Bewegung in der Fußgängerzone
Lange Leerstände füllen sich

Ahlen -

Der Leerstand von „Ersting‘s Family“ ist vermietet, der von „Glamour“ auch. Ahlens Fußgängerzone ist Bewegung. Auch dort, wo monatelang Stillstand herrschte.

Dienstag, 15.01.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 16.01.2019, 14:24 Uhr
Murat Köz nimmt Maß. Zum Monatswechsel bespielt er auch noch den Leerstand von „Ernsting‘s Family“.
Murat Köz nimmt Maß. Zum Monatswechsel bespielt er auch noch den Leerstand von „Ernsting‘s Family“. Foto: Ulrich Gösmann

„Ich höre immer nur Negatives aus der Kaufmannschaft“, sagt Geschäftsmann Murat Köz . Seine Meinung, seine Erfahrungen seien ganz andere: „Ich bin zufrieden.“ So zufrieden, dass es ihn und seine Frau Serife nach Expansion drängt. Vor zwei Jahren eröffneten sie in der Fußgängerzone das „Update“. Jetzt ist auch der Leerstand, den „Ernsting‘s Family“ nach dem Umzug im Sommer 2017 hinterließ, ihr Ladenlokal.

80 Quadratmeter für Geschenkartikel, Batterien und Handyzubehör: „Unser Geschäft ist uns zu klein geworden“, erklärt der 40-Jährige, warum die Köz‘ künftig zweigleisig fahren wollen. Mit dem Leerstand in der Arztberg-Passage stehen ihnen jetzt 130 weitere Qua­dratmeter zur Verfügung, die in der Leere der Raumes noch größer wirken, seitdem frisches Weiß von den Wänden strahlt.

Für den Start, den Murat Köz zwischen Ende Januar und Anfang Februar sieht, soll sich das Sortiment auf einen bunten Mix aus Geschenkartikel, Haushaltswaren, Textilien mit dem Schwerpunkt strapazierfähige Unterwäsche und – ab Mai – einen Schlüsseldienst konzentrieren.

Ab Dezember kündigt der Geschäftsführer eine Neuaufstellung an – mit Fanartikeln der vier Bundesligamannschaften, die in Ahlen eine große Anhängerschaft hinter sich hätten. Allem voran der BVB, Schalke, Gladbach und die Bayern.

In Ahlen geht noch was.

Murat Köz

Warum nicht sofort Fanshop? „Weil wir langfristige Verträge mit unseren Lieferanten im Update haben“, erklärt der 40-Jährige, der seit seiner Geburt Ahlener ist. Und sich hier wohl fühlt. „Ahlen ist schön“, lässt er wissen. Viele seiner Kunden kämen eigens aus Beckum, Oelde, Sendenhorst oder Drensteinfurt rüber, weil es hier noch fast alles zu kaufen gebe. Immer wieder höre er von ihnen: „Bei uns gibt es gar nichts mehr.“ Für sich kann Murat Köz sagen: „In Ahlen geht noch was.“

„Glamour“(los): Demnächst gibt‘s hier Laserdrucke.

„Glamour“(los): Demnächst gibt‘s hier Laserdrucke. Foto: Ulrich Gösmann

Sehen auch andere so: „Glamour“ – aktuell längster Leerstand in der Fußgängerzone – ist nun endlich vermietet. Demnächst glüht hier der Laser für den Druck von Schildern und Karten. Und auch Tengelmann-Tochter „Tedi“ ist in „Stand by“-Stellung. Aus zwei Ladenlokalen, aus denen sich „dm“ und „Takko“ verabschiedeten, ist inzwischen eins geworden. Wann der neue Discounter im XL-Format eröffnet, dazu noch keine Angaben aus der Dortmunder PR-Abteilung. Nur soviel: „Die Tedi-Filiale an der Oststraße 14 wird bis auf Weiteres bestehen bleiben“, so Rebecca Alishah.

Ahlen befindet sich im Vergleich zu anderen NRW-Kommunen im Mittelfeld.

Thorben Welte

Übrigens: Im ersten Quartal 2019 liegt die Leerstandsquote in der Fußgängerzone bei zwölf Prozent. Das sind zwei Prozent weniger als im letzten Quartal 2018. Wirtschaftsförderer Thorben Welte: „Ahlen befindet sich im Vergleich zu anderen NRW-Kommunen im Mittelfeld.“

Ahlen liegt – grün – in der Mitte.

Ahlen liegt – grün – in der Mitte.

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