Hitzige Diskussionen in Ahlen
Zweite Gesamtschule vertagt

Ahlen -

Hitzige Debatte im Ahlener Schul- und Kulturausschuss: Soll die Städtische Sekundarschule zweite Gesamtschule werden? Eine klare Antwort steht noch aus.

Mittwoch, 28.11.2018, 21:00 Uhr
Redezeit für die kommissarische Leiterin der Sekundarschule: Elisabeth Beier nannte vor dem Fachausschuss die Problempunkte.
Redezeit für die kommissarische Leiterin der Sekundarschule: Elisabeth Beier nannte vor dem Fachausschuss die Problempunkte. Foto: Ulrich Gösmann

Fürs Erste vertagt. Darauf verständigte sich am Dienstagabend der Schul- und Kulturausschuss, weil CDU und FDP zu der von der Verwaltung vorgeschlagenen Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule noch Beratungsbedarf anmeldeten. Zuvor war Petra Pähler-Paul (Bündnis 90/Die Grünen) mit ihrem Antrag gescheitert, die Beratung über den Schulentwicklungsplan und die Beschlussfassung ganz von der Tagesordnung zu nehmen. Schon bei der Abstimmung über den Geschäftsordnungsantrag zeichnete sich ab, wo die Konfrontationslinie der Debatte verlaufen sollte: zwischen Pähler-Paul und ihrer Kollegin auf SPD-Seite, Gabi Duhme.

Es würden sich mehr Eltern für diese Schule entscheiden, wenn sie wüssten, dass ihre Kinder bei uns auch Abitur machen könnten.

Elisabeth Beier

Als Ausgangspunkt für die Verwaltung bezeichnete Schulfachbereichsleiter Christoph Wessels den gemeinsamen Antrag von CDU und SPD vom Dezember 2017, den Schulentwicklungsplan fortzuschreiben. Der sei damals einstimmig angenommen worden, führte Wessels weiter aus. Die Aufgabenstellung für den Schulentwicklungsplaner sei gewesen, das gesamte Schulsystem auf den Prüfstand zu stellen. Dabei sei auch die Rolle der Sekundarschule untersucht worden, die trotz guter pädagogischer Arbeit von der Elternschaft noch nicht die ihr zustehende Akzeptanz finde. Deshalb schlage der Gutachter die Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule vor, wobei er die Risiken für andere Schulen wie die Overbergschule und die Oberstufe des Gymnasiums nicht verschweige. Die Lenkungsgruppe Schulentwicklungsplanung sei in diesen Arbeitsprozess stets eng eingebunden gewesen.

Sie wollten Absetzung, scheiterten aber.

Sie wollten Absetzung, scheiterten aber. Foto: Ulrich Gösmann

Auf Antrag der SPD räumte der Ausschuss unter heftigem Protest Pähler-Pauls und des Chefs der Freien Wähler Heinrich Artmann („Das geht gar nicht“) der kommissarischen Leiterin der Sekundarschule, Elisabeth Beier die Möglichkeit ein, ihre Gründe darzulegen, warum ihre Schule unbedingt Gesamtschule werden müsse. Bei der Abstimmung setzte sich Duhme mit Unterstützung der Linken und der BMA mit sechs zu fünf Stimmen gegen CDU, Grüne und FWG durch.

Redezeit für Elisabeth Beier.

Redezeit für Elisabeth Beier. Foto: Ulrich Gösmann

„Wir machen in der Sekundarschule gute Arbeit“, stellte Beier an den Beginn ihrer Vorstellung. Aber es sei schwierig, den Schülern ein „Sprachbad“ zu bieten, wenn der Anteil der Migranten – darunter 88 Flüchtlinge – 75 Prozent betrage. „Wir haben viele tolle Kinder“, führte Elisabeth Beier weiter aus, was sich auch daran zeige, dass beim Entlassjahrgang dieses Jahres 60 Schüler den Qualifikationsvermerk mit der Empfehlung für die gymnasiale Oberstufe erhalten hätten. Sie wünschte sich für ihre Schule noch mehr leistungsstarke Kinder. „Es würden sich mehr Eltern für diese Schule entscheiden, wenn sie wüssten, dass ihre Kinder bei uns auch Abitur machen könnten“, erklärte die kommissarische Leiterin. Und von den Schülern bekomme sie das Feedback, dass sie gerne hier geblieben wären, um das Abitur zu machen.

Alles mit der Bezirksregierung abgestimmt

In der anschließenden Diskussion reagierte Bürgermeister Dr. Alexander Berger auf Vorwürfe Pähler-Pauls, das Gutachten und das Verfahren zur Umwandlung der Schule in eine Gesamtschule entspreche nicht den gesetzlichen Vorschriften. Es sei alles mit der Bezirksregierung abgestimmt, hielt Berger dagegen.  

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