Ambulante Notfallpraxis
KV: Nicht der Anfang vom Ende

Ahlen/Münster -

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen Lippe bezieht Stellung zur ambulanten Notfallpraxis in Ahlen: Die Reduzierung der Öffnungszeiten sei nicht der Anfang vom Ende.

Freitag, 08.02.2019, 21:00 Uhr
St.-Franziskus-Hospital Ahlen: Die KV nimmt Sorgen vor einer Schließung der Notfallambulanz.
St.-Franziskus-Hospital Ahlen: Die KV nimmt Sorgen vor einer Schließung der Notfallambulanz. Foto: Ulrich Gösmann

Behauptungen, die Notfallpraxis in Ahlen würde tageweise geschlossen, um die Ärzte dort für eine neue Praxis in Münster abziehen zu können, hat Dr. Hendrik Oen , Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL) widersprochen. „Das hat damit nichts zu tun“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. In den zwölf Stunden montags, dienstags und donnerstags jeweils von 18 bis 22 Uhr, in denen niedergelassene Ärzte ihre Sprechstunde in Ahlen abhalten, kämen im Schnitt zwölf Patienten – also einer pro Stunde. Das könnten auch die Ärzte des Krankenhauses übernehmen.

Oen bestreitet auch, dass die Pläne der KVWL nur der Anfang vom Ende der Notfallpraxis in Ahlen sind. „Dann hätten wir das direkt gemacht“, sagte er weiter. Er schloss aus, dass die Praxis auch zu den besser besuchten Zeiten aufgegeben wird.

Das hat damit nichts zu tun.

Dr. Hendrik Oen

Richtig ist aber, dass in Münster eine neue Notfallpraxis entsteht. Ab dem 3. Mai sollen am dortigen Franziskus-Hospital Patienten in einer sogenannten „Portalpraxis“ Hilfe bekommen. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat dem Krankenhaus den Zuschlag gegeben, weil die Zahl der Hilfesuchenden dort bei 50 bis 75 am Tag liegt.

In einer „Portalpraxis“ wird die Notfallpraxis der KVWL mit der Notfallambulanz des Krankenhauses verknüpft. Mit dem „Ein-Tresen-Modell“ müssen Patienten nicht mehr selber entscheiden, ob sie sich an die Notfallambulanz des Krankenhauses oder an die Notfalldienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigungen wenden sollen. Hinter dem Tresen arbeiten Experten, die Schwere und Dringlichkeit der nötigen Behandlung einschätzen und die Patienten dann entweder in die Notfallambulanz, die Notfallpraxis oder auch zum Hausarzt am nächsten Tag schicken sollen. „Dadurch soll ein schnellerer Zugang zur notwendigen medizinischen Versorgung erreicht und zugleich die stark steigende Inanspruchnahme in Klinikambulanzen und Notaufnahmen verringert werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des NRW-Gesundheitsministeriums vom Freitag.

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