Erst Kürzung – dann Einstellung?
13 Bürgermeister für Notfall-Versorgung in Ahlen

Ahlen -

Die Ambulante Notfallpraxis in Ahlen muss bleiben! 13 Bürgermeister haben ihre Namen unter ein Schreiben an die Kassenärztliche Vereinigung gesetzt. Ihre Sorge: erst Kürzung, dann Einstellung.

Donnerstag, 07.02.2019, 10:22 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 13:56 Uhr
Unverändert beibehalten werden muss die ambulante Notfallpraxis im St.-Franziskus-Hospital. Das fordern die Bürgermeister im Kreis Warendorf.
Unverändert beibehalten werden muss die ambulante Notfallpraxis im St.-Franziskus-Hospital. Das fordern die Bürgermeister im Kreis Warendorf. Foto: Stadt Ahlen

Im Ringen um den Erhalt der ambulanten Notfallpraxis in Ahlen hat sich Bürgermeister Dr. Alexander Berger erneut an den Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KV) gewandt. Mitunterzeichner des Schreibens, in dem die Beibehaltung der hausärztlichen Versorgung außerhalb der Öffnungszeiten niedergelassener Ärzte gefordert wird, ist Beckums Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmannn als Sprecher der Bürgermeister-Konferenz im Kreis Warendorf.

Auf ihrer letzten Dienstbesprechung hatten sich die Bürgermeister mit der Thematik befasst, von der alle Städte und Gemeinden betroffen sind. Sie schließen sich den Bedenken an, die Berger bereits in einem Brief an die KV vom 19. Dezember vorgebracht hatte.

Als Folge der angekündigten massiven Präsenzeinschränkung befürchten die 13 Verwaltungschefs des Kreises Warendorf eine nicht zu verantwortende Qualitätseinbuße in der medizinischen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger im südlichen Kreis Warendorf. Zugleich sehen sie die Leistungsfähigkeit der Notfallversorgung im Ahlener St.-Franziskus-Hospital ernsthaft bedroht, wenn außerhalb der Öffnungszeiten der niedergelassenen Hausärzte Patienten mit leichteren Krankheitsbildern die Krankenhausnotaufnahme aufsuchen müssen. „Die zu erwartenden langen Wartezeiten sowie der damit einhergehende steigende Arbeitsdruck auf das diensthabende medizinische Personal werden den Interessen aller Beteiligten in keiner Weise gerecht“, heißt es in der Note an den KV-Vorsitzenden Dr. Gerhard Nordmann.

Sorge: Zwischenschritt bis zur Einstellung

„Wir wenden uns insofern an Sie mit der Aufforderung, den Beschluss zur teilweisen Schließung der ambulanten Notfallpraxis in Ahlen zurückzunehmen“, verlangen die Bürgermeister. Ihre Konferenz gehe von der Annahme aus, dass die in Aussicht gestellte Reduzierung der ambulanten Notfallversorgung nur der Zwischenschritt zu ihrer vollständigen Einstellung ist. Diese Befürchtung sei auch aus Kreisen der Ahlener Ärzteschaft an die Bürgermeister herangetragen worden.

Dieser absehbaren Entwicklung können und werden wir nicht tatenlos zusehen!

Aus dem Schreiben an die KV

Der von der KV angekündigte Verzicht auf den hausärztlichen Notdienst montags, dienstags und donnerstags würde in das System der medizinischen Daseinsfürsorge der Stadt Ahlen und der angrenzenden kreisangehörigen Kommunen eine unverantwortbare Lücke reißen. Angesichts der Sozialstruktur der Stadt Ahlen und der ländlichen Infrastruktur im Umland sei es Teilen der Bevölkerung nicht zuzumuten, bei Erkrankungen, die keinen Aufschub der hausärztlichen Versorgung dulden, Notdienste in entfernten Oberzentren wie Hamm oder Münster aufzusuchen. „Es mangelt einerseits an der dazu erforderlichen individuellen Mobilität, andererseits ist es durch Infekte geschwächten Menschen kaum zuzumuten, sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Suche nach einem ärztlichen Angebot zu machen“, wird zu bedenken gegeben.

Vor den absehbaren Konsequenz der Präsenzkürzung wird die KV gewarnt: Der Notdienst des St.-Franziskus-Hospitals dürfte künftig häufiger aufgesucht werden. „Dessen unnötige Überlastung wird zur Folge haben, dass die Qualität der notärztlichen Versorgung in Ahlen zwangsläufig Schaden nimmt. Dieser absehbaren Entwicklung können und werden wir nicht tatenlos zusehen!“

Im Übrigen ist es der Öffentlichkeit nicht zu erklären, dass ein Mittelzentrum von der Größe Ahlens in den Kernzeiten ohne durchgehende hausärztliche Versorgung ist.

Aus dem Schreiben an die KV

Auch im Hinblick auf die in Zukunft wegen offener Nachfolgeregelungen zu befürchtenden Schließungen von Hausarztpraxen halten die Bürgermeister die Verknappung des ambulanten Notfalldienstes für nicht vertretbar. „Im Übrigen ist es der Öffentlichkeit nicht zu erklären, dass ein Mittelzentrum von der Größe Ahlens (55.000 Einwohner) in den Kernzeiten ohne durchgehende hausärztliche Versorgung ist.“

Protestnote an Minister Laumann

Der Protest der Ahlener Hausärzte und des St.-Franziskus-Hospitals gegen die Einschränkung des ambulanten Notfalldienstes der niedergelassenen Ärzte wird von der Bürgermeister-Konferenz mit allem Nachdruck unterstützt. Unterrichtet haben sie darüber auch die heimischen Bundestags- und Landtagsabgeordneten, den Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, sowie die Landesbehinderten- und Patientenbeauftragte Claudia Middendorf.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6375221?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Weihnachtsmarkt per Losentscheid
Auf dem Platz am Kiepenkerl wollen zwei Bewerber einen Weihnachtsmarkt veranstalten. Jetzt soll das Los entscheiden.
Nachrichten-Ticker