Mobilitätsmanager David Knor
„Moltkestraße erfüllt alle Anforderungen“

Ahlen -

Auf Wallstraße oder Nordenmauer klappt‘s ganz gut. Doch was die Moltke­straße angeht, hakt es mit der Umsetzung des Konzepts, das den Fahrradverkehr in der Innenstadt attraktiver machen soll. Das ist das Fazit einer Anfrage der BMA-Fraktion im Stadtplanungs- und Bauausschuss am Montagabend.

Mittwoch, 05.12.2018, 14:30 Uhr aktualisiert: 05.12.2018, 16:12 Uhr
Mobilitätsmanager David Knor könnte sich vorstellen, auf einige Parkbuchten an der Moltkestraße zu verzichten, um die von der BMA kritisierten Engstellen aufzulösen.
Mobilitätsmanager David Knor könnte sich vorstellen, auf einige Parkbuchten an der Moltkestraße zu verzichten, um die von der BMA kritisierten Engstellen aufzulösen. Foto: Christian Wolff

David Knor, seit Juni im Amt des Mobilitätsmanagers für Ahlen, referierte zum Sachstand. „Die Moltkestraße erfüllt alle Anforderungen, die für die Einrichtung des gegenläufigen Radverkehrs nötig sind“, sagte er und machte dies an den geforderten 2,90 Meter Fahrbahnbreite fest. Für den Fahrradschutzstreifen, der 1,50 Meter breit sein muss, sei ebenfalls genug Platz. Alles sei regelwerkkonform. „Die einzige Besonderheit in diesem Bereich sind vielleicht die vielen anliegenden Parkplätze“, suchte Knor nach einem Grund für die täglichen Ärger-Engpässe, die BMA-Ratsfrau Martina Maury in ihrer schriftlichen Anfrage zuvor formuliert hatte (die „AZ“ berichtete).

„Der Begegnungsverkehr zwischen Pkw, Bussen und Radfahrern läuft unproblematisch durch den jeweiligen Blickkontakt“, meinte David Knor. Er kenne es aus anderen Städten, dass Radfahrer durchaus auch mal auf den Bürgersteig wechselten, wenn es für sie sonst zu eng würde. Probleme entstünden vielmehr durch regelwidrig abgestellte Pkw am Straßenrand, die dann ein Ausweichen der ohnehin schon breiten Busse auf den Radschutzstreifen bedingen. Hier könnte sich der Mobilitätsmanager eine bessere Markierung der Fahrzeugstellflächen vorstellen, um Abhilfe zu schaffen. Verbesserungen würde es seiner Meinung nach auch bringen, wenn in Zukunft einfach einige weitere Parkflächen wegfallen, um Ausweichflächen für den Begegnungsverkehr zu schaffen.

Lösungsansätze, die Martina Maury nicht überzeugten. „Ich fahre diese Strecke täglich mindestens dreimal. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre dort mit dem Fahrrad plus Kinderanhänger unterwegs, dann muss ich einfach feststellen, dass es nicht passt. Und da kann ich nicht mal eben so auf den Bürgersteig rüberwechseln“, erklärte sie. Regelwerk hin oder her. „Nicht nur bei Bussen, schon bei jedem SUV gibt‘s Probleme. Nicht nur Kinder fühlen sich auf diesem Radstreifen nicht wohl.“ Maury konstatiert eine „eklatante Abweichung zwischen Theorie und Praxis“, die so nicht bleiben könne. „Alle Leute fragen mich, wie wir Politiker so etwas verabschieden können.“

Wegfall weiterer Parkflächen?

Wegfall weiterer Parkflächen? Foto: Christian Wolff

Erhard Richard (CDU) sah das Problem nicht ganz so drastisch. Er begründet den Unmut rund ums Radkonzept mit der fehlenden Gewöhnung. „Das sind massive Veränderungen, die wir den Bürgern erst mal nahebringen müssen. Ich spreche da von einer Zeitenwende im Verkehr.“ Richard zeigt sich überzeugt, dass sich die Pro­bleme „mit gegenseitiger Rücksichtnahme auflösen“ lassen. Ähnlich sieht es Thomas Kozler ( SPD): „Wir stehen alle hinter diesem Konzept. Wir alle wollen den Radverkehr auf die Straße bringen.“ Da müsse man eben etwas mehr die Augen offenhalten.

Eric Fellmann (FDP) geht es differenzierter an. Ja, die Politik habe dem Radverkehrskonzept zugestimmt. „Weil das Ziel mehr Fahrradfreundlichkeit ist.“ Wenn nun aber Punkte auftreten, die sich genau da als kontraproduktiv herausstellen, dürfe man sich nicht davor scheuen, in irgendeiner Form zu reagieren. Gleiches hält auch Karl-Heinz Meiwes (SPD) für sinnvoll. „Auf jeder Veranstaltung werde ich auf die Moltkestraße angesprochen. In anderen Straßen scheint es ja zu funktionieren, hier aber nicht.“ Es gebe zweifellos eine Problemlage. „Wenn wir sehen, dass es hakt, müssen wir unser Konzept flexibel gestalten und vielleicht doch etwas verändern.“

Stadtbaurat Andreas Mentz warb erneut um Geduld. „Die Durchgängigkeit des Verkehrs für alle ist noch nicht erreicht“, sagte er. „Wir wollen es attraktiv machen, nicht immer das Auto zu benutzen. Wenn es an der einen oder anderen Stelle nicht geht, ist immer die Frage, wer am leichtesten Rücksicht nehmen kann.“ Das müsse nicht immer der motorisierte Verkehr sein. „Auch Radfahrer machen durchaus Fehler. Wir schauen immer gerne auf das Fehlverhalten der Autofahrer.“

Auf jeder Veranstaltung werde ich auf die Moltkestraße angesprochen.

Karl-Heinz Meiwes (SPD)

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6236502?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Zwei Tote nach Angriff in Straßburg
Sicherheitskräfte haben den Straßburger Weihnachtsmarkt nach dem Angriff abgeriegelt.
Nachrichten-Ticker