Ahlener Schulentwicklungsplanung
Prognosen über den Haufen geworfen

Ahlen -

Wie wird sich die Ahlener Schullandschaft entwickeln? Dr. Ulrike Lexis, Schulentwicklungsplanerin aus Leichlingen, stellte in der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses frühere Prognosen auf den Kopf.

Mittwoch, 20.03.2019, 09:28 Uhr
Die Städtische Sekundarschule im Gebäude der früheren Realschule steht im Fokus der Ahlener Schulentwicklungsplanung. Die Gutachter empfehlen die Umwandlung in eine Gesamtschule.
Die Städtische Sekundarschule im Gebäude der früheren Realschule steht im Fokus der Ahlener Schulentwicklungsplanung. Die Gutachter empfehlen die Umwandlung in eine Gesamtschule. Foto: Ulrich Gösmann

Was sind Prognosen von IT.NRW über die Entwicklung von Schülerzahlen noch wert? Diese Frage stellt sich nach der Vorstellung der Ergebnisse der tatsächlichen Schülerzahlen in den Jahren nach 2014 in der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses am Montag durch Dr. Ulrike Lexis . Die Schulentwicklungsplanerin vom Büro Dr. Garbe, Lexis & von Berlepsch aus Leichlingen führte aus, dass die IT.NRW jetzt nur noch einen leichten Rückgang der Zahlen für den Kreis Warendorf bis 2029 vorhersage, während die frühere Prognose einen deutlicheren Rückgang sah. Grund ist die Zuwanderung aus Südosteuropa und von Flüchtlingen in den Jahren 2015/16.

Konkret für die Grundschulen in Ahlen werden für den Einschulungstermin dieses Jahres 494 Kinder prognostiziert (Klassenrichtzahl 21). Nach einem Durchhänger 2019 und 2020 mit 470 (20) und 412 (18) Schülern, steigen die Schülerzahlen ab 2021 bis 2023 wieder deutlich an, um sich ab 2025 bei 456 (20) einzupendeln.

Während bei den Grundschulen nur die Ahlener Kinder zu betrachten sind, müssen für die Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen auch Aus- und Einpendler berücksichtigt werden. Die steigenden Geburtszahlen seit 2016 kommen erst mit Verzögerung an den weiterführenden Schulen an. Bis 2025 gehen die Anmeldungen leicht zurück, um dann wieder deutlich anzusteigen und bis 2029 auf gleichbleibenden Niveau zu verharren. Die 500 bis 600 Mädchen und Jungen verteilen sich auf die Gesamtschule (sechs Züge), die Overbergschule (drei Züge), die Sekundarschule (fünf bis sechs Züge) und die beiden Gymnasien (zweimal drei Züge). Nicht enthalten sind die Oberstufen der Berufskollegs, die bei einer Umwandlung der Sekundarschule nach Meinung der Gutachterin neben der Hauptschule die Hauptleidtragenden wären. Ihre Prognose: Die Schülerzahlen entwickeln sich bei allen weiterführenden Schulen stabil, die Gymnasien bleiben auf Dauer dreizügig, wobei das Bischöfliche Gymnasium fast eine volle Klasse mit Auswärtigen bekommt und die Fritz-Winter-Gesamtschule auch weiterhin viele Schüler ablehnen muss.

„Die derzeitige Schulstruktur entspricht nicht mehr den Wünschen der Eltern“, folgerte Ulrike Lexis und stellte fest: „Die Sekundarschule ist als Schulform nicht beliebt.“ Deshalb laute ihre Empfehlung, die Sekundarschule in eine zweite Gesamtschule umzuwandeln. Damit müsse die Stadt aber zugleich eine Entscheidung über die Zukunft der Hauptschule treffen. In der lebhaften Diskussion wurden die bekannten unterschiedlichen Auffassungen deutlich. Für die SPD beantragte Andrea Jaunich, dass sich die Sekundarschule in einer der nächsten Sitzungen als Talentschule vorstellt. (Weiterer Bericht folgt.)

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