Volkstrauertag
Kriege brachten millionenfachen Tod

Ahlen -

Auf dem neu gestalteten Marktplatz fand am Sonntag das Gedenken zum Volkstrauertag mit Kranzniederlegung statt. Meinolf Thiemann, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums, hielt dabei eine bewegende Rede.

Montag, 19.11.2018, 17:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 19.11.2018, 14:50 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 19.11.2018, 17:00 Uhr
Schulleiter Meinolf Thiemann hielt eine bewegende Gedenkrede. Anschließend legten Oberstleutnant Tim Gadow und Bürgermeister Dr. Alexander Berger am Mahnmal auf dem Marktplatz einen Kranz nieder.
Schulleiter Meinolf Thiemann hielt eine bewegende Gedenkrede. Anschließend legten Oberstleutnant Tim Gadow und Bürgermeister Dr. Alexander Berger am Mahnmal auf dem Marktplatz einen Kranz nieder. Foto: Peter Schniederjürgen

Auf dem neugestalteten Marktplatz wohnten am Sonntag Bürger, Mitglieder der Feuerwehr, ein Ehrenzug der Bundeswehr und zahlreiche Vereine dem Gedenken der Opfer von Terror, Kriegen und Gewaltherrschaft bei. Im Rahmen des Volkstrauertags legten Bürgermeister Dr. Alexander Berger und der Kommandeur des Ahlener Aufklärungsbataillons 7, Oberstleutnant Tim Gadow, vor dem Mahnmal Kränze nieder.

„Dieses Jahr 2018 steht im Zeichen zweier Kriege“, sagte Dr. Berger und bezog sich auf den Dreißigjährigen Krieg und den Ersten Weltkrieg . Der Dreißigjährige Krieg hatte vor 400 Jahren begonnen. „Er brachte Hunger, Epidemien und millionenfachen Tod über das Land und die europäische Ordnung wurde zerschlagen“, erinnerte der Bürgermeister.

Nicht viel anders war es beim Ersten Weltkrieg, der dieser Tage vor 100 Jahren zu Ende ging. „17 Millionen Tote zwischen 1914 und 1918 – junge Soldaten überlebten oft keine 24 Stunden an der Front in diesem apokalyptischen Krieg“, mahnte Dr. Berger und wies darauf hin, dass dies nur der Auftakt zum unvergleichlich größeren Massensterben im Zweiten Weltkrieg war.

Berger bedankte sich bei der Auszubildenden der Stadt, Julia Pawlukow, die einen mahnenden Aufruf verlas, und bei Oberstleutnant Tim Gadow, Kommandeur des Aufklärungsbataillons 7, für die Fortsetzung der langen Tradition des gemeinsamen Gedenkens von Stadt und Bundeswehr auf dem Marktplatz.

Die Gedenkrede hielt Meinolf Thiemann , Schulleiter des Städtischen Gymnasiums. Darin erinnerte er an die Werte, die Schule ausmachen. „An unserer Schule gibt es Schüler mit Fluchterfahrungen. Sie mussten um ihr Leben fürchten“, hob Meinolf Thiemann hervor. Und das, um in ein Land zu gelangen, in dem sie nicht einmal von jedem freundlich empfangen worden seien. Der Schulleiter betonte die Wichtigkeit, sich für Freiheit und Demokratie aktiv einzusetzen.

Julia Pawlukow verlas anschließend den Aufruf, die Opfer von Gewalt, Rassismus und Kriege nicht zu vergessen und ihren Tod als Mahnung zu nehmen. Gemeinsam gingen Kommandeur Tim Gadow und Alexander Berger dann zum Ehrenmal, wo sie traditionsgemäß die Schleifen der dort niedergelegten Kränze richteten und im Gedenken an die Opfer verweilten.

Abschließend kündigte der Bürgermeister die bald beginnende Haus- und Straßensammlung des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) an. „Versöhnung über den Gräbern lautet das Leitmotiv des Verbands, der sich um den Erhalt der für unser Gedenken wichtigen Mahnmale einsetzt“, rief Berger zu Spenden auf, „denn schon kleine Beträge helfen, diese wichtige Versöhnung über den Gräbern umzusetzen“.

Mit Blick auf die Europawahl am 26. Mai appellierte der Bürgermeister, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen: „Europa ist anstrengend, doch die Toten der vergangenen Kriege hätten sich sehr gewünscht, dass die Politiker sich auch nur einen Bruchteil dieser Mühen gemacht hätten, um diese kriegerischen Exzesse zu verhindern.“

Zum Ende der Gedenkfeier erklangen die National- und die Europahymne „Ode an die Freude“ aus Beethovens neunter Symphonie. Es spielte der Musikverein Vorhelm.

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