Baumaßnahme Im Hövenerort
„Flüsterasphalt“ die Lösung?

Ahlen -

Schon Ende Februar wurden entlang der Straße Im Hövenerort 48 Linden gefällt, die eigentliche Baumaßnahme startet aber erst im Sommer. Wie berichtet, will der Kreis die Verbindung zwischen Dolberger und Hammer Straße für rund 1,25 Millionen Euro sanieren.

Donnerstag, 21.03.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 21.03.2019, 12:52 Uhr
Das heute schon Verkehrsaufkommen auf der Straße Im Hövenerort wird den Prognosen zufolge noch weiter zunehmen. Die Stadt Ahlen möchte darum den Kreis Warendorf überzeugen, bei der im Sommer anstehenden Sanierung „Flüsterasphalt“ einzubauen.
Das heute schon hohe Verkehrsaufkommen auf der Straße Im Hövenerort wird den Prognosen zufolge noch weiter zunehmen. Die Stadt Ahlen möchte darum den Kreis Warendorf überzeugen, bei der im Sommer anstehenden Sanierung „Flüsterasphalt“ einzubauen. Foto: Peter Harke

Da es sich um eine Kreisstraße – die K 27 – handelt, liegt die Verantwortung für Planung und Durchführung der Maßnahme in Warendorf. Die Stadt Ahlen beabsichtigt jedoch, auf ihre Kosten zwei Querungshilfen in Höhe der Gemmericher Straße und des Richterbachs anzulegen und hat an den Kreis überdies noch Wünsche hinsichtlich des Ausbaustandards. Dabei geht es auch um mögliche Schallschutzmaßnahmen.

Das Thema kam am Dienstag im Stadtplanungs- und Bauausschuss im Zuge der Beratung des Lärmaktionsplans (Stufe drei) zur Sprache. Dieser Plan berücksichtigt allerdings nur Bundes- und Landesstraßen, was im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung ein Anwohner des Hövenerorts mit Hinweis auf die hohe Belastung der Straße kritisiert hatte, nach den Worten von Stadtbaurat Andreas Mentz aber „nicht zu ändern“ ist. Das Anliegen, die Lärmimmisionen einzudämmen, ist auch aus seiner Sicht gleichwohl berechtigt.

Man kauft sich weniger Lärm mit geringerer Lebensdauer.

Andreas Mentz

Vertreter des Kreises Warendorf hatten bei der Vorstellung der Ausbauplanung von 10 000 Fahrzeugen täglich gesprochen, die den Hövenerort benutzen, mit ei­nem Schwerlastanteil von mehr als zehn Prozent. Auch wenn die Stadt von etwas niedrigeren Zahlen ausgeht – unstrittig ist, dass im Falle der Realisierung der Osttangente das Verkehrsaufkommen auf dem 1,2 Kilometer langen Abschnitt noch weiter zunehmen wird, den Prognosen zufolge um circa 2500 Fahrzeuge am Tag.

Die Stadt, so Mentz, sei daher zurzeit mit dem Kreis „in einem fachlichen Dialog“ darüber, ob bei der Erneuerung der Fahrbahn ein lärmmindernder Straßenbelag verwendet werden könnte, auch „Flüsterasphalt“ genannt. Dessen Wirksamkeit ist jedoch unter Experten umstritten. So stellt der Landesbetrieb Straßen.NRW in seiner Stellungnahme zum Lärmaktionsplan die These auf, dass offenporige Asphalte und andere lärmmindernde Straßenbeläge ihre gewünschte Wirkung erst dann erzielen würden, wenn die durchschnittlich gefahrene Geschwindigkeit mehr als 60 Stundenkilometer beträgt. Die Stadt Ahlen teilt diese Einschätzung so nicht. „Es gibt auch gute Gegenbeispiele“, erklärte An­dreas Mentz. Er räumte zugleich ein: „Man kauft sich weniger Lärm mit geringerer Lebensdauer.“ Bei dem im Jahr 2009 auf dem Konrad-Adenauer-Ring verbauten „Flüsterasphalt“ waren nach nur fünf Jahren in Teilbereichen feine Netzrisse und Schäden im Belag aufgetreten.

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