug es mit zufriedener Fassung.

Axel Ronig gab dann noch einen schnellen Überblick über die Zeit Ralf Topps in der Awo. Angefangen hat diese 1986 im Kreisverband, 1996 übernahm Ralf Topp den neuen Unterbezirk als Geschäftsführer. „Jetzt hast die die Weichen für die Fusion mit Unna zum neuen Unterbezirk Ruhr-Lippe-Ems gestellt“, hob Ronig hervor.

Großes Lob für die kontinuierliche Arbeit für Chancengleichheit hob der Awo- Vorsitzende Günter Harms hervor. „Unter deiner Führung hat die Awo eine wirtschaftliche Bedeutung gewonnen.“ Harms erzählte auch von Ralf Topps Art, zur Arbeit zu kommen: „Damals wohnte Ralf noch im sauerländischen Menden, ein Weg von zweimal täglich 50 Kilometern – aber mit dem Rad!“

„Er hat nie viele Worte gemacht, aber wenn er was sagte, war es von Bedeutung“, attestierte Geschäftsführerkollege Jochen Winter. Und berichtete auch von der Liebe zu gutem Essen, Rotwein und vor allem den „guten Havannas“: „Das nötigte damals einige Mitarbeiterinnen, die Türen vor dem Tabakgeruch abzudichten“, verriet Winter und nahm auch gleich die Vorliebe des Gefeierten für extravagante Kleidung auf die Schippe: „Neben dir würde selbst Thomas Gottschalk verblassen.“

„Ich bemühe nun einen Kalauer, aber den ernst gemeint: Sie waren ,Topp‘ für diese Stadt“, dankte Bürgermeister Dr. Alexander Berger für die Zusammenarbeit in Vertrauen und Hilfsbereitschaft. Ralf Topp sei ein Lobbyist der sozialen Gerechtigkeit. So sah das auch der Hammer Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. „Mir gefielen Ihre kurzen und knappen Anrufe immer gut. Ohne großes Drumherum, was im sozialen Bereich nicht immer so ist“, schmunzelte er. Er dankte für die zahlreichen vom Unterbezirk betriebenen Kindergärten und hob die gute Kooperation in der Flüchtlingsarbeit hervor.

Schließlich verabschiedeten sich auch die Ahlener Kitaleitungen von ihrem scheidenden Chef. Sprecherin Djenan Salah übergab ein Buch der Erinnerung mit den Fotos und Geschichten zu zahlreichen gemeinsam verbrachten Stunden.

Ralf Topp beendete den Reigen der Reden mit seinem eigenen Statement. „Zu allererst bedanke ich mich bei meiner Frau Christiane, die mich all die Jahre ertragen hat“, sagte er. Er freue sich auf den neuen Lebensabschnitt und gedenke, sich nicht jetzt schon mit Planungsstress zu belasten. Für Kurzweil sorge schon die Familie mit den fünf Enkeln und eine ordentliche Liste an Reisezielen.

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