Musical „Ratten in der Stadt“
Die Folgen von Verrat und Habgier

Ahlen -

Ein Märchen mit tagespolitischen Bezügen in gekonnter Musicalform führte die Musical-Arbeitsgemeinschaft des Städtischen Gymnasiums am Montagabend in ihrer Aula auf. Am Mittwoch, 6. Februar, ist die letzte Gelegenheit, dieser sehenswerten Aufführung beizuwohnen.

Dienstag, 05.02.2019, 19:53 Uhr aktualisiert: 05.02.2019, 20:00 Uhr
Die Bürger protestieren – Bürgermeister Schmalz (Kaan Tüney) muss sich verantworten. Bringt der unbekannte Pfeiffer (Lennart Greiwe) die Lösung?
Die Bürger protestieren – Bürgermeister Schmalz (Kaan Tüney) muss sich verantworten. Bringt der unbekannte Pfeiffer (Lennart Greiwe) die Lösung? Foto: Peter Schniederjürgen

„Tales of Hamlin – Ratten in der Stadt“ heißt das Märchen in seiner modernen Fassung. Die gründet sich auf die bekannte Rattenfängersage aus Hameln und behandelt wie diese die Folgen von Verrat und Habgier. In der Aula des Städtischen Gymnasiums gab es unübersehbare politische Bezüge, die einen Bogen zum aktuelle Weltgeschehen schlagen liegen.

So hat der korrupte Bürgermeister Schmalz (Kaan Tüney) eine goldblonde Frisur, wie sie seit Jahren dank des Spitzenvertreters der Vereinigten Staaten von Amerika durch die Weltpolitik geistert. Sollte da gar eine Karikatur eines berühmt-berüchtigten Staatenlenkers gezeichnet werden? Dazu prangte in seiner Gestik auch immer mal wieder die „Merkel-Raute“ und noch etliche Details mehr.

Doch worum geht es in den „Tales“? Hameln leidet unter eine Wirtschaftskrise. Früher strömten die Touristen in Scharen in den Ort – nun bleiben sie fort. Die Ursache ist schnell gefunden: Eine Rattenplage frisst alles an, verbreitet Angst, Schrecken und Krankheit. Allein der Bürgermeister und sein Rat, also die Führungsschicht der Stadt, ist davon praktisch nicht betroffen. Dann reicht es den Bürgern. Mit Demonstrationen zwingen sie den dicken und verschlagenen Stadtchef zum Handeln. Plötzlich taucht ein mysteriöser Musiker auf. Der Pfeiffer, herausragend von Lennart Wenzel gespielt, verspricht dabei, die Stadt zu befreien.

Musicalaufführung am Städtischen Gymnasium

1/9
  • Musical „Ratten in der Stadt“ am Städtischen Gymnasium Ahlen 2019. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Musical „Ratten in der Stadt“ am Städtischen Gymnasium Ahlen 2019. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Musical „Ratten in der Stadt“ am Städtischen Gymnasium Ahlen 2019. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Musical „Ratten in der Stadt“ am Städtischen Gymnasium Ahlen 2019. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Musical „Ratten in der Stadt“ am Städtischen Gymnasium Ahlen 2019. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Musical „Ratten in der Stadt“ am Städtischen Gymnasium Ahlen 2019. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Musical „Ratten in der Stadt“ am Städtischen Gymnasium Ahlen 2019. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Musical „Ratten in der Stadt“ am Städtischen Gymnasium Ahlen 2019. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Musical „Ratten in der Stadt“ am Städtischen Gymnasium Ahlen 2019. Foto: Peter Schniederjürgen

Sprechtexte, Gesang und Choreographie meistern die Schüler hervorragend. Die Gesamtproduktion der Schule – angefangen bei der Technik-AG über die Gestaltung des Bühnenbildes durch die Kunst-, Grund- und Leistungskurse sowie den Kunstprofilkurs bis hin zum Klangbild – ist perfekt. Die detailreiche Arbeit in Musik und Regie durch Katharina Braukmann darf zweifellos als voller Erfolg der Bildungseinrichtung gewertet werden.

Dazu kommt die Spielfreude der ganzen Truppe. Sie bringt einfach ein richtig schönes Stück vor die Augen des Publikums, in die gesamte Aula. Allerdings leiden besonders die Zuschauer im hinteren Bereich des Veranstaltungssaals sehr unter der schlecht bis gar nicht funktionierenden Soundanlage. Eine Erneuerung würde einem sehr gut inszenierten und dargestellten Stück wie diesem mit Sicherheit guttun.

Dennoch lohnt es unbedingt, sich die „Tales“ anzusehen. Die letzte Aufführung ist am Mittwochabend um 19 Uhr.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6371719?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Poller schützen bald den Domplatz
Der städtische Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer (l.) und Norbert Vechtel (Ordnungsamt) vor der längsten Sperranlage in der City an der Loerstraße. Bis 2021 sollen alle relevanten Innenstadt-Zufahrten mit Überfahrschutzpollern ausgestattet sein.
Nachrichten-Ticker