Landesintegrationsrat tagte in Ahlen
Einrichtung von Ausschüssen wäre Rückschritt

Ahlen -

Prominenter Besuch in der Lohnhalle der Zeche: Am Samstag tagte der Landesintegrationsrat, der Dachverband der kommunalen Integrationsräte, in Ahlen.

Sonntag, 17.03.2019, 17:36 Uhr aktualisiert: 17.03.2019, 19:48 Uhr
Der Vorsitzende des Ahlener Integrationsrates, Ilkay Danismaz, begrüßte Staatssekretärin Serap Güler auf der Zeche.
Der Vorsitzende des Ahlener Integrationsrates, Ilkay Danismaz, begrüßte Staatssekretärin Serap Güler auf der Zeche. Foto: Dierk Hartleb

Für den gastgebenden Ahlener Integrationsrat hießen Bürgermeister Dr. Alexander Berger und der Vorsitzende des kommunalen Gremiums, Ilkay Danismaz, die rund 80 Delegierten und Gäste aus dem ganzen Land willkommen. Die hiesige Politik war nur durch zwei SPD-Ratsmitglieder und die SPD-Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass vertreten.

Im Mittelpunkt stand die Beratung über die von der CDU /FDP-Koalitionsregierung in Düsseldorf beabsichtigte Änderung des Paragrafen 27 der Gemeindeordnung, die neben den Inte­grationsräten auch die Einrichtung von Integrationsausschüssen in den Kommunen als normale Ratsgremien vorsieht. Dadurch sieht der Landesintegrationsrat die Einheitlichkeit der Inte­grationsgremien in NRW in Gefahr. Nach Meinung des Landesintegrationsrats sei die Einrichtung solcher Ausschüsse „ein Rückschritt und keine Weiterentwicklung“.

Der Landesvorsitzende Tayfun Keltec , der kürzlich wegen eines Interviews im „Kölner Stadt-Anzeiger“ heftig in die Kritik geraten war, als er angeblich forderte, statt Englisch Türkisch in den Grundschulen zu unterrichten, wehrte sich gegen diese „Diffamierungskampagne“. Hintergrund, so Keltec, sei die Ankündigung der Landesregierung gewesen, in den ersten beiden Grundschuljahren Englisch vom Lehrplan streichen zu wollen. Daraufhin habe er vorgeschlagen, die frei werdenden Unterrichtsstunden verstärkt für muttersprachlichen Unterricht zu nutzen. Es sei in der Bildungsforschung unstrittig, dass die Kenntnis der Herkunfts- und Familiensprache das Erlernen der deutschen Sprache erleichtere. Durch Beschuldigungen, er sei ein „türkischer Nationalist“ oder „Islamist“ fühle er sich „sehr verletzt“.

Gegen diese Vorwürfe nahm ihn auch Integrationsstaatssekretärin Serap Güler in Schutz. Bei allen Meinungsverschiedenheiten müsse es möglich sein, sich sachlich über einen Vorschlag auseinanderzusetzen und nicht wie die AfD und andere Populisten den Autor mit Hasstiraden zu überziehen.

Die Vorsitzende des Inte­grationsausschusses im Landtag, Margret Voßeler-Deppe, stellte die Arbeit des Gremiums vor und machte den Repräsentanten der Integrationsräte Mut, weiter an dem Thema Integration zu arbeiten. Sie bot dem Landesintegrationsrat eine weitere enge Zusammenarbeit an. Anschließend gedachte sie der Opfer des Terroranschlags in Christchurch in Neuseeland, bei dem 50 Menschen ermordet worden waren.

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