Ahlener Kugel-Streit beigelegt
Frieden unterm Adventsbaum

Ahlen -

Der Weihnachtsbaum auf dem „Ahlener Advent“ darf seinen Schmuck behalten – und bekam am Dienstag sogar noch weitere Kugeln hinzu. Diesmal mit dem Segen aller beteiligten Akteure, die sich zum Friedenstermin trafen.

Dienstag, 11.12.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 11.12.2018, 20:44 Uhr
Ein Bild mit Symbolcharakter: Stadtwerke-Geschäftsführer Hans Jürgen Tröger (l.) und Apotheker Matthias Bußmann steigen gemeinsam in den Hubsteiger des Versorgungsunternehmens, um den oberen Teil der Zehn-Meter-Tanne auf dem „Ahlener Advent“ zu schmücken. Jörg Hakenesch (WFG) und Peter Schmidt („Pro Ahlen“) helfen ebenfalls mit.
Ein Bild mit Symbolcharakter: Stadtwerke-Geschäftsführer Hans Jürgen Tröger (l.) und Apotheker Matthias Bußmann steigen gemeinsam in den Hubsteiger des Versorgungsunternehmens, um den oberen Teil der Zehn-Meter-Tanne auf dem „Ahlener Advent“ zu schmücken. Jörg Hakenesch (WFG) und Peter Schmidt („Pro Ahlen“) helfen ebenfalls mit. Foto: Christian Wolff

Manchmal braucht es erst ein reinigendes Gewitter, um den Boden mit neuen Ideen zu befruchten. So geschehen rund um die Zehn-Meter-Tanne im Zen­trum des „Ahlener Advents“, die seit gut vier Tagen im Kreuzfeuer eines kuriosen Kugel-Streits stand.

Dienstagvormittag rauchen die Friedenspfeifen rund um den Baum, dessen Schmuck am vorigen Freitag unvermittelt wieder weichen musste, was eine Welle des Unmuts durch die Stadt und soziale Netzwerke zur Folge hatte. Im Kreuzfeuer standen dabei vornehmlich die Stadtwerke, die nach übereinstimmenden Aussagen für die Hauruck-Aktion verantwortlich zeichneten. Wer da wem den Auftrag gegeben hatte, bleibt auch na ch dem Friedensschluss ein Geheimnis. „Da ist einiges in die falsche Richtung gelaufen“, resümiert „Pro-Ahlen“-Mann Peter Schmidt und richtet gleich den Blick nach vorne. „So etwas wird uns nicht noch einmal passieren.“ Peter Schmidt („Pro Ahlen“) schmückt eifrig mit. 

Am Ende zählt die gute Geste

Apotheker Matthias Bußmann, der die roten Deko-Objekte gespendet hatte, sah sich seit dem Wochenende mit dem Vorwurf der Eigenwerbung konfrontiert, weil die Kugeln mit einem laufenden Männchen – ein Logo des Verbunds „Starke Apotheken“ – verziert sind. Sei‘s drum: Am Ende zählt die gute Geste, beteuern heute alle Beteiligten im Angesicht von Handy-, Foto- und Fernsehkameras, die sich jetzt auf sie richten.

Beim „Friedenstermin“ reichen sich die entscheidenden Akteure Jörg Hakenesch (Wirtschaftsförderungsgesellschaft), Peter Schmidt („Pro Ahlen“), Hans Jürgen Tröger (Stadtwerke) und Apotheker Matthias Bußmann sinnbildlich die Hände und schmücken gemeinsam den Rest des Tannenbaumes, den die erzürnten Bürger bei ihrer Schmuckaktion am Samstag nicht erreicht haben.

Bürger schmücken Weihnachtsmarkt-Tanne selbst

1/9
  • Zum Selberschmücken der Weihnachtsmarkt-Tanne trafen sich Ahlener Bürger am späten Samstagnachmittag. Foto: Christian Wolff
  • Zum Selberschmücken der Weihnachtsmarkt-Tanne trafen sich Ahlener Bürger am späten Samstagnachmittag. Foto: Christian Wolff
  • Zum Selberschmücken der Weihnachtsmarkt-Tanne trafen sich Ahlener Bürger am späten Samstagnachmittag. Foto: Christian Wolff
  • Zum Selberschmücken der Weihnachtsmarkt-Tanne trafen sich Ahlener Bürger am späten Samstagnachmittag. Foto: Christian Wolff
  • Zum Selberschmücken der Weihnachtsmarkt-Tanne trafen sich Ahlener Bürger am späten Samstagnachmittag. Foto: Christian Wolff
  • Zum Selberschmücken der Weihnachtsmarkt-Tanne trafen sich Ahlener Bürger am späten Samstagnachmittag. Foto: Christian Wolff
  • Zum Selberschmücken der Weihnachtsmarkt-Tanne trafen sich Ahlener Bürger am späten Samstagnachmittag. Foto: Christian Wolff
  • Zum Selberschmücken der Weihnachtsmarkt-Tanne trafen sich Ahlener Bürger am späten Samstagnachmittag. Foto: Christian Wolff
  • Zum Selberschmücken der Weihnachtsmarkt-Tanne trafen sich Ahlener Bürger am späten Samstagnachmittag. Foto: Christian Wolff

Verkettung von Missverständnissen

„Wir haben gelernt, dass die Ahlener einen geschmückten Baum wollen“, fasst WFG-Chef Jörg Hakenesch zusammen. Der Weihnachtsmarkt berge eben sensible Felder. Die Ursache für den Kugel-Streit sieht er in einer Verkettung von Missverständnissen begründet. Auch Hans Jürgen Tröger betont, dass niemand ei­nem anderen habe „etwas wegnehmen“ wollen. Er selbst habe lediglich darauf aufmerksam gemacht, dass die gespendeten Kugeln eigentlich nicht für den Außeneinsatz gemacht seien. „Wir müssen da auch an den Sicherheitsaspekt denken, denn diese Kugeln können zerbrechen und dabei Leute verletzen.“ Nun blieben sie aber dran am Baum, zusätzlich gesichert mit Kabelbindern.

Handy-, Foto- und Filmkameras richten sich auf den „Ahlener Advent“.

Handy-, Foto- und Filmkameras richten sich auf den „Ahlener Advent“. Foto: Christian Wolff

Und so brachte das Advents-Quartett gleich noch schlagfeste Kunststoff-Kugeln mit, um in symbolischer Eintracht Stilvolles zu präsentieren. Das Ganze – natürlich – mit Hilfe eines Hubsteigers der Stadtwerke.

Bürgeraktion geplant

„Wir sind weiterhin gewillt, etwas für den ,Ahlener Advent‘ zu tun“, betont Tröger. Bei einem runden Tisch, der besagte Missverständnisse aus der Welt räumte, sei daher eine ganz neue Aktion geboren. „Im kommenden Jahr werden wir daraus eine Bürgeraktion machen, bei der jeder, der möchte, etwas für den Schmuck unserer Tanne beitragen kann“, verrät Jörg Hakenesch.

Matthias Bußmann kommt gleich die Idee, das nächste Mal lieber Kakao zu spenden. „Nach Absprache mit anderen Gewerbetreibenden – und ohne irgendein Logo“, schiebt er schmunzelnd hinterher. Ende gut, alles gut.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6251459?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Auf nach Wien
Flughafen Münster/Osnabrück: Auf nach Wien
Nachrichten-Ticker