Gymnasium setzt auf digitale Schule
Schluss mit der Kreidezeit am „Städtischen“

Ahlen -

Mit den kommenden Fünftklässlern endet am Städtischen Gymnasium die Kreidezeit. „Sie werden die Ersten sein, die an unserer Schule standardmäßig mit iPads ausgestattet werden“, sagt Schulleiter Meinolf Thiemann.

Freitag, 30.11.2018, 20:00 Uhr
Tim Schlenkert gibt die relevanten Apps für den Unterricht frei. Ein virtuelles Nagelbrett zeigt die geometrischen Figuren.
Tim Schlenkert gibt die relevanten Apps für den Unterricht frei. Ein virtuelles Nagelbrett zeigt die geometrischen Figuren. Foto: Peter Schniederjürgen

Damit ist der erste, aber große Schritt auf dem Weg zur digitalen Schule getan. Dennoch bekennt sich Thiemann auch zu traditionellen Unterrichtsformen: „Wir werden eine Buchschule bleiben und auch Tafeln behalten.“ Doch sei für das Kollegium ausgemacht: Die neue Technik muss in die Traditionsschule einziehen.

„Wir werden die vielfältigen Vorteile für unsere Unterrichte nutzen“, erklärt Thiemann. Vorteil: die Lerneffizienz und die Medienkompetenz der Schüler werden deutlich gesteigert. Doch das ist nicht billig. Die Geräte werden von den Eltern bezahlt. „Mit dem Ausstatter haben wir schon aufgrund der großen Abnahmemenge sehr gute Konditionen ausgehandelt“, beruhigt der Schulleiter. Dazu gibt es eine Vielzahl an Finanzierungsformen, vom steuerlich günstigen Leasing über klassische Ratenzahlungen bis zum Barkauf. Denn es ist Meinolf Thiemann wichtig, dass alle Schüler das gleiche System haben und nutzen. Zum einen sei es für die Lehrer ein Ding der Unmöglichkeiten, alle Oberflächen von allen Herstellern zu kennen. „Dazu können wir uns an die IT der Stadt anschließen, die auf Apple basiert ist“, fügt der Schulleiter an. Ganz wichtig ist es den Pädagogen, dass dieses System über die meisten Bildungsapps verfügt und relativ sicher vor Viren und sonstiger Schadsoftware ist.

Florian, Sophie und Emilia (v.l.) bereiten mit dem handlichen Computer ein Poster für ihr Referat vor.

Florian, Sophie und Emilia (v.l.) bereiten mit dem handlichen Computer ein Poster für ihr Referat vor. Foto: Peter Schniederjürgen

Bereits jetzt werden im Unterricht vermehrt die praktischen Geräte eingesetzt. „Wir verbinden hier logisch den Spieltrieb mit dem Lernen“, fasst Tim Schlenkert zusammen. Er ist Naturwissenschaftler und begeisterter iPad-Nutzer. Er demonstriert beim Pressetermin ein simples Bespiel einer Anfängernutzung: die geometrischen Figuren. „Hier ist ein virtuelles Nagelbrett auf dem Bildschirm und darüber ziehen wir ebenso virtuelle Gummibänder, um die Formen darzustellen. Das kann jeder auf seinem iPad, aber auch per Beamer auf der Leinwand sehen.“ Für Referate sind die kleinen Computer wie geschaffen. „Mit dem iPad macht es viel mehr Spaß und die anderen können dem auch besser folgen“, findet Emilia. Die Schülerin erstellt gerade mit Sophie und Florian eine Grafik für den Unterricht.

„Damit aber die Schüler während des Unterrichts nicht in den unendlichen Weiten des world wide web abtauchen, gibt der Lehrer vor dem Unterricht die für sein Thema relevanten Apps und Anwendungen frei“, erklärt Meinolf Thiemann. Damit sei eine Kontrolle geschaffen. So könne jedes Gerät mittels Klick vom Lehrer überwacht werden. In den Pausen ist es möglich, alle Geräte oder gezielt einzelne auszuschalten. Liegen Hausaufgaben in der Cloud, entfällt Schülers Ausrede, das Heft vergessen zu haben. „Das lässt sich dann auch über das iPad des Nachbarn oder des Lehrers kontrollieren“, schmunzelt Pädagoge Sebastian Wollmann. Sogar im Abwesenheitsfall kann der Schüler Arbeitsblätter aus der Cloud laden.

Meinolf Thiemann und Sebastian Wollmann arbeiten gern mit dem iPad.

Meinolf Thiemann und Sebastian Wollmann arbeiten gern mit dem iPad. Foto: Peter Schniederjürgen

So werden ab dem kommenden Schuljahr nach und nach die jeweiligen Anfängerklassen mit den Geräten ausgestattet. Dazu kommen die Medienscouts. „Schüler, die bereits im Umgang mit den iPads erfahren sind und die jüngeren zum sinnvollen Gebrauch anleiten“, ergänzt der Schulleiter. Denn Meinolf Thiemann weiß genau, dass das Wort aus Schülermund in der Zielgruppe mehr gilt als das des Lehrers.

Weitere Informationen gibt es zum Tag der offenen Tür am Samstag, 1. Dezember, zwischen 9 und 13 Uhr.  

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6225077?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Mit Stichverletzungen ins Krankenhaus
Die Polizei wurde zu einer Messerstecherei gerufen.
Nachrichten-Ticker