Bürgerzentrum Schuhfabrik
Die Mauer mit den Augen eines Teltowers

Ahlen -

Die Mauer aus der Perspektive Teltows hat der Künstler Hans-Jürgen Brauer in seinen Bildern festgehalten. Am Samstag war er zum Künstlergespräch in Ahlen.

Sonntag, 25.11.2018, 11:26 Uhr aktualisiert: 25.11.2018, 16:08 Uhr
Hans-Jürgen Brauer vor einem Bild der abgerissenen Brücke über dem Teltower Kanal. Der Abriss verhinderte, dass Fluchtwillige nach West-Berlin gelangten.
Hans-Jürgen Brauer vor einem Bild der abgerissenen Brücke über dem Teltower Kanal. Der Abriss verhinderte, dass Fluchtwillige nach West-Berlin gelangten. Foto: Ralf Steinhorst

Seit dem 16. November ist die Ausstellung „Teltow und die Mauer“ mit Werken von Hans-Jürgen Brauer in der „etage 1“ des Bürgerzentrums Schuhfabrik zu sehen. Am Samstagnachmittag war der Teltower Künstler zum Künstlergespräch anwesend. Organisiert hatten die Ausstellung die Ahlener Mechthild und Dieter Massin.

Mechthild Massin begrüßte neben Hans-Jürgen Brauer auch Gäste aus den lettischen Städten Riga, Ventspils und Limbazi sowie den litauischen Städten Vilnius und Kaunas, die zu dem Treffen des Europäische Seniorennetzwerk Ahlen ESNA am Samstagabend angereist waren. Die Mauer ziehe sich immer wieder durch die Aktivitäten der Gruppe betonte Mechthild Massin: „Alle diese Menschen hätten wir durch den Mauerfall nicht kennengelernt.“

Acht Bilder von Hans-Jürgen Brauer mit dem Bezug zur Mauer sind ausgestellt. Ahlens Partnerstadt Teltow lag in Zeiten des kalten Krieges unmittelbar an der Grenze zu Westberlin.

Auffällig für die Betrachter war, dass die Bilder erst in den Jahren von 1989 bis 2009, also nach dem Mauerfall, entstanden sind. „Wer vor dem Mauerfall die Mauer malte, bekam Schwierigkeiten mit dem Staat“, begründete der Künstler diese Tatsache.

Wer vor dem Mauerfall die Mauer malte, bekam Schwierigkeiten mit dem Staat.

Hans-Jürgen Brauer

Auf der anderen Seite habe er die Mauer immer vor Augen gehabt, denn die Häuser Teltows hätten teilweise in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Bauwerk gestanden. „Nach dem Mauerfall habe ich die Situationen, wie ich sie kannte, dann gezeichnet“, erklärte Hans-Jürgen Brauer.

Vor allem, weil nach November 1989 die Mauer zu einem großen Thema geworden sei. So hat Brauer mit der Teltower Jugendkunstschule einige der Elemente aus Mauer bemalt. Von den vielen Kilometern in Teltow sind nur noch 13 Elemente geblieben, die allerdings als einzelne Stelen nicht miteinander verbunden sind, sondern heute als Kunstwerke aufgestellt wurden. Alle anderen Elemente wurden verkauft.

Nach dem Fall stand die Mauer in Teltow noch fünf Jahre, so dass die Bilder der realen Situation entsprechen. Lediglich den Gang zwischen zwei Mauerreihen mit Wachturm hat Hans-Jürgen Brauer konstruiert.

Die Ausstellung kann noch bis zum 30. November in der ersten Etage des Bürgerzentrum Schuhfabrik besucht werden. Ausstellungszeiten sind Montag bis Samstag von 10 bis 22 Uhr, der Eintritt ist frei.

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