Jahresbericht Stadtbild- und Denkmalpflege
Pustekrey-Fassade rekonstruiert

Ahlen -

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit erfolgte in den vergangenen Monaten die Rekonstruktion der Südfassade des Herrensitzes Pustekrey. Aktuell, heißt es im Jahresbericht Denkmalpflege, laufen Restaurierungsarbeiten an Nord- und Ostfassade.

Montag, 11.03.2019, 20:00 Uhr
Schock für die Denkmalpflege: Anfang 2017 stürzten Teile der Südfassade des Herrensitzes Pustekrey ein und rissen Teile der Zwischendecken mit. Derzeit läuft die Restaurierung.
Schock für die Denkmalpflege: Anfang 2017 stürzten Teile der Südfassade des Herrensitzes Pustekrey ein und rissen Teile der Zwischendecken mit. Derzeit läuft die Restaurierung. Foto: Archiv

Neben allen Sorgen um die Zukunft von Haus Holtermann am Markt, dessen desolater Zustand erst kürzlich viele Bürger auf den Plan rief, wartet der aktuelle Jahresbericht zur Stadtbild- und Denkmalpflege auch mit einigen guten Nachrichten auf. Ganz vorne dabei: Der Herrensitz Pustekrey nahe der Alten Beckumer Straße ist entgegen erster Befürchtungen nicht verloren.

Anfang 2017 hatten Fachleute mit Bestürzung festgestellt, dass ein großer Teil der Südfassade eingestürzt war, wobei auch Teile der inneren Deckenkonstruktion mitgerissen wurden. Nach einer Notsicherung des verbliebenen Gebäudes stellte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe fest, dass die Sub­stanz weiterhin erhaltungswürdig und die Kosten aufgrund des Wertes für die Nachwelt gerechtfertigt sind. So erfolgte im Vorjahr die Rekonstruktion des ehemaligen Portalbereichs.

„Aktuell werden die Nord- und Ostfassade unter denkmalpflegerischen Bedingungen restauriert, wo möglich, und rekonstruiert, wo nötig“, so die städtische Denkmalexpertin Nicole Wittkemper-Peilert . Für den ehrenamtlichen Denkmalpfleger Bernd Schulze Beerhorst nach der Hiobsbotschaft vor zwei Jahren ein hoffnungsvoller Schritt: „Damit scheint eines der ältesten Gebäude auf dem Stadtgebiet einer neuen Zukunft entgegenzusehen.“ Dabei lobt Schulze Beerhorst nicht nur den Einsatz der Behörden, sondern auch die Einstellungsveränderung des Eigentümers, der nach einer langen Reihe von Gesprächen den Weg einer Nutzungsfindung geebnet habe: „Es ist noch viel zu tun, aber der Anfang ist gemacht.“

Der Jahresbericht hält fest, dass die Stadt Ahlen derzeit über 234 ortsfeste Baudenkmäler, zehn Bodendenkmäler, drei bewegliche Denkmäler und eine Denkmalbereichssatzung verfügt. Im Zuge von Nachinventarisierungen wurden in den Vormonaten das Pförtnergebäude der Zeche „Westfalen“, die 1912/13 errichtete Winkelmann-Villa an der Moltke­straße 11 sowie die Bildstöcke „Nepomuk“ und „Joseph“ bei Haus Vorhelm aufgeführt. Innerhalb der Erlaubnisverfahren standen die Turmsanierung der St.-Marien-Kirche, die Komplettsanierung der Schwarte-Villa am Vorhelmer Weg 32 und die Fassadensanierung der Deilmann-Villa an der Robert-Koch-Straße 16 an. Haus Holtermann wird allerdings nicht erwähnt.

Details zu diesen und weiteren Themen aus dem Bereich Denkmalschutz wollen Nicole Wittkemper-Peilert und Bernd Schulze Beerhorst am Montag, 18. März, im Schul- und Kulturausschuss vorbringen. Dieser tagt um 17 Uhr im Sitzungssaal II des Rathauses.

Es ist noch viel zu tun, aber der Anfang ist gemacht.

Bernd Schulze Beerhorst
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