Mehr Zeit für die Entscheidung
Beratung über zweite Gesamtschule abgesagt

Ahlen -

Mehr Zeit, um über die Einführung einer zweiten Gesamtschule zu beraten, will Bürgermeister Dr. Alexander Berger den Ratsfraktionen geben.

Montag, 03.12.2018, 16:29 Uhr aktualisiert: 03.12.2018, 16:42 Uhr
Hauptausschuss und Rat werden in diesen Tagen nicht über die Umwandlung der Sekundarschule in eine zweite Gesamtschule beraten.
Die Tür bleibt offen: Hauptausschuss und Stadtrat werden in diesen Tagen nicht über die Umwandlung der Sekundarschule beraten. Foto: Ulrich Gösmann

„Ich habe deswegen entschieden, die Vorlage nicht auf die Tagesordnungen des Hauptausschusses und des Rates zu setzen“, sagte Berger am Montag. Er nehme zur Kenntnis, dass es trotz der seit einem Jahr in der Lenkungsgruppe laufenden Vorbereitungen noch Beratungsbedarf in Teilen der Politik gebe. Nach bisheriger Planung sollten am 11. und 13. Dezember beide Gremien über den Vorschlag beraten und beschließen, dass die Sekundarschule zum 1. August 2019 in eine Gesamtschule umgewandelt wird.

Der von der Verwaltung unterbreitete Vorschlag geht zurück auf einen Antrag der Fraktionen von SPD und CDU aus dem Dezember 2017, den Ahlener Schulentwicklungsplan fortzuschreiben. Laut Antrag sollten damit geprüft werden, „die Notwendigkeit und die damit verbundenen Bedingungen für eine eventuelle Umwandlung der städtischen Sekundarschule in eine Gesamtschule (…) unter Berücksichtigung des vorhandenen Ahlener SEK-II-Angebotes.“ Bereits im März informierte Christoph Wessels als zuständiger Fachbereichsleiter den Schul- und Kulturausschuss über die rechtlichen Voraussetzungen, die Sekundarschule in eine Gesamtschule umzuwandeln. „In dieser Sitzung bestand Einvernehmen, zunächst die Lenkungsgruppe Schulentwicklung ihre Arbeit sachbezogen aufnehmen zu lassen“, erinnert Berger. Erstmals getagt habe die Gruppe dann im Mai. Bis zur letzten Sitzung des Schul- und Kulturausschusses vor einer Woche, in der die Verwaltungsvorlage vorgestellt worden war, tagte die Lenkungsgruppe drei weitere Male.

Dafür ist mir die Sache zu wichtig, um sie jetzt über das Knie zu brechen.

Bürgermeister Berger

Bürgermeister Berger verhehlt nicht seine Verwunderung über den plötzlichen Meinungsumschwung bzw. die unerwartete Reserviertheit einiger Ratsangehöriger. „Noch in der März-Sitzung war im Schul- und Kulturausschuss in dieser Frage eine positive Grundhaltung bei denen zu spüren, die heute gegen die Einführung der zweiten Gesamtschule argumentieren.“ Auch in den Lenkungsgruppensitzungen, an denen er regelmäßig teilgenommen habe, hätten die Zeichen stets tendenziell in Richtung Umwandlung gestanden. Gleichwohl respektiere er die Bedenken aus der Politik, und will nun die Zeit nutzen, trotz intensiver Vorberatung weitere Überzeugungsarbeit zu leisten und im nächsten Jahr die Schulentwicklungsplanung erneut in den Fokus zu nehmen. „Dafür ist mir die Sache zu wichtig, um sie jetzt über das Knie zu brechen.“ Nicht zu verantworten sei das Herbeizwingen einer Entscheidung, die die neue Schule von Beginn an mit der schweren Hypothek belaste, nicht vom breiten Willen des Rates der Stadt Ahlen getragen zu sein.

Berger appelliert an alle politischen Kräfte, sich ihrer Verantwortung für die Bildungschancen der Schüler in Ahlen bewusst zu werden. Es sei bedauerlich, dass wegen der nun ausgesetzten Beratung vermutlich vielen Angehörigen des nächsten Jahrgangs der Zugang zur gewünschten Schulform Gesamtschule verwehrt bleibe. Der noch immer dreistellige Anmeldeüberhang an der Fritz-Winter-Gesamtschule lasse nach seiner Ansicht deutlich den Elternwillen für eine zweite Schule dieser Form erkennen.  

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