Haushaltsplan 2019 freigegeben
Landrat warnt vor zu großer Euphorie

Ahlen -

Bewirtschaften kann seit Mitternacht die Stadt Ahlen ihren diesjährigen Haushalt. Ab sofort können damit Aufträge vergeben und Investitionen getätigt werden. „So früh im Jahr ist uns das noch nie gelungen“, freut sich Bürgermeister Dr. Alexander Berger über das Ende der nur 17 Tage währenden Übergangszeit, in der die Stadt unter vorläufiger Haushaltsführung stand. Das Zahlenwerk hatte der Rat in seiner Sitzung am 13. Dezember mit großer Mehrheit verabschiedet. Es ist der umfangreichste Haushalt in der Geschichte der Stadt Ahlen.

Freitag, 18.01.2019, 00:02 Uhr aktualisiert: 18.01.2019, 08:40 Uhr
Da war es noch ein Entwurf: Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Kämmerer Dirk Schlebes im Oktober vergangenen Jahres bei der Vorstellung der Haushaltszahlen für 2019.
Da war es noch ein Entwurf: Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Kämmerer Dirk Schlebes im Oktober vergangenen Jahres bei der Vorstellung der Haushaltszahlen für 2019. Foto: Peter Harke

Die Summen sind gewaltig: 150 Millionen Euro laufender Verwaltungsaufwand werden durch Investitionen in Höhe von 35 Millionen Euro ergänzt. Das Defizit beläuft sich auf eine halbe Million Euro, „so wenig wie noch nie seit Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements vor elf Jahren“, sagt Berger . Die Stadt Ahlen setze auf dem Weg der Haushaltskonsolidierung ihren eingeschlagenen Kurs konsequent fort. Was den Verwaltungschef besonders freut: Die Haushaltsverfügung des Kreises Warendorf sei „bei Weitem nicht mehr so kritisch wie in der Vergangenheit“. Weil die Haushaltsplanungen für die kommenden drei Jahre Überschüsse vorsehen, war die Stadt erstmals seit fast zehn Jahren nicht mehr auf eine Genehmigung ihres Haushalts angewiesen. Diesmal reichte die einfache Anzeige, was den Prüfungsaufwand des Landrats erheblich reduzierte.

Dieser erhebt gleichwohl den Zeigefinger und warnt vor zu viel Euphorie angesichts der aktuell guten Zahlen. Diese müssten nämlich auch in Zeiten erreicht werden, die wirtschaftlich weniger florierend sind. Stadtkämmerer Dirk Schlebes nennt exemplarisch die anstehenden Investitionen, deren Höhe und Folgekosten mit Vorsicht zu genießen seien. „Aus ihnen könnten Belastungen erwachsen, die unsere finanziellen Spielräume einschränken“, ist sich Schlebes bewusst. Nichts zu tun sei aber noch viel schlimmer. Investiert werden müsse allein schon deswegen, um das Anlagekapital zu erhalten. Auch die Rathausfrage dulde nach der abschließenden Ministerinnen-Entscheidung pro oder contra Denkmalschutz kein weiteres Schieben auf die lange Bank. Mit Blick auf das aktuell noch immer günstige Zinsniveau am Kapitalmarkt dränge sich die Frage auf: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Die frühe Freigabe des städtischen Haushalts hat für den Stadtkämmerer ei­nen großen praktischen Vorteil. „Wir können jetzt preiswerte Frühbestellerpreise bei unseren Lieferanten und Auftragnehmern erreichen.“ Weil noch viele Kommunen darauf warten, auf ihre Budgets zugreifen zu dürfen, könne die Stadt Ahlen nun die „Saure-Gurken-Zeit“ gewinnbringend für sich nutzen.

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