Woche der Brüderlichkeit
Kein Raum für Judenfeindschaft

Ahlen -

Vorträge, Filme, Tanz und „schräge Geschichten“ – die Veranstaltungen im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit sind diesmal ausgesprochen vielfältig.

Montag, 25.02.2019, 20:00 Uhr
Die Mitglieder des Forums Brüderlichkeit stellten das Programm vor: Lars Koenig, Friedrich Löper, Gerd Buller, Rainer Legant, Dr. Alexander Berger, Mathilde Pieper, Andrea Kuhr und Nadine Köttendorf.
Die Mitglieder des Forums Brüderlichkeit stellten das Programm vor: Lars Koenig, Friedrich Löper, Gerd Buller, Rainer Legant, Dr. Alexander Berger, Mathilde Pieper, Andrea Kuhr und Nadine Köttendorf. Foto: Tegeler

„Eigentlich denkt man doch“, sagt Dr. Alexander Berger , „das Thema Antisemitismus müsste sich erledigt haben.“ Aber Vorfälle aus jüngster Vergangenheit hätten es ja gezeigt: „Man kann nicht oft genug darauf hinweisen.“ Darauf, dass es immer noch und immer wieder Menschen gibt, die Juden verfolgen, diskriminieren und verletzen, meint der Bürgermeister damit, als er am Montag zusammen mit den Mitgliedern des Forums Brüderlichkeit das Programm der diesjährigen Woche der Brüderlichkeit vorstellt. Die steht bundesweit unter dem Motto „Mensch, wo bist du? Gemeinsam gegen Judenfeindschaft“.

Diese „Woche“ hat in Ahlen schon traditionsgemäß 14 Tage, denn die Angebotsfülle ist zu groß, um sie in nur sieben Tage zu quetschen freut sich die neue VHS-Leiterin Nadine Köttendorf über ein dickes Programmheft, das von Vorträgen über Filme bis zum Tanznachmittag jede Menge Abwechslung bietet.

Ein Programm, so lobt auch Alexander Berger, das nicht nur wieder zahlreiche lokale Akteure einbinde, sondern sich auch mit Ahlener Besonderheiten auseinandersetze. Ein Highlight sei beispielsweise der Vortrag Burkhard Leismanns mit dem Titel „Bernhard A. Böhmer – Der Händler ,Entarteter Kunst‘“. Leismann hat sich als Direktor des Kunstmuseums sehr intensiv mit dem in Ahlen geborenen Böhmer beschäftigt, der vom Künstler zum Nazigefolgsmann wurde, sich selbst aber als Förderer von Kunst und Künstlern sah.

Lars Koenig, Leiter der Familienbildungsstätte, verweist besonders auf eine Tagesfahrt unter Leitung des Pfarrers i.R. Heinz Aden zum Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten, das seine Ausstellung über jüdisches Leben ganz neu konzipiert habe. Und die Stadtführung mit Dr. Hans Gummersbach „Auf den Spuren der Juden in Ahlen“ habe man wieder ins Programm genommen: „Die war letztes Jahr so erfolgreich.“

Rainer Legant, Lehrer an der Fritz-Winter-Gesamtschule, sieht auch die Jugendlichen gut angesprochen: „Man muss die Schülerinnen und Schüler sensibilisieren. Denn wir wollen ja nicht nur gut ausgebildete Schüler, sondern auch gute Demokraten.“ Die Veranstaltung „German Lifestyle. Eingedeutscht – Die schräge Geschichte meiner Integration“ mit dem syrischen Social-Media-Star Allaa Faham sei beispielsweise richtig gut geeignet. Und auch die Besuche von Liesel Michel-Binzer, die sich entgegen früherer Ankündigungen entschlossen hat, weiter ihre Geschichte mitzuteilen, stießen bei den Jugendlichen auf große Resonanz. Liesel Michel-Binzer ist Überlebende des Konzentrationslagers Theresienstadt und mittlerweile 82 Jahre alt.

In die Woche der Brüderlichkeit eingebettet ist eine Reihe von vier Filmen mit anschließender Diskussionsmöglichkeit, die im „Cinema Ahlen“ laufen – darunter der Oscar nominierte Film „Werk ohne Autor“ von Florian Henckel von Donnersmarck.

Den Auftakt macht am Sonntag, 10. März, ein Vortrag des Journalisten und Buchautors Olaf Sundermeyer über Gefahren des Rechtspopulismus. Beginn ist um 17 Uhr im Museum im Goldschmiedehaus.

Zum Thema

Über die einzelnen Programmpunkte der Woche der Brüderlichkeit berichtet die Ahlener Zeitung jeweils noch gesondert und ausführlich.

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