SPD-Vorsitzender zur Gesamtschule
CDU-Verhalten „eine Frechheit“

Ahlen -

Die SPD ist stinksauer. „Es ist eine Frechheit, was die da machen“, erklärt der Stadtverbandsvorsitzende Sebastian Richter im Gespräch mit unserer Zeitung. Mit „die da“ ist die CDU gemeint, die kurz vor der Entscheidung über die Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule die Notbremse gezogen und dafür gesorgt hat, dass der Bürgermeister das Thema von der Tagesordnung der Hauptausschusssitzung abgesetzt hat.

Dienstag, 04.12.2018, 17:15 Uhr aktualisiert: 04.12.2018, 18:16 Uhr
Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Sebastioan Richter attackiert die CDU wegen ihrer Haltung zur zweiten Gesamtschule.
Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Sebastian Richter attackiert die CDU wegen ihrer Haltung zur zweiten Gesamtschule. Foto: Dierk Hartleb

„Mit uns hat die CDU darüber vorher nicht gesprochen“, winkt Richter ab. Ihm sei dieses „Umfallen“ schleierhaft, sagt er weiter. Spätestens nach der Sitzung der Lenkungsgruppe Schulentwicklungsplanung hätte allen Mitgliedern klar sein müssen, in welche Richtung der Zug rolle. Auch den beiden Vertretern der CDU. Sie stehle sich damit aus der Verantwortung. Es sei ein Stück aus dem Tollhaus, wenn die CDU den von ihr getragenen Bürgermeister, der erklärtermaßen die Errichtung einer zweiten Gesamtschule befürworte, derart vor den Kopf stoße. Offensichtlich zahle sich die große Nähe zwischen dem Rathauschef und dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Peter Lehmann nicht aus.

Viel schwerer wiegen nach Meinung Richters die Nachteile dieses „verantwortungslosen“ Verhaltens für die Schüler der Sekundarschule. „Das ist ein verlorenes Jahr für einen ganzen Jahrgang“, bedauert der SPD-Vorsitzende. Die Sekundarschule habe auf die Umwandlung in eine Gesamtschule konsequent hingearbeitet. In jedem Jahr spielten sich regelrecht „Familiendramen“ bei den Schulanmeldungen ab, wenn die Fritz-Winter-Gesamtschule nach ihrem Auswahlverfahren wieder über 100 Mädchen und Jungen abweise.

Deshalb sei es der richtige Weg, die Sekundarschule mit ihren Akzeptanzproblemen in der Bevölkerung in eine Gesamtschule umzuwandeln. Natürlich habe die Errichtung einer zweiten Gesamtschule Auswirkungen auf die anderen Schulen. Doch das Städtische Gymnasium und die Oberstufe des Berufskollegs hätten fünf Jahre Zeit, sich auf den „Mitbewerber“ einzustellen. Im Übrigen könne das ja auch ein Ansporn für die Anderen sein, als Schule noch attraktiver zu werden.

„Im Übrigen ist das Thema damit ja nicht vom Tisch“, zieht Richter ein erstes Zwischenfazit, sondern komme im nächsten Jahr mit Sicherheit wieder aufs Tapet. Dann werde auch der jetzt als Begründung vorgeschobene Zeitdruck entfallen.

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