60 Ahlener bei Klage-Andacht
Licht ins Dunkel der Kirche bringen

Ahlen -

60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten in Ahlen dem Aufruf der Katholischen Frauengemeinschaft zur Klage-Andacht „#MachtLichtAn“. Vor St. Marien richteten sie ihr Licht auf das Gotteshaus.

Donnerstag, 13.12.2018, 11:52 Uhr aktualisiert: 13.12.2018, 21:02 Uhr
Mit auf das Eingangsportal der St.-Marien-Kirche gerichteten leuchtenden Taschenlampen forderten die Teilnehmer, dass die Katholische Kirche endlich die Missbrauchsfälle im Sinne der Opfer aufklärt.
Mit auf das Eingangsportal der St.-Marien-Kirche gerichteten leuchtenden Taschenlampen forderten die Teilnehmer, dass die Katholische Kirche endlich die Missbrauchsfälle im Sinne der Opfer aufklärt. Foto: Ralf Steinhorst

Die Katholische Kirche soll endlich Licht in ihr Dunkel bringen. Das forderten die Frauen der Frauengemeinschaft in Ahlen ( kfd ) am Mittwochabend um 18 Uhr vor der St.-Marien-Kirche mit ihrer Klage-Andacht „#MachtLichtAn“. Sie waren damit in Gesellschaft von weiteren 163 kfd-Gruppen, die zeitgleich bundesweit zu der Klage-Andacht zusammenkamen (wir berichteten).

Die kfd-Frauen gestalteten die Andacht ganz bewusst vor der St.-Marien-Kirche vor dem Eingangsportal zur Oststraße und nicht in der Kirche. Denn so verdeutlichten sie mit ihren leuchtenden Taschenlampen, die sie auf den Eingang des Gotteshauses richteten, dass gerade auch von außen die Missstände in der Kirche endlich angegangen werden. Auch wüssten heute viele Katholiken nicht mehr, ob sie zu dieser Kirche gehören wollen oder sozusagen vor der Tür stehen.

„Erneuert die Kirche“ forderten Teilnehmerinnen auf ihren Plakaten von der Bischofskonferenz

„Erneuert die Kirche“ forderten Teilnehmerinnen auf ihren Plakaten von der Bischofskonferenz Foto: Ralf Steinhorst

Bei den Frauen hatte sich gerade in zwei Themenbereichen große Wut angestaut. Diese wurden dann auch in Forderungen an die Deutsche Bischofskonferenz formuliert. Ganz oben auf der Liste stand die Aufklärung der Missbrauchsskandale in der Kirche, die endlich glaubwürdig und umfassend aufgeklärt werden müssten. „Viel zu lange standen die Belange der Institution im Vordergrund und nicht die Opfer“, beschrieb Barbara Portmann-Gawer die unbefriedigende Situation. Hier müssten endlich von der Kirche unabhängige Missbrauchsbeauftragte als Anlaufstelle für Betroffene eingesetzt werden. Auch müsste der verantwortungsbewusste und befreiende Umgang mit Körperlichkeit und Sexualität in Ausbildung, Lehre und Katechese gestärkt werden.

An der Postkartenaktion beteiligten sich auch Männer, die an der Klage-Andacht teilnahmen.

An der Postkartenaktion beteiligten sich auch Männer, die an der Klage-Andacht teilnahmen. Foto: Ralf Steinhorst

Weiteres Themenfeld der Forderungen war, sich endlich für eine strukturelle Erneuerung der Kirche einzusetzen. Priester seien Diener Gottes und der Menschen und nicht durch ihre Weihe überlegen oder mächtiger. „Klerikal-autoritäre Machtstrukturen haben in unserer Kirche keinen Platz!“, betonte Maria Dückinghaus. Damit verbunden war auch die Forderung, Frauen mehr an verantwortlichen Stellen in der Kirche zu berücksichtigen.

Zum Ende der Klage-Andacht mit über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern freute sich Maria Dückinghaus darüber, dass auch Männer teilgenommen hatten. Auch Pfarrer Reinhard Kleinewiese war unter ihnen: „Ich finde das gut, dass die kfd das macht“.

Um der Aktion Nachhaltigkeit zu verleihen, fand auch eine Postkartenaktion statt, in der die Deutsche Bischofskonferenz aufgefordert wird, den Forderungen der Frauengemeinschaften nachzukommen. Diese werden in der kfd-Bundesgeschäftsstelle gesammelt und später übergeben.  

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