Stadt will Zeiten neu regulieren
Frühe Sperrstunden auf Spielplätzen

Ahlen -

Verkürzte Spielzeiten auf Kinderspielplätzen? Widerstand aus der Politik für einen Vorstoß der Verwaltung.

Mittwoch, 13.02.2019, 23:00 Uhr aktualisiert: 14.02.2019, 11:12 Uhr
Abhängen auf Spielplätzen? Auf dem Pausenhof der Marienschule nicht mehr so leicht möglich, seitdem ein Zaun das Gelände umschließt.
Abhängen auf Spielplätzen? Auf dem Pausenhof der Marienschule nicht mehr so leicht möglich, seitdem ein Zaun das Gelände umschließt. Foto: Ulrich Gösmann

Die von der Verwaltung beabsichtigte Änderung der Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Ahlen sorgte am Dienstag im Hauptausschuss für Diskussionsstoff. Konkret geht es um verschärfte Verhaltensregeln für die Benutzung von Spiel- und Bolzplätzen, als Reaktion auf den in einigen Bereichen zunehmenden Vandalismus und Anwohnerbeschwerden über Lärmbelästigung insbesondere in den Abendstunden.

Wurde bisher zwischen Kinderspielplätzen und Spielplätzen für Kinder und Jugendliche sowie Bolzplätzen unterschieden, so ist jetzt nur noch von Spiel- und Bolzplätzen die Rede. Neu eingeführt wird der Begriff der Aktionsflächen, dazu zählen zum Beispiel Dirtbikebahnen, Skateanlagen oder Minispielfelder.

Der Aufenthalt auf Spielplätzen soll Kindern bis zum Alter von zwölf Jahren künftig nur noch von 7 bis 20 Uhr (bisher 22 Uhr) erlaubt sein, Jugendliche dürften sich künftig nur noch auf Bolzplätzen bis 22 Uhr aufhalten. Ein weiterer neuer Passus besagt, dass Spielplätze auf Schulhöfen an Schultagen erst nach Beendigung des offenen Ganztags ab 16 Uhr öffentlich zugänglich sind.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Gabi Duhme fand die Einschränkung der „Öffnungszeiten“ für Spielplätze „bedenklich“. Sie könne sich zwar „vorstellen, dass auch schon Zwölfjährige zwischen 20 und 22 Uhr für Ärger sorgen können“, glaube aber, dass dies nur eine Minderheit sei. Sie frage sich: „Gehen wir hier nicht weiter, als das Jugendschutzgesetz es fordert?“ Im Sommer hielten sich auch Kinder abends länger draußen auf, sie habe das jedenfalls in dem Alter auch schon gedurft.

Für die CDU erklärte Barbara Buschkamp, sie teile die Einschätzung von Gabi Duhme. Ihre Fraktion werde gegebenenfalls im Rat einen Änderungsantrag stellen. Die Leiterin der städtischen Rechts- und Ordnungsabteilung, Gabriele Hoffmann, sicherte zu, bis zu der heutigen Sitzung noch einmal die Kompatibilität der Verordnung mit dem Jugendschutzgesetz zu prüfen und darzustellen.

Gabi Duhme brachte in diesem Zusammenhang noch die jüngst vorgenommene Einzäunung des Schulhofes der Marienschule zur Sprache und wollte wissen, wer das ,,an den Ausschüssen vorbei“ beschlossen habe. Antwort: die Verwaltung in eigener Zuständigkeit. Man habe damit auf Beschwerden aus der Nachbarschaft reagiert, so Bürgermeister Dr. Alexander Berger, und auch dem „ausdrücklichen Wunsch der Schulleitung“ entsprochen. Duhme blieb bei ihrer Kritik: Eine solche Maßnahme könne nicht „auf Zuruf“ einer einzelnen Schule erfolgen. Es müsse „gleiches Recht für alle“ gelten, forderte die SPD-Fraktionschefin eine Grundsatzdiskussion des Themas auch im Jugendhilfeausschuss. Der Bürgermeister stellte in Aussicht, diesem Wunsch zu entsprechen.

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