„Denk mal an dein Denkmal“
Aktionen rund um Haus Holtermann

Ahlen -

Mit einem Infostand und einer direkt an den Eigentümer gerichteten Postkartenaktion will ein breites Bündnis von Ahlenern das Haus Holtermann aus seinem jahrelangen Dornröschenschlaf befreien. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Denkmalpflege ziehen dabei an einem Strang.

Dienstag, 22.01.2019, 17:00 Uhr
Blick ins Innere des denkmalgeschützten Hauses Holtermann am Markt. Fachleute und interessierte Bürger wollen dem fortschreitenden Verfall des markanten Gebäudes nicht länger tatenlos zusehen.
Blick ins Innere des denkmalgeschützten Hauses Holtermann am Markt. Fachleute und interessierte Bürger wollen dem fortschreitenden Verfall des markanten Gebäudes nicht länger tatenlos zusehen. Foto: Christian Wolff

Sie wollen nicht länger tatenlos zusehen, wie ein stadtbildprägendes Gebäude verfällt: Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Denkmalpflege sowie der Verein „Ahlener Stadtbildmacher“ haben ein offenes Aktionsbündnis geschlossen, um die Rettung des Hauses Holtermann voranzutreiben.

Am Samstag 2. Februar, soll die Aktion „Denk mal an dein Denkmal“ möglichst viele Gleichgesinnte auf dem Marktplatz zusammenbringen. Zwischen 11 und 13 Uhr ist ein Infostand geplant, bei dem denkbare Vorgehensweisen aufgezeigt werden sollen, den langjährigen Dornröschenschlaf des Jugendstilgebäudes zu beenden. Weiterhin wollen die Ahlener weitere Veranstaltungen planen, denn der Aktionstag soll nur ein Auftakt sein.

„Unser Kernziel ist, den Eigentümer aufzufordern, sich um die Fassade zu kümmern“, sagt die „Stadtbildmacher“-Vorsitzende Silke Büscher-Wagner . „Auch die Untere Denkmalbehörde muss dabei sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen sowie die Obere Denkmalbehörde in Kenntnis setzen.“ Es sei „höchste Eisenbahn“.

Haus Holtermann: Ein Bild aus besseren Zeiten.

Haus Holtermann: Ein Bild aus besseren Zeiten. Foto: Christian Wolff

Bereits gedruckt wurden 1000 Postkarten, durch Spenden finanziert, die Haus Holtermann in „guten Zeiten“ abbilden. Das Bild aus dem Archiv der „Ahlener Zeitung“ helfe nach Meinung des Vereins, den Reiz des Gebäudes, das viele nur noch als bröckelnden Altbau kennen, wiederzuentdecken. „Auf der Rückseite haben wir bewusst ein Feld für einen Kommentar an den Eigentümer freigelassen“, so Büscher-Wagner. „Wir wollen ihm die Meinungen der Ahlener gerne gebündelt und ergänzt durch ein Schreiben unseres Vereins übermitteln.“ Karten sind am Infostand erhältlich, liegen aber auch in einigen Geschäften aus.

Über den Grund, warum der Eigentümer, der nicht mehr in Ahlen lebt, das Gebäude derart verfallen lässt, können die Akteure derzeit nur spekulieren. „Wir haben mehrfach versucht, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Erfolglos“, bedauert die Mitinitiatorin. „Wir sagen: Für dieses Verhalten erntet man ja keinen Ruhm, sondern nur Spott. Aber vielleicht hilft ihm der öffentliche Druck, seinen Fehler zu erkennen – die Hoffnung haben wir noch.“

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