Neuer Planungsanlauf
Osttangente „wichtiges Infrastrukturprojekt“

AhleN -

Neuer Planungsanlauf für die Osttangente: der Stadtrat gab den Weg frei und hob seinen alten Beschluss über den Verzicht aus dem Jahr 2014 auf.

Freitag, 15.02.2019, 20:30 Uhr aktualisiert: 15.02.2019, 21:00 Uhr
Freies Feld für die Osttangente: In Höhe des Abzweigs Olfetal ginge die Fahrt dann auf gegenüberliegender Seite in Richtung Zeche.
Freies Feld für die Osttangente: In Höhe des Abzweigs Olfetal ginge die Fahrt dann auf gegenüberliegender Seite in Richtung Zeche. Foto: Ulrich Gösmann

Beim Thema Osttangente sind noch alte Rechnungen offen. In der Sitzung des Rates am Donnerstagnachmittag schenkte sich die Politik nichts, um sie verbal zu begleichen.

Den sachlichen Aufschlag machte Stadtbaurat Andreas Mentz , der die Osttangente als „wichtiges Infrastrukturprojekt“ bezeichnete. Die Entlastungswirkung für die südöstliche Innenstadt stehe außer Frage, erklärte Mentz, und prognostizierte eine weitere Zunahme des Verkehrs. Bei der Abwägung der Vorteile und Nachteile, die es wie den Landschaftsverbrauch auch gebe, überwögen aus Sicht der Verwaltung Erstere.

Für die CDU begrüßte Erhard Richard die Richtungsentscheidung pro Osttangente, die mit der FDP zusammen das Thema wieder auf die politische Agenda gesetzt hatte. Sehr zum Ärger der Bündnisgrünen, für die Dieter Bröer unkte, dass ein Prinz namens Hendrik Wüst und seines Zeichens nordrhein-westfälischer Verkehrsminister aus ihrem Dornröschenschlaf wach geküsst habe. Bröers Vorwurf: „Ein Entertainmentstandort mit Kleingewerbe braucht keine 20 Millionen Euro teure Straße“. Lege man die vorliegenden Zahlen über Verkehrszählungen zugrunde, müsse man mindestens zwei weitere Umgehungsstraßen in Ahlen bauen. Die Belastung der Walstedder Straße stufte er als vergleichbar ein.

Ein Entertainmentstandort mit Kleingewerbe braucht keine 20 Millionen Euro teure Straße.

Dieter Bröer

Für seine Ablehnung steckte Bröer von allen Seiten scharfe Kritik ein. Nachdem Karl-Heinz Meiwes für die SPD vorgelegt und begründet hatte, warum sich seine Fraktion unter den neuen politischen Vorzeichen in Düsseldorf zu einem Ja durchgerungen habe, legte Fraktionschefin Gabi Duhme nach und empfahl Bröer, die Anwohner der Dolberger Straße zur Verkehrsbelastung zu befragen. Nachdem die damalige rot-grüne Landesregierung alle Straßenmaßnahmen auf Eis gelegte hatte, habe die SPD vergeblich versucht, eine kleine Lösung hinzubekommen. „Die Osttangente ist die letzte Chance“, fasste Duhme ihre Kritik an der grünen Haltung zusammen. Im Übrigen seien zahlreiche Industrie- und Gewerbebetriebe auf dem Zechenareal hinzugekommen, ergänzte Duhme.

Ähnlich sahen es FWG-Chef Heinrich Artmann und der FDP-Fraktionsvorsitzende Eric Fellmann. Rolf Leismann nahm für die BMA die kritische Bemerkung Bröers über die Kosten in Höhe von 18,2 Millionen Euro auf, von denen die Stadt 7,2 Millionen Euro als Eigenanteil hinzusteuern müsste. Wie Meiwes forderte auch Leismann Lärmschutzmaßnahmen für betroffene Anwohner ein. Man werde die Kostenentwicklung sehr genau verfolgen, kündigte Leismann an.

Gegen drei Stimmen hob der Rat seinen alten Beschluss über den Verzicht auf die Osttangente aus 2014 auf und empfahl, die Planung wieder aufzunehmen vorbehaltlich der Gültigkeit des Planfeststellungsbeschlusses.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6393544?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
„Pop kann großen Einfluss nehmen“
In manchen Liedern sind die politischen Botschaften eindeutig, beispielsweise im Punk. Im Schlager wie von Helene Fischer hingegen eher unterschwellig, sagt Dr. Kerstin Wilhelms vom Germanistischen Institut der WWU.
Nachrichten-Ticker