Ambulante Notfallpraxis
3000 Unterschriften für den Erhalt

Ahlen -

Die Ambulante Notfallpraxis ist innerhalb des Ahlener St.-Franziskus-Hospitals umgezogen und seit Dienstag, 18 Uhr, einsatzbereit. Vorab wurden 3000 Unterschriften übergeben. Darin fordern Bürger den Erhalt der Anlaufstelle. Die ist jetzt über den Eingang der Notfallambulanz zu erreichen.

Dienstag, 12.02.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 12.02.2019, 21:14 Uhr
Die ersten 2200 Unterschriften: Dr. Thomas Mandelkow (r.) übergibt an Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Links: Krankenhaus-Verwaltungsdirektor Winfried Mertens.
Die ersten 2200 Unterschriften: Dr. Thomas Mandelkow (r.) übergibt an Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Links: Krankenhaus-Verwaltungsdirektor Winfried Mertens. Foto: Ulrich Gösmann

Kürzere Wege, zeitnahe und beschwerdebezogene ärztliche Betreuung und angestrebte geringe Wartezeiten – die Liste der Vorteile der neuen gemeinsamen Notfallaufnahme im Ahlener St.-Franziskus-Hospital ist lang. Am Dienstagmittag stellten Winfried Mertens , Verwaltungschef des Krankenhauses, und Dr. Thomas Mandelkow , Vorsitzender des Ahlener Ärztevereins, das schon lange verabredete Projekt vor, das noch am selben Abend in Betrieb ging.

Mertens und Mandelkow zeigten sich von den Vorteilen des gemeinsamen Portals überzeugt. Dort nehmen zwei erfahrene Medizinische Fachangestellte (MFA) die Patienten in Empfang und eine erste „Sichtung“ vor. Je nach Beschwerden entscheiden sie, ob es sich um leichte oder mittlere Beschwerden handelt, die in der Notfallpraxis behandelt werden kann oder um eine schwere Erkrankung, mit der der Patient besser in der Notfallambulanz des Krankenhauses aufgehoben ist. „Wir setzen bei der Sichtung nur erfahrene Fachkräfte ein“, erklärten Mertens und Mandelkow übereinstimmend. Winfried Mertens sieht gute Voraussetzungen, „damit Patienten viel besser und viel eher in die richtigen Strukturen geleitet werden.“

Erste Anlaufstelle. Hier wird entschieden: Notfallpraxis oder Notfallambulanz.

Erste Anlaufstelle. Hier wird entschieden: Notfallpraxis oder Notfallambulanz. Foto: Ulrich Gösmann

Beide hoffen, dass die Gemeinschaftsaufnahme gut angenommen wird. Denn im Hintegrund steht weiterhin die Drohung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die Notfallpraxis montags, dienstags und donnerstags wegen zu geringer Frequentierung zu schließen.

Ich habe auf beide Schreiben bislang keine Antwort erhalten.

Dr. Alexander Berger

Dagegen sprechen sich knapp 3000 Ahlener aus, die sich für einen Erhalt der ambulanten Notfallpraxis einsetzen. Entsprechende Unterschriftenlisten überreichte die Spitze des Ärztevereins, bestehend aus Dr. Thomas Mandelkow, Dr. Stefanie Franke und Christoph Kuchta an Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Der betonte bei der Übergabe, der Druck auf die KVWL müsse aufrechterhalten werden. Es sei ein deutliches Signal, „dass so viele Bürgerinnen und Bürger in kurzer Zeit ihre Sorge vor einer Verschlechterung der ambulanten Versorgung zum Ausdruck gebracht haben.“ In zwei Schreiben hatte Berger bereits den Vorstand der KV Westfalen-Lippe aufgefordert, die Sprechzeiten in Ahlen unverändert zu lassen. „Ich habe auf beide Schreiben bislang keine Antwort erhalten“, monierte Berger.

Sie macht am Abend den Anfang: Dr. Stefanie Franke in den neuen Räumen der Ambulanten Notfallpraxis.

Sie macht am Abend den Anfang: Dr. Stefanie Franke in den neuen Räumen der Ambulanten Notfallpraxis. Foto: Ulrich Gösmann

Verärgert zeigte sich auch Dr. Thomas Mandelkow über das Argument, mit dem die KVWL die bis Mai ausgesetzte angekündigte Reduzierung der Sprechzeiten begründet. Die geringe durchschnittliche Auslastung sei ein statistischer Wert ohne wirkliche Aussagekraft. „Man sollte auch den Patientenanfall in Stoßzeiten bedenken, etwa bei einer Grippewelle.“ Jeder Arzt kenne das Phänomen, wenn dann der sogenannte „halbe Bus“ auf einen Schlag eintrifft.

Hinter ihnen der gemeinsame Eingang von Notfallpraxis und Notfallambulanz.

Hinter ihnen der gemeinsame Eingang von Notfallpraxis und Notfallambulanz. Foto: Ulrich Gösmann

Die neue gemeinsame Anlaufstelle von Notfallambulanz und Notfallpraxis erreichen die Patienten über den Eingang der bisherigen Notfallambulanz des Krankenhauses, der Weg ist entsprechend ausgezeichnet. Die neue räumliche Nähe soll im Laufe des Jahres noch weiter verbessert werden. Dann soll die Notfallpraxis, die von den niedergelassenen Ärzten im Auftrag der KV betrieben wird, Räume unmittelbar neben der Notfallambulanz beziehen.

Das Schild am Haupteingang verschwindet am Nachmittag.

Das Schild am Haupteingang verschwindet am Nachmittag. Foto: Ulrich Gösmann

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