Vortrag von Dr. Ludger Schroer
Eine unauffällige Spezies

Ahlen -

Der Verein „Ahlener Stadtbildmacher“ hat sich im vergangenen Jahr der jahrelang verwaisten Trafostation im Berliner Park angenommen. Hinweisgeber war Dr. Ludger Schroer aus Lüdinghausen. Inzwischen hat er ein Buch geschrieben über die Trafostationen im Münsterland.

Montag, 18.02.2019, 11:34 Uhr
Das historische Trafohäuschen im Berliner Park soll mit Leben gefüllt werden. Dankanstöße dazu liefert Ludger Schroer aus Lüdinghausen durch seinen Vortrag am Mittwoch im Alten Rathaus.
Das historische Trafohäuschen im Berliner Park soll mit Leben gefüllt werden. Dankanstöße dazu liefert Ludger Schroer aus Lüdinghausen durch seinen Vortrag am Mittwoch im Alten Rathaus. Foto: Christian Wolff

Die „Stadtbildmacher“-Vorsitzende Silke Büscher-Wagner freut sich, dass Dr. Ludger Schroer bereit ist, in Ahlen einen Vortrag zu dem Thema zu halten. Er ist am morgigen Mittwoch, 20. Februar, von 19 bis 20 Uhr im Ratssaal des Alten Rathauses am Markt zu Gast. Interessierte sind eingeladen; der Eintritt ist kostenlos.

Geplant sind ein Impulsvortrag und eine kleine Diskussionsrunde über mögliche Nachnutzungskonzepte der Trafostation im Berliner Park. Am „Tag des offenen Denkmals“ 2018 war die Trafostation für die Ahlener geöffnet. Nachdem die „Stadtbildmacher“ die Stadt Ahlen als Eigentümerin des Denkmals auf einige Schäden aufmerksam gemacht hatten, wurde zeitnah eine Sanierung vorgenommen. „Das marode Dach ist nun wieder dicht, so dass keine weitere Feuchtigkeit eindringen kann“, sagt Silke Büscher-Wagner. „Die aktuelle Nichtnutzung des Gebäudes an dieser sichtbaren Stelle am Kreisverkehr Im Pattenmeicheln / Dolberger Straße finden wir allerdings sehr bedauernswert. Sie wird dem Objekt nicht gerecht.“

Die „Stadtbildmacher“ möchten der Unteren Denkmalbehörde in Kürze ein Konzept vorlegen. „Auch eine dezente Beleuchtung während der dunklen Jahreszeit wäre denkbar. Da sind wir bereits im Austausch“, so die Vorsitzende. „Verschiedene Ideen wurden schon lebhaft diskutiert. Beispiele sind das ,Kleinste Hotel in Ahlen‘ oder etwas für die Zielgruppe der Radtouristen, ein Trafomuseum oder ein Backhaus.“

Vor rund 100 Jahren erreichte die Elektrizität das Münsterland. Um den elektrischen Strom in die Haushalte zu verteilen, wurden an vielen Stellen Masten und Transformatorenstationen gebaut. „Damals war der Widerstand gegen diese durchweg als hässlich angesehenen Bauten der Elektrifizierung, die so gar nicht in die tradierte Landschaft und Dorfarchitektur passten, enorm“, beschreibt Dr. Ludger Schroer. „Im Fokus der Auseinandersetzungen zwischen Architekten, Heimatvereinen und Gemeindeverwaltungen um ein schönes und bodenständiges Bauen standen dabei die zahlreichen Verteilerstationen – mit dem Ergebnis, dass diese sich bis heute in vielfältigen Formen und Farben präsentieren.“

Mit ihrer teilweise ausdrucksstarken Architektur bereichern sie das Münsterland auf ganz besondere Weise, meint der Autor. „Diese Spezies industrieller Kleinarchitektur ist auffällig unscheinbar und vom Abriss bedroht.“ Schroer spürte im Kernmünsterland mehr als 100 Exemplare auf und kann eine spannende architektonische Vielfalt von Türmen und Stationen präsentieren. Mit historischen Bauplänen und Fotografien unterstreicht er die Faszination.

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