Beziehungsdrama vor dem Schöffengericht
Opfer bis zur Ohnmacht gewürgt?

Ahlen -

Freiheitsberaubung und Körperverletzung – schwere Anschuldigungen gegen einen 32-jährigen Beckumer. Der soll seine damalige Freundin gegen ihren Willen festgehalten haben – und stand deswegen am Dienstag vor dem Amtsgericht in Ahlen.

Mittwoch, 06.02.2019, 11:00 Uhr
Das Amtsgericht in Ahlen.
Das Amtsgericht in Ahlen. Foto: Christian Wolff

Schweren Vorwürfen sah sich am Dienstag ein 32-jähriger Beckumer vor dem Ahlener Schöffengericht ausgesetzt. Die Anklage lautete auf Freiheitsberaubung und Körperverletzung. So soll der Mann seine damalige Freundin im Januar 2018 in der Ahlener Wohnung gegen ihren Willen über längere Zeit festgehalten und mehrfach körperlich angegriffen haben.

Dabei zog sich die junge Frau laut Anklageschrift ein defektes Trommelfell und mehrere Prellungen im Gesicht, im Brust- und Rückenbereich sowie an den Beinen zu. „Außerdem haben Sie versucht, gegen ihren Willen den Beischlaf auszuführen und bei dem Arbeitgeber angerufen und gesagt, dass die Geschädigte nicht mehr kommt“, klagte der Staatsanwalt an. Zusätzlich habe der Angeklagte sein Opfer mehrfach bis zur Ohnmacht gewürgt.

„Es war ganz anders. Sie war nicht gegen ihren Willen bei mir, sondern weil sie Stress mit ihrer Familie hatte“, gab der Angeklagte an. Er schilderte, wie sich die Beziehung zwischen den beiden jungen Leuten, beide muslimischen Glaubens, entwickelt habe. So sei aus der Affäre mit versteckten Treffen im Laufe von Jahren eine Beziehung geworden. „Ich wollte sie ja heiraten, aber konnte mir zu dem Zeitpunkt nicht mal Ringe leisten“, gab der arbeitslose Beckumer an.

Die Beziehung gedieh weiter und der Angeklagte nahm sich die spätere Tatwohnung in Ahlen. Hier trafen sich die beiden nach seiner Angabe immer mal wieder auch über Nacht.

„Zuhause gab sie an, bei der Freundin zu schlafen“, führte der arbeitslose Liebhaber aus. Bis eines Tages die Affäre aufflog. Das Paar wurde gesehen und ihre Beziehung zog Kreise.

„Sofort habe ich mich mit ihrer Familie in Verbindung gesetzt, um Schaden zu vermeiden und meine ehrliche Absicht erklärt“, stellte der gebürtige Türke klar. Seine Braut, die aus dem arabischen Raum stammt, wurde von den Eltern unter Druck gesetzt, schnell zu heiraten. In der Folge sei die Frau für einige Tage zu ihm gezogen. Hier lebten sie wie ein normales Paar zusammen. „Letztlich hat die Beziehung diesem Druck nicht standgehalten und die Beziehung ist zerbrochen. Sie verließ mich und ich habe danach nichts mehr von ihr gehört“, beendete der 23-Jährige seine Aussage. Die wurde im Wesentlichen von den Angaben der Brüder des Angeklagten gestützt. Sie umrissen die Eckpunkte der Familienkontakte und den Druck, dem das Paar ausgesetzt war.

Das Gericht will jetzt weitere Zeugen laden. Es erwartet mehrere Verhandlungstage und vertagte sich zunächst auf den kommenden Dienstag, 12. Februar.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6372128?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Seniorin verfolgt Diebin mit Rollator
Diebstahl: Seniorin verfolgt Diebin mit Rollator
Nachrichten-Ticker