Visitenkarte der Stadt angestaubt
Sidney-Hinds-Park wird aufgefrischt

Ahlen -

Kaum eine Ahlener Postkarte, auf der nicht das Blumenbeet aus dem Sidney-Hinds-Park zu finden ist. Die Anlage soll jetzt zeitgemäß überarbeitet werden.

Dienstag, 04.12.2018, 21:00 Uhr
Fünf Meter breite Wege. Wo nicht gelaufen wird, wächst das Kraut. Drei Meter sollen künftig reichen. Unangetastet bleibt das Blumenbeet. Einzig die Buchsbaumumrandung – unlängst vom Zünsler befallen – soll verschwinden. Das schafft freien Blick aufs Blütenmeer.
Fünf Meter breite Wege. Wo nicht gelaufen wird, wächst das Kraut. Drei Meter sollen künftig reichen. Unangetastet bleibt das Blumenbeet. Einzig die Buchsbaumumrandung – unlängst vom Zünsler befallen – soll verschwinden. Das schafft freien Blick aufs Blütenmeer. Foto: Ulrich Gösmann

„Von allem ein bisschen, an keiner Stelle richtig.“ Den Überarbeitungsplänen des Sidney-Hinds-Parks, wie sie am Montagabend im Stadtplanungs- und Bauausschuss vorgestellt wurden, erteilt Petra Pähler-Paul eine Absage: „Was will man mit dem Park? Durchlauf? Aufenthaltsqualität oder archäologischer Besichtigungspunkt?“ fragte sich die Bündnisgrüne. Andere fanden‘s gut, was 310 000 Euro kosten soll und innerhalb des integrierten Handlungskonzepts „Masterplan Ahlener Innenstadt im Trialog“ mit Mitteln aus dem Stadterneuerungsprogramm gefördert werden soll.

Jörg Pieconkowski, Gruppenleiter Grünflächen bei den Ahlener Umweltbetrieben, sah die Anlage aus der Mode gekommen. Einzig dem langgezogenen Blumenbeet hafte noch Postkartenidylle der 60er-Jahre an. Aber sonst? Die Wege seien überdimensioniert. Mit fünf Metern so breit, dass sich hier Autos im Gegenverkehr problemlos begegnen könnten. Drei Meter reichten, denn: „Wo nicht gelaufen wird, wächst das Kraut.“ Abgängige Bäume und Sträucher sollen weichen, ebenso die Buchsbaumumfassung des Blumenbeetes, um den Blick aufs Blütenmeer freizulegen. Die Skulptur des Bergmanns soll weiter nach vorne wandern; Wall und Graben der ehemaligen Stadtbefestigung, die im Sommer freigelegt worden waren, durch einen Geländeschnitt erlebbar werden. Bei der Wahl neuer Bänke und Beleuchtungen soll zum Zuge kommen, was sich auch an anderer Stelle – allem voran im „Berliner Park“ – bewährt habe. Zudem sollen Treppenstufen und Rampe in ihrer jetzigen Form verschwinden, um den Park barrierefrei zu machen.

Alles andere als barrierefrei. Die Stufen verschwinden.

Alles andere als barrierefrei. Die Stufen verschwinden. Foto: Ulrich Gösmann

Barrierefreie Wege – mit Dolomitsandstein? Einspruch von Petra Pähler-Paul. Sie empfahl anderswo einen Probegang mit Rollstuhl im Regen. Dass am vorhandenen Grün auch im Hinds-Park aus Gründen der Verkehrssicherheit und Transparenz Hand angelegt werden soll, erzürnte sie: „Alle Bäume, die irgendwo im Weg stehen, haben einen Schaden.“

Baudezernent Andreas Mentz betonte, dass der Park lediglich restrukturiert und nicht neu entwickelt werde. Das mittlere Beet sei ein Blühband, das nach außen wirke. „Das ist unsere Visitenkarte. Es bleibt ein Original.“

Das ist unsere Visitenkarte. Es bleibt ein Original.

Andreas Mentz zum Blumenbeet

Uwe Maschelski (SPD) stellte sich gegen die Kritik von Pähler-Paul: Dieser Park sei auf jeder Postkarte zu finden. Einst eine Perle, nur in die Jahre gekommen. Karl-Heinz Meiwes empfahl bei der Wahl der Bänke einen Mix aus langen und kurzen. Nicht jeder wolle mit jedem auf einer Bank sitzen.

Der Baudezernent verwies darauf, dass bereits am 2. November ein Förderantrag gestellt worden sei. Die Pläne sollen im Frühjahr diskutiert werden.

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