Neujahrsempfang der Stadt
Akzeptanz statt Tolerierung

Ahlen -

Ein starkes Zeichen: Beim Neujahrsempfang in der Stadthalle entzündeten Vertreter aller drei monotheistischen Weltreligionen eine Friedenskerze und hielten ein Friedensgebet.

Samstag, 19.01.2019, 16:26 Uhr aktualisiert: 19.01.2019, 17:00 Uhr
Den zweiten Docht an der Friedenskerze zündete Sharon Fehr, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Münster, an, beobachtet von Pfarrer Willi Stroband, Ilkay Danismaz und Mehmet Yavas von der moslemischen Ditib-Gemeinde und Bürgermeister Dr. Alexander Berger (v.l.).
Den zweiten Docht an der Friedenskerze zündete Sharon Fehr, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Münster, an, beobachtet von Pfarrer Willi Stroband, Ilkay Danismaz und Mehmet Yavas von der moslemischen Ditib-Gemeinde und Bürgermeister Dr. Alexander Berger (v.l.). Foto: Peter Harke

Eine arabische Koran-Sure, ein hebräischer Bibel-Psalm und eine Fürbitte in Aramäisch, der Sprache Jesu, vereint in einer Zeremonie – das hat es in Ahlen so auch noch nicht gegeben. Das gemeinsame Friedensgebet von Vertretern der drei großen mo­notheistischen Weltreligi­onen bildete den eindrucksvollen Höhepunkt des Neu­jahrsem­pfangs 2019 der Stadt, der erstmals ganz im Zeichen des interreligiösen Dialogs stand. Eine gute Idee, wie sich die rund 180 Gäste am Donnerstagabend in der Stadthalle einig waren. Darauf gekommen war Bürgermeister Dr. Alexander Berger beim Besuch der „Stoppelmesse“ im vergangenen September auf dem Hof Schulze Horsel. „Da war eine ganz besondere Stimmung“, schilderte Berger seine Eindrücke, und er habe „gespürt, dass Religion nach wie vor für viele Menschen wichtig ist“.

Diese Beobachtung steht für Pfarrer Willi Stroband nicht im Widerspruch zur wachsenden Zahl von Kirchenaustritten. „Wenn alle Ahlener, egal welcher Religion, nur eine Ahnung von Gott haben, das reicht mir schon“, so der katholische Pfarrer in einer Talkrunde, die sein evangelischer Kollege Markus Möhl moderierte.

Wir treten ein für ein friedliches, multikulturelles Zusammenleben.

Ilkay Danismaz

Die Frage, wo Moslems und Aramäer in Ahlen ihren Platz sehen, wie sie sich an- und aufgenommen fühlen, beantworteten Ilkay Danismaz für die Ditib-Moschee und Dr. Atik Abraham von der Syrisch-orthodoxen Gemeinde St. Georg übereinstimmend positiv. „Wir sind ein Teil dieser Stadt“, stellte Danismasz fest und betonte, die Türen der Moschee an der Rottmannstraße stünden immer „für alle offen“. „Wir treten ein für ein friedliches, multikulturelles Zusammenleben“, so der Vorsitzende des Integrationsrats. Dr. Atik Abraham erklärte: „Wir sehen uns auch als Deutsche. Unser Vaterland ist Deutschland.“ Allerdings sei der Spagat zwischen der Bewahrung der Traditionen und der Integration in die moderne Gesellschaft nicht immer einfach.

Pfarrerin Martina Grebe wusste aus ihren Erfahrungen im Ostenstadtteil zu berichten: „Die praktische Zusammenarbeit etwa in den Kitas funktioniert.“ Schwieriger werde es, wenn es „ans Eingemachte“, um grundsätzliche Glaubensfragen gehe. Wobei es zwischen Christen und Moslems auch viele Gemeinsamkeiten gebe. Was Ilky Danismaz bestätigte. Er glaubt: „Religion verbindet Menschen und trennt sie nicht.“ Dr. Alexander Berger wünscht sich dennoch, dass das Verhältnis der Religionen und Glaubensgemeinschaften noch mehr von gegenseitiger Akzeptanz als nur von Tolerierung geprägt wäre.

Neujahrsempfang 2019 der Stadt Ahlen

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  • Die Stadt Ahlen bat zum Neujahrsempfang 2019 in die Stadthalle. Foto: Ulrich Gösmann
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  • Die Stadt Ahlen bat zum Neujahrsempfang 2019 in die Stadthalle. Foto: Ulrich Gösmann
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  • Die Stadt Ahlen bat zum Neujahrsempfang 2019 in die Stadthalle. Foto: Peter Harke
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  • Die Stadt Ahlen bat zum Neujahrsempfang 2019 in die Stadthalle. Foto: Ulrich Gösmann
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  • Die Stadt Ahlen bat zum Neujahrsempfang 2019 in die Stadthalle. Foto: Ulrich Gösmann
  • Die Stadt Ahlen bat zum Neujahrsempfang 2019 in die Stadthalle. Foto: Ulrich Gösmann
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  • Die Stadt Ahlen bat zum Neujahrsempfang 2019 in die Stadthalle. Foto: Peter Harke
  • Die Stadt Ahlen bat zum Neujahrsempfang 2019 in die Stadthalle. Foto: Ulrich Gösmann
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  • Die Stadt Ahlen bat zum Neujahrsempfang 2019 in die Stadthalle. Foto: Peter Harke
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  • Die Stadt Ahlen bat zum Neujahrsempfang 2019 in die Stadthalle. Foto: Ulrich Gösmann
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  • Die Stadt Ahlen bat zum Neujahrsempfang 2019 in die Stadthalle. Foto: Peter Harke
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  • Die Stadt Ahlen bat zum Neujahrsempfang 2019 in die Stadthalle. Foto: Peter Harke
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Sharon Fehr, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Münster, sieht die Chancen, dass es in Ahlen eines Tages wieder eine auch nur annähernd so lebendige jüdische Gemeinde wie vor 1933 geben könnte, „gegen Null“ tendieren. Aber die Verbindung zwischen seiner Gemeinde und der Wersestadt sei gut und eng.

Die zum Abschluss reihum entzündete Friedenskerze mit sieben Dochten soll künftig im Interreligiösen Museum ei­nen Ehrenplatz bekommen. Symbolisch überreichte der Bürgermeister Mu­seums­lei­ter Werner Fischer zunächst eine Urkunde.

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