Aktionstag vor Haus Holtermann
Eigentümer hinterlässt Botschaft

Ahlen -

„Denk mal an dein Denkmal“ lautete das Motto eines Aktionstages, der am Samstag zahlreiche Menschen auf den Marktplatz führte. Es ging dabei um den Zustand des denkmalgeschützten Hauses Holtermann.

Sonntag, 03.02.2019, 19:00 Uhr
Silvia Sörenesen, Silke Büscher-Wagner und Martin Hatscher bemühen sich aktiv um die Sanierung des Jugendstilhauses am Markt 10-12.
Silvia Sörenesen, Silke Büscher-Wagner und Martin Hatscher bemühen sich aktiv um die Sanierung des Jugendstilhauses am Markt 10-12. Foto: Peter Schniederjürgen

Die verwunschene Königin des Markplatzes verliert nicht nur an Glanz, sie wirkt schlicht marode. Die Sorgen um Haus Holtermann bestehen schon seit Jahren, doch inzwischen sind sie so groß geworden, dass eine Gegenbewegung entstanden ist. Und die brachte am Samstag unter dem Titel „Denk mal an dein Denkmal“ mehrere hundert Menschen auf die Beine.

Das Jugendstilgebäude, einst repräsentatives Geschäfts- und Wohnhaus, hat sich zum Schandfleck entwickelt. Ein Zustand, den viele Bürger nicht mehr hinnehmen wollen. Der Verein „Ahlener Stadtbildmacher“, Politiker und Denkmalpfleger, auch der Industrie- und Wirtschaftsclub, hatten am Vormittag gemeinsam zu einer Aktion aufgerufen.

„Wir verteilen Postkarten, die an uns zurückgeschickt werden können“, sagt „Stadtbildmacherin“ Silke Büscher-Wagner . Die Karten sollen mit Stellungnahmen von Bürgern zum Zustand des bauhistorisch bedeutenden Hauses ausgefüllt werden. „Die werden dann gesammelt und dem Eigentümer des Hauses zugeschickt“, führt Silvia Sörenesen vom Wirtschaftsclub aus. „Die Karten haben eine Auflage von gut 1000 Stück und gehen weg wie das sprichwörtliche geschnittene Brot.“

Das Interesse der Bürger ist riesig, ständig ist der Stand des Vereins umlagert. Trotz nasser Kälte bleiben die Menschen lange am Ort und diskutieren. Viele erzählen Geschichten zu dem geschichtsträchtigen Haus. Vieles wird damit verknüpft, Vorschläge machen die Runde. „Die Stadt sollte das Haus schnell zurückkaufen und einer sinnvollen Verwendung zuführen“, findet Siegfried Breuer. Er ist, wie viele Mitbürger, sauer über den Umgang mit diesem Eigentum. „Es ist doch ganz klar, Eigentum verpflichtet, besonders im öffentlichen Raum“, findet Gerd Buller.

Aktionstag vor Haus Holtermann

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  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: Christian Wolff
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: Christian Wolff
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: privat
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: privat
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: privat
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: privat
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: privat
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: privat
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: Christian Wolff
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: Christian Wolff
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: Christian Wolff
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: Christian Wolff
  • Die Rettung des Hauses Holtermann vor dem weiteren Verfall ist vielen Bürgern ein Herzensanliegern. Foto: Christian Wolff

Für andere – wie Dietmar Zöller – sollte es wieder „das Juwel in der Stadtmitte“ werden. Viele Befragte befürchten, dass das einst so schöne Gebäude nur ein Spekulationsobjekt ist und dem Abriss geweiht sein soll. „Der Verfall ist eine Schande für die Stadt und ein unfassbarer Verlust für den Marktplatz“, hebt Barbara Pawlows­ki hervor. Dr Christoph Ertel gehen die bisherigen Aktivitäten nicht weit genug. Er ist schriftlich wie persönlich im Rathaus mit dem Anliegen vorstellig geworden, mehr Druck auf den Eigentümer auszuüben. Richtig gut fühle er sich durch die Fachleute nicht informiert. Stets sei ihm bedeutet worden, dass öffentlicher Druck eher der Sache schaden könne. Jürgen Henke unterstützt die Aktion der „Stadtbildmacher“. Der Ahlener Unternehmer gehört zusammen mit der Fraktionsvorsitzenden der Bündnisgrünen im Rat, Petra Pähler-Paul, zu den Impulsgebern. „Die Idee für eine Aktion ist während einer Zigarettenpause bei einer Sitzung im Alten Rathaus entstanden“, erinnert Henke.

Der bekannte Stadtmaler Martin Hatscher hat – inspiriert von der Aktion – ein Bild vom Gebäude gemalt. Jetzt wird er prüfen, ob sich das als Postkarte zugunsten des Vereins vermarkten lässt. „Damit will ich diese wichtige Arbeit unterstützen. Der Verfall kann doch so nicht weitergehen“, lautet des Künstlers Protest.

Aber auch Eigentümer Stefan Arztberg schwieg nicht nur. Zumindest wandte er sich schriftlich an die Marktbesucher. Am Schaufenster des leeren Geschäftshauses kleben neuerdings Blätter mit seiner Stellungnahme, datiert vom 10. Januar. So sichert er darauf eine Instandsetzung und neue farbliche Gestaltung der Fassade zu – noch für dieses Jahr. Dazu verhandelt er nach eigenen Angaben mit der Stadt über sinnvolle Nutzungen. Die Unterstützer der Protestaktion hoffen, dass es sich nicht nur um Worthülsen handelt. „Den Worten müssen einfach Taten folgen“, zieht Silke Büscher-Wagner ihr Fazit, während die letzten der 1000 Postkarten unter die Leute kommen.  

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