„Danke Kumpel“
Der Steiger kommt nicht mehr

Ahlen -

Unter dem Motto „Danke Kumpel“ nahmen auch die Ahlener Abschied vom Steinkohlebergbau. Ein wehmütiger Augenblick.

Sonntag, 23.12.2018, 16:34 Uhr aktualisiert: 23.12.2018, 20:10 Uhr
Glückauf, Glückauf: Inbrünstig sangen alle gemeinsam das Steigerlied. Zuvor war ein mehrere hundert Meter langer Fackelzug vom Glückaufplatz zum Zechengelände gezogen.
Glückauf, Glückauf: Inbrünstig sangen alle gemeinsam das Steigerlied. Zuvor war ein mehrere hundert Meter langer Fackelzug vom Glückaufplatz zum Zechengelände gezogen. Foto: Reinhard Baldauf

Überaus beeindruckend war er, der mehrere hundert Meter lange Fackelzug vom Glückaufplatz zur Zeche „Westfalen“ am Freitagabend. Einen Tag, nachdem Bundespräsident Frank Walter Steinmeier das letzte in der Bundesrepublik geförderte Stück Steinkohle in Bottrop erhalten hatte, sagten in Ahlen rund 300 Menschen „Danke Kumpel“. In einer sehr emotionalen Rede erinnerte der Vorsitzende der Ahlener IG BCE , Marc Senne , an die Höhen und Tiefen des deutschen Steinkohlebergbaus.

Unterstützt wurde die Kundgebung im Herzen der Kolonie von den Knappenvereinen aus Heessen und Herringen in Bergmannsuniformen.

Der Glückaufplatz füllte sich langsam. Da der Regen aber kurz vor 19 Uhr endete, kamen doch noch viele Menschen, die sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen wollten. Mit „Glückauf“ begrüßten sich die meisten Teilnehmer und den Bergleuten unter ihnen war die Wehmut ins Gesicht geschrieben.

Fackelzug durch die Kolonie.

Fackelzug durch die Kolonie. Foto: Reinhard Baldauf

Mit Kritik an der Politik und so manchen Politikern sparte Marc Senne nicht – allerdings ohne Namen zu nennen. „Statt Bauer sucht Frau zu schauen“, wetterte er, sollten die sich lieber mit der Realität beschäftigen. Vor Fehmarn gebe es eine Offshore-Windanlage, die gar nicht am Netz sei. Sie werde von außen mit Strom versorgt, damit die Rotoren sich drehen, um nicht kaputt zu gehen: „Da stehen mir die Nackenhaare zu Berge“, so Senne, der dafür Applaus bekam. Die Politik habe nicht alle Möglichkeiten genutzt, die die Vereinbarung über den Ausstieg bei der Steinkohle damals geboten habe, ärgerte er sich.

„Der Strukturwandel in Ahlen ist geschafft, aber nicht in einem Punkt“, hielt der Ahlener IG BCE-Vorsitzende weiter fest. Er verwies auf die prekären Beschäftigungsverhältnisse und nannte als ein Beispiel Friseurgeschäfte.

Auch Ahlen sagt „Danke, Kumpel“

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  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf
  • Glückauf: Mit einem Fackelzug verabschiedeten die dem Bergbau verbundenen Ahlener die Steinkohleförderung. Foto: Reinhard Baldauf

Im Anschluss sprach Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Auch er ging zunächst auf den Strukturwandel ein. Man gedenke des Auf- und Abstiegs des Bergbaus sowie seines endgültigen Endes. Dies sei für viele Generationen undenkbar gewesen.

Die Steinkohle habe den Menschen nicht nur Licht, Wärme und Energie geliefert, sondern auch „Brot zum Leben“. Dr. Berger weiter: „Sprichwörtlich, ja geradezu legendär ist der Zusammenhalt der Kumpel unter Tage und der Nachbarschaften in der Kolonie.“ Der Bergbau habe einen ganz besonderen Schlag Menschen hervorgebracht. Nach den Worten des Bürgermeisters sichere der Bergbau auch heute noch Beschäftigung. Die Anzahl der versicherungspflichtigen Arbeitsplätze sei in Ahlen wieder so hoch wie vor der Schließung der Zeche.

Der Bürgermeister bedankte sich bei allen Einrichtungen und Vereinen, die sich ehrenamtlich um das Gedenken an den Bergbau in Ahlen kümmern. Ganz intensiv ist dies im Augenblick der „Jupp-Foto-Club“, dessen Vorsitzender ebenfalls Marc Senne ist. Er freute sich mit Werner Danzer und Walter König, dass auch die dritte Auflage des Foto-Kalenders 2019 ausverkauft ist.

Vom Glückaufplatz ging es weiter zur Zeche. Vor der Lohnhalle warteten bereits viele Besucher von „Rock am Schacht“ auf den Fackelzug. Dann wurde unterstützt vom Blasorchester Vorhelm gemeinsam und inbrünstig das Steigerlied gesungen.

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