Ambulante Notfallpraxis
Im Notfall nach Hamm fahren?

Ahlen -

Müssen medizinische Notfälle demnächst nach Hamm fahren? Die Kassenärztliche Vereinigung will die ambulante Praxis im Ahlener Krankenhaus tageweise schließen.

Dienstag, 18.12.2018, 10:00 Uhr aktualisiert: 18.12.2018, 12:16 Uhr
Soll nur noch an vier von sieben Tagen besetzt werden: die ambulante Notfallpraxis im St.-Franziskus-Hospital, die von den niedergelassenen Ärzten betreut wird.
Soll nur noch an vier von sieben Tagen besetzt werden: die ambulante Notfallpraxis im St.-Franziskus-Hospital, die von den niedergelassenen Ärzten betreut wird. Foto: Ulrich Gösmann

Die Gerüchte gab es schon länger. Jetzt ist es bestätigt: Die ambulante Notfallpraxis im St.-Franziskus-Hospital soll nur noch an vier Tagen der Woche besetzt werden. Am Montag, Dienstag und Donnerstag soll die Notfallpraxis geschlossen bleiben. Und das ab 1. Fe­bruar 2019.

„ Die Frequenz ist zu gering“, begründet Vanessa Pudlo die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) mit Sitz in Dortmund. Im Schnitt seien an den fraglichen Tagen zwei Besucher pro Stunde gezählt worden. Daher habe sich die KVWL entschlossen, das Angebot auf zwei Wochentage und das Wochenende zu begrenzen, Feiertage seien selbstredend ausgenommen. Die Patienten könnten ja in die nächstgelegene Notfallpraxis nach Hamm fahren, empfiehlt die KVWL-Sprecherin. Oder könnten den Hausbesuchsdienst in Anspruch nehmen.

Die Frequenz ist zu gering.

Vanessa Pudlo

Bei den niedergelassenen Ärzten löst das Vorgehen Empörung aus. „Das kann man doch nicht machen“, ist zu vernehmen. Die Mitglieder waren am Donnerstag der vergangenen Woche über die geplanten Veränderungen informiert worden. Der Vorsitzende des Ahlener Ärztevereins, Dr. Thomas Mandelkow, war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Wir waren daran nicht beteiligt.

Winfried Mertens

Auch im St.-Franziskus-Hospital fühlt man sich von der Entscheidung aus Dortmund überfahren. „Wir waren daran nicht beteiligt“, betont Verwaltungsdirektor Winfried Mertens . Er bestätigt lediglich, dass es vor einigen Wochen ein Gespräch mit der Kassenärztlichen gegeben habe, in der es auch um die Frequenz der Ambulanten Notfallpraxis gegangen sei. Seinerzeit sei von vier bis acht Patienten die Rede gewesen, erinnert er sich.

In diesem Zusammenhang gibt Mertens zu bedenken, dass die Funktion der Notfallpraxis vielen Patienten immer noch nicht klar sei. „Wir stehen in dieser Frage voll an der Seite der niedergelassenen Ärzte in Ahlen“, unterstreicht Mertens, der sich im Mutterhaus in Münster rückversichert hat, dass die Initiative nicht von dort ausgegangen ist.

Die Empfehlung der Kassenärztlichen Vereinigung, im Notall nach Hamm zu fahren, stößt in Ahlen vielen sauer auf. Bis Dortmund scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben, dass nicht alle über eigene Fahrmöglichkeiten verfügen und der öffentliche Personennahverkehr zur Nachtzeit sehr ausgedünnt ist, heißt es aus Patientenkreisen.

Einiges deutet darauf hin, dass andernorts über die Köpfe der Fachleute vor Ort hinweg eine Entscheidung am grünen Tisch getroffen worden ist.

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