Ahlener Krankenhaus macht mobil
„Pflegefänger“ auf Protestmarsch

Ahlen -

Als Pflegefänger sehen sich die Teilnehmer eines ungewöhnlichen Protestmarsches, mit dem das Ahlener St.-Franziskus-Hospital auf den Pflegenotstand aufmerksam machen will. Ziel: Münster. Wegbegleiter sind aufd er Zwei-Tages-Tour willkommen.

Dienstag, 27.11.2018, 11:48 Uhr aktualisiert: 27.11.2018, 17:40 Uhr
Die „Pflegefänger von Ahlen“ brauchen Unterstützung. Gemeinsam mit den Mitarbeitern des St.-Franziskus-Hospital brechen sie zu einem Fußmarsch nach Münster auf.
Die „Pflegefänger von Ahlen“ brauchen Unterstützung. Gemeinsam mit den Mitarbeitern des St.-Franziskus-Hospital brechen sie zu einem Fußmarsch nach Münster auf. Foto: St.-Franziskus-Hospital

Mit der Aktion „Die Pflegefänger von Ahlen“ wollen Pflegepersonal und Ärzte des Ahlener St.-Franziskus-Hospitals am kommenden Samstag und Sonntag mit einem zweitägigen Fußmarsch nach Münster auf den Pflegemangel aufmerksam machen.

Derzeit, so heißt es in einem als Eilmeldung deklarierten Aufruf, gebe es etwa 35 000 offene Stellen in Alten- und Krankenpflege in Deutschland. Gerade die Krankenhäuser würden gerne Pflegepersonal einstellen, aber es gebe zu wenig junge Menschen, die diesen Beruf ergreifen wollen.

Auch das St. Franziskus-Hospital Ahlen spürt deutlich den Pflegekräftemangel. Trotz umfangreicher Maßnahmen, wie zum Beispiel die Zahlung einer Prämie für geworbene Mitarbeiter, sei es schwer, offene Stellen zu besetzen. Insbesondere Krankenhäuser in ländlichen Regionen seien benachteiligt in der Personalgewinnung, da größere Städte für junge Menschen oft attraktiver erscheinen.

So will keiner mehr pflegen und so will auch keiner mehr gepflegt werden.

St.-Franziskus-Hospital

Allen im St.-Franziskus-Hospital sei bewusst: „Wenn nicht bald die Politik Arbeitsbedingungen schafft, die auch durch die Krankenhausträger finanzierbar sind, wird das Versorgungssystem in den Krankenhäusern zusammenbrechen. Der Mangel an Pflegekräften wird immer gravierender. Viele langjährige, hoch qualifizierte Pflegekräfte quittieren ihren Job vor der Rente oder flüchten in die Teilzeit. Der Pflegenachwuchs gibt reihenweise in den ersten Jahren auf.“ Fazit: „So will keiner mehr pflegen und so will auch keiner mehr gepflegt werden.“

Mit dem Marsch unter dem Motto „Die Pflegefänger von Ahlen“ möchte das gesamte Personal des Krankenhauses ein Zeichen setzen und darauf aufmerksam machen, dass es sich lohnt, im St. Franziskus-Hospital Ahlen zu arbeiten und gemeinsam die medizinische Versorgung sicher zu stellen. Grimms „Rattenfänger von Hameln“ stehen in abgewandelter Form Pate.

Ärztlicher Direktor Dr. med. Frank Klammer hat die Idee aus dem Pflegeteam aufgenommen und ruft nun die Bürger dazu auf, die Aktion zu unterstützen. Besonders willkommen bei dieser außergewöhnlichen Wanderung sind Bewerber für die Unterstützung des Pflegeteams aller Fachbereiche. Auch Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Stadtverwaltung, die Krankenpflegeschule und Hebammenschule unterstützen die Aktion.

Die Marschroute im Überblick

Treffpunkt zum Abmarsch ist am Samstag, 1. Dezember, um 9 Uhr der Hauptparklatz des Hospitals. Die Wanderung beginnt um 10 Uhr. Der Marsch führt über den Wersewanderweg. Erste Rast ist beim MHD in Drensteinfurt, zweite auf dem Marktplatz von Rinkerode. Der erste Wandertage endet in Albersloh am Marktplatz mit Einkehr im Restaurant / Hotel Gerschmann. Die Heimreise ist privat zu organisieren.

Fortsetzung am Sonntag, 2. Dezember: Um 9.30 Uhr geht es ab Hotel Gerschmann weiter. Erste Rast ist auf dem Marktplatz Angelmodde, Ziel mit Abschlussgrillen ist das „Bootshaus an der Werse“, Wersedaipe 28, in Münster-Handorf (erreichbar über einen kleinen Privatweg).

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