Tierpfändung in Ahlen
Mops Edda schafft es in die "New York Times"

Ahlen -

Es war die erste Tierpfändung der Stadt Ahlen - und vermutlich wohl die letzte. Denn der Fall der Mopsdame Edda, die erst gepfändet und dann von einem Mitarbeiter der Stadt bei Ebay zum Kauf angeboten wurde, schlägt so hohe Wellen, dass inzwischen rund um den Globus Medien über den konfiszierten Vierbeiner einer fünfköpfigen Familie berichten - von der britischen Boulevard-Zeitung „Daily Mail“ (Auflage 1,4 Mio. Exemplare) bis hin zur einflussreichen „The New York Times“ (NYT).

Freitag, 01.03.2019, 14:27 Uhr aktualisiert: 01.03.2019, 15:25 Uhr
Tierpfändung in Ahlen: Mops Edda schafft es in die "New York Times"
Mops "Edda" hat es inzwischen auch in die New York Times geschafft. Foto: Gunnar A. Pier

Der Lösungsweg, den der Mitarbeiter der Stadt Ahlen einschlug, um die bestehenden Steuerschulden der betroffenen Familie einzutreiben, wird zwar als „pragmatisch“ eingeordnet, die Stadt habe aber ganz offensichtlich auch die Tierliebe der Deutschen komplett unterschätzt. Die NYT zitiert Birgitt Thiesmann , die als Kampagnenleiterin für "Vier Pfoten", eine internationale Tierschutzstiftung, arbeitet. Einen Familienhund über Ebay verkaufen sei „like putting grandfather on Ebay“. Sprich: als würde man dort den Großvater zum Kauf anbieten.

Die „ Daily Mail “ merkt kritisch an, dass bei dem Besuch der Familie sogar geprüft worden sei, Dinge zu pfänden, die der im Rollstuhl sitzende Familienvater nutzt. Dies sei aber nicht möglich gewesen, denn diese Gegenstände gehörten einer Versicherung. Bis Freitag wurde der Beitrag in England über 1600 Mal geteilt und zigmal kommentiert.

Medienrummel um Mops

Im deutschsprachigen Raum hat kaum eine Tageszeitung, kaum ein Fernsehsender den Mops-Fall nicht aufgegriffen. Ob „Lübecker Nachrichten“, „Mitteldeutsche Zeitung“, „Bild“ oder “Kronen Zeitung“ - die Geschichte von der Mops-Pfändung wird erzählt, löst zahlreiche, auch sehr unterschiedliche Reaktionen aus. Viele Personen, die den Fall im Netz kommentieren, werfen der Stadt Herzlosigkeit vor, andere fragen sich, warum eine Familie mit Schulden den wertvollen Hund überhaupt halten konnte. Eines bleibt: Mopsdame Edda, die bei ihrer neuen Besitzerin in Wülfrath zu Hause ist und in Ahlen vermisst wird, ist aktuell so bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund...

Und da der Gesundheitszustand der Mopsdame noch zum Streitfall zwischen der Besitzerin und der Stadt Ahlen geworden ist, dürften es nicht die letzten Schlagzeilen rund um Edda sein.

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