Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung
Schuhpark setzt auf Sanierung aus eigener Kraft

Warendorf / Ahlen -

Die Schuhpark Fascies GmbH ist in finanziellen Schwierigkeiten. Ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung soll zu neuer Kraft verhelfen. Eine von 89 Filialen befindet sich in der Ahlener Fußgängerzone.

Donnerstag, 10.01.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 10.01.2019, 09:00 Uhr
Die Schuhpark-Filiale in der Ahlener Fußgängerzone.
Die Schuhpark-Filiale in der Ahlener Fußgängerzone. Foto: Ulrich Gösmann

Die Schuhpark Fascies GmbH aus Warendorf, einer der führenden Schuhhändler Deutschlands, hat am Mittwoch beim Amtsgericht Münster einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht habe diesem entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Eine von 89 Filialen trägt die Adresse der Ahlener Fußgängerzone.

Die Schuhpark Fascies GmbH beschäftigt 912 Mitarbeiter. Das Unternehmen geht zurück auf das Jahr 1975, als der Firmengründer Bernhard Fascies sein erstes Schuhgeschäft in einer alten Weberei in Warendorf eröffnete.

Aufgrund einer schwierigen Markt- und Wettbewerbssituation, nicht zuletzt begründet durch den heißen Sommer 2018 sowie veränderter Rahmen­be­dingungen wie die zunehmende Abkehr des Kunden zugunsten des Online-Handels, beabsichtigt das Unternehmen, sich für die Zukunft neu aufzustellen, heißt es weiter. Die Schuhpark Fascies GmbH nutzt dabei die seit dem 1. März 2012 geltenden gesetzlichen Möglichkeiten, die zur Restrukturierung und Sanierung erforderlichen Maßnahmen gezielt eigenverantwortlich zu erarbeiten und kurzfristig umzusetzen.

Dieser Schritt ist unsere beste Möglichkeit, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern...

Geschäftsführer Bernhard Fascies

„Dieser Schritt ist unsere beste Möglichkeit, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und den langfristigen Fortbestand unseres Unternehmens im Interesse aller Beteiligten sicherzustellen“, sagt Unternehmensgründer und Geschäftsführer Bernhard Fascies, der das Unternehmen auch in der Eigenverwaltung führt. Unterstützung erhält er von den Restrukturierungsexperten Dr. Georg Bernsau und Andreas Pantlen von der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff, die in die Geschäftsführung eintreten und die operative Restrukturierung verantworten werden. Der Münsteraner Rechtsanwalt und Sanierungsexperte Stephan Michels wird als vom Gericht eingesetzter vorläufiger Sachwalter die Geschäftsführung in der Eigenverwaltung überwachen und die Gläubigerinteressen wahren.

„In den kommenden Wochen werden wir Gespräche mit allen wesentlichen Beteiligten aufnehmen und einen Plan zur Neuaufstellung des Unternehmens erarbeiten“, erläutert Dr. Georg Bernsau, der bereits eine Vielzahl von Unternehmen erfolgreich bei ihrer Sanierung begleitet hat. Positiv wertet er den Umstand, dass das Unternehmen den Restrukturierungskurs rechtzeitig eingeschlagen und professionell vorbereitet hat.

„Es gibt bereits viele Ideen. Die kommenden drei Monate, bis zur Eröffnung des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens, wird man nutzen, um ein Sanierungskonzept zu erstellen“, so Kommunikationsberater Thomas Feldmann auf Anfrage unserer Zeitung. Der Geschäftsbetrieb in den bundesweit 89 Filialen laufe unverändert weiter. „Die Geschäfte bleiben geöffnet, unsere Kunden werden auch weiterhin wie bewährt bedient“, betont Bernhard Fascies.

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